TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - DKB Handball-Bundesliga

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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Rabenschwarzer Abend in Konstanz

Denni Djozic war Aktivposten und mit sieben Toren erfolgreichster Schütze der TSG (Foto: Harry Reis)

(ste) Knapp 13 Jahren sind vergangen, seitdem sich ein Team der Eulen zuletzt auf den Weg in Richtung Bodensee machte, um in Konstanz um Zweitligapunkte zu spielen. Der nun insgesamt vierte Ausflug in die Bodenseemetropole wird den Pfälzern allerdings in äußerst negativer Erinnerung bleiben. Mit 33:28 (16:12) hatte das Team von Trainer Ben Matschke das Nachsehen beim starken Aufsteiger, der somit seine Heimpunkte vier und fünf bejubeln konnte und an der TSG in der Tabelle vorbeizog. Überschattet wurde das Spiel von der erneut schweren Verletzung von Pascal Kirchenbauer, der mit Verdacht auf Kreuzbandriss bereits zu Anfang der ersten Halbzeit ausfiel.

„Für uns wird Konstanz ein ganz hohe Hürde“, wusste Ben Matschke die Partie beim Aufsteiger aus der 3. Liga Süd vor Spielbeginn genau einzuordnen. Und auch Neuzugang Olli Heß mahnte, „dass wir in den ersten 15 Minuten eine guten Start hinbekommen, denn der ist für uns ganz wichtig“. Doch genau dieser gute Start blieb den Eulen auch in dieser Partie verwehrt. Zwar konnte Philipp Grimm nach knapp fünf Minuten die erste und einzige Führung zum 0:1 erzielen, doch bis dahin und auch in den folgenden Minuten prägten Fehler das Spiel der Pfälzer. Die Gastgeber hingegen konnten nach kurzer Eingewöhnungszeit ihre Chancen immer besser verwerten und gingen somit bis zur 13. Spielminute mit 6:3 in Führung. Kurz darauf war das Spiel und vermutlich auch das Handballjahr für Pascal Kirchenbauer beendet. Der erst nach einer schweren Kreuzbandverletzung genesene Mittelmann rutschte bei einer Angriffsaktion ohne Fremdeinwirkung so unglücklich aus, dass er minutenlang auf dem Spielfeld behandelt werden musste. Mit Verdacht auf Kreuzbandriss im bisher noch gesunden linken Knie wurde Kirchenbauer anschließend in der Kabine weiter behandelt.

Bitter: Die schwere Verletzung von Pascal Kirchenbauer nach 13 Spielminuten (Foto: Harry Reis)

Auf dem Feld indes versuchten die verbliebenen Spieler unter der Regie von Alexander Feld das Spiel wieder zu ihren Gunsten zu drehen. Nach dem 8:4 in der 14. Spielminute durch HSG-Rechtsaußen Gregor Thomann gelang es Alexander Feld und Martink Slaninka ihre Farben wieder zurück ins Spiel zu bringen. In der Folge machten sich dann die fehlenden personellen Alternativen bemerkbar, denn neben dem Langzeitverletzten Domnik Claus fehlten mit David Schmidt (Gehirnerschütterung) und Gunnar Dietrich (grippaler Infekt) wichtige Säulen des TSG-Teams. Auch Nachwuchshoffnung Robin Egelhof konnte aufgrund eines grippalen Infektes nicht eingesetzt werden. Somit war Ben Matschke zum Improvisieren gezwungen. Mit Alexander Falk auf der rechten Rückraumposition, Kai Dippe als Mittelmann und verschiedenen Abwehrformationen hatte Matschke verschiedene Alternativen parat, die allerdings nicht von Erfolg gekrönt waren. Mit einem 4:0-Lauf, der nur durch die insgesamt zweite TSG-Auszeit unterbrochen werden konnte, zogen die Gastgeber bis zur 22. Spielminute auf 14:8 davon. Drei Tore von Kai Dippe, sowie ein erfolgreicher Siebenmeterversuch von Denni Djozic sorgten dafür, dass der Halbzeitrückstand mit 16:12 noch im Rahmen gehalten werden konnte.

War zeitweise im Rückraum und auf Außen unterwegs und erfolgreich: Kreisläufer Kai Dippe (Foto: Harry Reis)

Die zweite Halbzeit begann mit einer 2-Minuten-Strafe gegen Rückraumshooter Patrick Weber, was die Gastgeber mit zwei Toren und der daraus resultierenden 18:12-Führung zu nutzen wussten. Alexander Feld konnte nochmals auf 18:13 verkürzen, ehe in der 37. Spielminute Gregor Thomann mit seinem Siebenmeter die Gastgeber mit dem 20:13 erstmals sieben Tore in Front brachte. Die mit 1400 Zuschauern gefüllte Schänzle Sporthalle bebte, waren die Heimpunkte 4 und 5 doch in greifbarer Nähe. Auf Seiten der Eulen übernahmen nun Patrick Weber und Denni Djozic, der eine gute Leistung ablieferte, Verantwortung und hielten mit ihren Toren das Team im Spiel. In der Abwehr machte sich allerdings das Fehlen des Abwehrchefs deutlich bemerkbar, gelang es den Gastgebern doch immer wieder einfache Tore aus dem Rückraum und über die Außen zu erzielen. Auf der Gegenseite hatte die Mannschaft vom Bodensee mit Konstantin Poltrum das Plus auf der Torhüterseite. Poltrum verhinderte auch klarste Chancen der Gäste und zog auch Rechtsaußen trotz einiger Wurfversuche Pascal Durak mit seinen Paraden den Zahn und war auch dann zur Stelle, als es nochmal eng zu werden schien. Mit einem Doppelschlag konnten Denni Djozic und Patrick Weber in der 53. Spielminute den Rückstand nochmal auf vier Tore zu 28:24 verkürzen. Doch Paul Kaletsch und Gregor Thomann machten die aufkeimende Hoffnung, vielleicht doch noch etwas Zählbares aus Konstanz mitzunehmen schnell zu nichte und der 30:24-Zwischenstand fünf Minuten vor Spielende veranlasste das heimische Publikum ihr Team in der Folge mit stehenden Ovationen zu feiern. Nach dem 32:25 zwei Minuten vor Spielende schalten „Oh wie ist das schön“ Gesänge durch die direkt am Rhein gelegene Schänzle-Sporthalle. Die rote Karte gegen Felix Gäßler nach einem Foul an Martin Slaninka (Griff in den Wurfarm) sowie die folgende Ergebniskosmetik aus Sicht der Gäste waren nur noch Nebensache.

Marius Kastening kehrt wohl nur als Zuschauer zurück zu seinem alten Team (Foto: Harry Reis)

Durch die fünfte Niederlage in der laufenden Saison rutschen die Eulen auf den 10. Tabellenplatz ab. Viel Zeit zur Anlayse und zur Regeneration bleiben Alexander Falk und Co. allerdings nicht. Bereits am Sonntag steht mit der Partie gegen den TuS Ferndorf das nächste Spiel auf dem Programm. Die Siegerländer machten zu Beginn des Doppelspieltages im Heimspiel gegen die HG Saarlouis einen 13:19-Halbzeitrückstand wett und konnten durch das 26:26-Unentschieden den sechsten Punkt auf der Habenseite verbuchen. Das Team von Trainer Michael Lerscht nimmt somit den 18. Tabellenplatz ein, hat allerdings nur einen Punkt Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Mit Neuzugang Nikola Stojecevski, der vor zwei Wochen vom schwedischen HK Drott ins Siegerland wechselte, hat der TuS unter anderem auf die Verletzung von Marius Kastening reagiert, der in der letzten Saison noch das Trikot der Eulen trug. Ein Außenbandanriss mit Knochenabsplitterung im linken Fuß wird aller Voraussicht nach den Einsatz von Kastening bei seinem alten Team wohl unmöglich machen. Neuzugang Stojecevski hingegen konnte in seinen ersten beiden Spielen mit 17/7 Toren einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Geleitet wird die Partie, die am Sonntag, den 20. November 2016 um 17:00 Uhr in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle angepfiffen wird, von den Unparteiischen Patrick Arndt und Christian Kobilke aus Biederitz. Eintrittskarten sind erhältlich an der Abendkasse und Online unter www.eventimsports.de/ols/eulen.

HSG Konstanz: Poltrum, Glatt; Schlaich (4), Thomann (11/2), Riedel (7), Flockerzie (3), Stocker (2), Oehler (1), Kaletsch (3), Krüger, Gäßler, Jud (1), Berchtenbreiter (1); Trainer: Daniel Eblen

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Peribonio; Grimm (1), Heß (2), Feld (6), Falk, Durak, Schleidweiler, Djozic (7/2), Kirchenbauer, Weber (6), Dippe (4), Slaninka (2); Trainer: Ben Matschke

SR: Christian Moles (Heddesheim) & Lutz Pittner (Laudenbach) ◊ Zuschauer: 1400 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 6:6, Kaletsch (26.), Jud (43.), Riedel (51.) – Dippe (26. & 45.), Weber (32.) ◊ Rote Karte: Gäßler (58.) ◊ Siebenmeter: 2/2 – 2/2 ◊ Team-Time-out: 27:50 – 13:00, 21:41

Spielfilm: 0:1 (5.), 6:3 (13.), 10:8 (18.), 14:8 (22.), 16:12 (HZ) – 20:13 (37.), 22:17 (41.), 26:20 (49.), 30:24 (55.), 33:28 (Ende)