TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - 2. Handball-Bundesliga

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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

„Wir waren zusammen stark“

Feiert mit seinen Kollegen den Einzug ins Viertelfinale: Alex Feld. (Foto: Harry Reis)

(gek) „Einfach super“, strahlte Frank Müller, der Co-Trainer der TSG Ludwigshafen-Friesenheim um die Wette. „Miles“ hatte gut lachen, hatte ihm doch der Pokal-Auftritt der TSG Ludwigshafen-Friesenheim im Achtelfinale beim bis dato in Pflichtspielen ungeschlagenen Zweitligaspitzenreiter SG BBM Bietigheim richtig Spaß gemacht. Aber nicht nur bei ihm sorgte der 32:29-Erfolg über die Württemberger für prächtige Laune, sondern auch bei allen Verantwortlichen, den Spielern und den rund 50 mitgereisten Fans, die 60 Minuten lang ihr Team phantastisch unterstützt hatten. Damit stehen die Pfälzer nach 2007 zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Viertelfinale, wobei Chefcoach Ben Matschke, nach einem Wunschgegner befragt, die Liste der möglichen Kontrahenten durchsah und dann antwortete: „Balingen-Weilstetten zu Hause.“ Klar ist nun auch, dass der 14. Dezember 2016 für die Eulen ein trainingsfreier Tag sein wird. Es wird der Tag sein, der über den Einzug der TSG ins REWE Final Four entscheiden wird.

Patrick Weber ließ es gleich sieben Mal krachen. (Foto: Harry Reis)

Zweieinhalb Wochen nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in der Meisterschaft, das die SG BBM mit 29:26 gewann, hatte Ben Matschke im Vorfeld dieser Neuauflage „von einer spannenden und richtungsweisenden Woche“ gesprochen, die neben dem Pokalmatch am Samstag noch die Auswärtshürde Emsdetten zu bieten hat. Und der 34-Jährige sprach davon, dass es darum gehe, „unsere Leistung zu stabilisieren“.

Einen besseren Start als die TSG kann man nicht hinlegen. Zwar hatten die Hausherren Anwurf, aber den Torreigen eröffnete Philipp Grimm mit einem verwandelten Siebenmeter. Dem ließ Kai Dippe gleich zwei Kontertore folgen. Kurz vor dem Ende der 4. Minute besorgte Alex Feld das 4:1 für seine Farben, ehe zwei Zeitstrafen die SG in Vorteil brachten. Zunächst verkürzte Tim Dahlhaus, dann legte Jonathan Scholz nach und zu guter Letzt traf Patrick Rentschler ins verwaiste TSG-Gehäuse: drei Treffer in Überzahl und nach gut acht Minuten stand das Match 4:4. In der temporeichen Partie gelang Patrick Weber ein erstes Unterzahltor, als Philipp Grimm eine 2-Minuten-Strafe auf die Bank absaß. Ein Treffer in Unterzahl gelang wenig später auch Robin Haller, der für das 6:6 sorgte (13.). Ein technischer Fehler und ein verworfener Siebenmeter später leuchtete ein 6:8 von der Anzeigentafel, und Alex Feld erhöhte mit einem kraftvollen Wurf auf 6:9 (16.). Dann nutzte Bietigheim zwei misslungene Angriffe der Eulen und drehte nach Philipp Grimms Treffer zum 10:11 die Partie. Robin Haller glich aus und Gerdas Babarskas brachte die SG BBM erstmals nach vorne (25.), der SG-Anhang war aus dem Häuschen. Zur Halbzeit war dieser Vorteil indessen wieder weg und es ging mit einem Gleichstand in die Kabinen.

In der Abwehr und im Angriff ein Pfund: David Schmidt. (Foto: Harry Reis)

Das Spiel blieb auch im zweiten Abschnitt umkämpft und in der 39. Minute hatte sich die Matschke-Formation zum dritten Mal einen 3-Tore-Vorsprung herausgearbeitet. Aber lange hatte dieser Vorteil nicht Bestand, 20:20 lautete der Zwischenstand in der 43. Minute. Mit einem folgenden 5:1-Lauf konnten sich Gunnar Dietrich und seine Kollegen bis zur 51. Minute ein Polster schaffen, das ihnen den Weg zum Weiterkommen ebnen sollte. Roko Peribonio, der über das gesamte Match hinweg im Kasten stand, nahm in dieser Phase zwei Würfe weg. Und vorne vollstreckten Denni Djozic vom Strich, Pascal Durak, David Schmidt und zwei Mal Patrick Weber. Aber das Team von Hartmut Mayerhoffer gab nicht auf, mobilisierte unter Mithilfe seiner Fans alle Kräfte und minimierte seinen Rückstand in der 53. Minute erstmals wieder auf zwei Tore. Die Eulen ließen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen und setzten die Gastgeber durch weitere Tore unter Druck. Die Entscheidung fiel indes erst in der Schlussminute mit Martin Slaninkas Tor zum 28:31. Und während die TSG-Spieler ihren Einzug ins Viertelfinale feierten, ging Ben Matschke in Richtung der TSG-Fans und bedankte sich auf seine Weise für deren Unterstützung.

Sorgte in der Schlussminute für die Entscheidung: Martin Slaninka. (Foto: Harry Reis)

„Wir waren zusammen stark“, lobte Martin Slaninka die gesamte Mannschaft. Ben Matschke ging auf der Pressekonferenz gleich zu Beginn auf die TSG-Anhänger und ihren Anfeuerungen ein, sagte danke für „die großartige Unterstützung, das ist an einem Mittwoch, dazu auswärts, keine Selbstverständlichkeit.“ Und fuhr mit der Spielanalyse fort: „Wir haben in den letzten zwei Wochen intensiv an Fehlern gearbeitet, das hat sich heute ausgezahlt. In der Abwehr haben wir gut verteidigt, und im aufgebauten Angriff haben wir gut gespielt. Den Sieg haben wir verdient.“ Für Frank Müller war die Partie „eine schöne, gute Sache.“ Und unterstrich drei Dinge: „Die Abwehr hat wieder aggressiv gearbeitet, da hat jeder seine Aufgabe erfüllt. Und im Angriff haben wir geduldig gespielt und keine überhasteten Abschlüsse gehabt. Patrick Weber war in der 5:1-Abwehr sehr aktiv und hat den Rückraum von Bietigheim verunsichert und zu ungenauen Würfen gezwungen. Insgesamt sehe ich eine positive Entwicklung.“

Die Auslosung der Viertelfinalspiele erfolgt am kommenden Mittwoch, 2. November 2016, im Rahmen der ersten EM-Qualifikationspartie der deutschen Nationalmannschaft, die in Wetzlar auf Portugal trifft. Der Wunschgegner ist ja bereits genannt worden, jetzt muss er nur noch zugelost werden.

Die Statistik:

SG BBM Bietigheim: Ebner, Edvardsson; Haller (5), Rentschler (2), Dahlhaus (3), Schäfer (5/2), Schmidt (1), Babarskas (3), Barthe (2), Scholz (4), Döll (2), Emrich, Emanuel, Lohrbach (2); Trainer: Hartmut Mayerhoffer

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Peribonio; Grimm (3/1), Dietrich (1), Heß (1), Feld (4), Falk, Durak (3), Djozic (5/3), Kirchenbauer, Weber (7), Dippe (2), Slaninka (2), Schmidt (4); Trainer: Ben Matschke

SR: Marcus Hurst (Oberursel) & Mirko Krag (Nieder-Eschbach) ◊ Zuschauer: 709 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 10:16, Scholz (12.), Rentschler (34.), Barthe (38.), Mayerhoffer (44., Bankstrafe), Emrich (55.) – Dietrich (6.), Heß (7.), Grimm (9.), Schmidt (25.), Falk (29.), Slaninka (39.), Kirchenbauer (42., 58.) ◊ Siebenmeter: 3/2 – 6/4, Schäfer wirft an den Querbalken (16.) – Grimm scheitert an Ebner (26.), Djozic verwirft gegen Edvardsson (59.) ◊ Team-Time-out: 2:58, 45:46 – 25:23, 50:35, 58:14

Spielfilm: 0:3 (3.), 3:4 (8.), 6:9 (16.), 10:10 (21.), 13:11 (25.), 14:14 (HZ) – 15:17 (36.), 20:20 (43.), 21:24 (50.), 23:26 (53.), 25:29 (57.), 29:32 (Ende)