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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Patrick Weber: "Es war ein extremes Kampfspiel"

Pfeifkonzert gegen ihn, dann richtig heiß und hoch motiviert: Alex Feld (Foto: Harry Reis)

(gek) Nun ist auch diese Wende geschafft: Die Handballer der TSG Ludwigshafen-Friesenheim haben erstmals, seit es die eingleisige zweite Bundesliga gibt, in Emsdetten gepunktet – und das gleich doppelt. Das Team von Trainer Ben Matschke setzte sich bei den Westfalen mit 29:26 durch, wobei die Gastgeber zur Halbzeit mit 14:13 vorne gelegen hatten. Kampf war Trumpf in diesem Match, das im zweiten Durchgang an Intensität noch gewann und megaspannend war. Für die Entscheidung sorgte ein 6:2-Lauf der Eulen nach dem 24:23-Zwischenstand in der 51. Minute. Zunächst drehten David Schmidt und Gunnar Dietrich das Spiel, ehe Alex Feld in den Schlussminuten drei Treffer in Folge markierte.

Emsdetten kassierte damit seine vierte Heimniederlage und verharrt mit sieben Pluspunkten auf Rang 14. Die Rothemden sind nach ihrem dritten Auswärtserfolg mit 12:6 Zählern weiterhin auf Platz acht notiert. „Das war heute eine clevere, kämpferisch starke Leistung“, sagte Co-Trainer Frank Müller. „Auswärts musst du ans Maximum gehen, das war der Fall, und so haben sich die Jungs diesen Sieg auch verdient.“

Prächtig in Form: Kevin Klier (Foto: Harry Reis)

33:28, 30:19 und 23:21 – das waren die bisherigen Ergebnisse der Auftritte der Pfälzer beim TV Emsdetten. Alle Vergleiche gingen bisher an die Gastgeber, und da ist es nicht verwunderlich, dass es im vierten Anlauf ein Ziel gab: nicht zu verlieren. Und die Eulen fingen gut an und legten durch Kapitän Philipp Grimm zwei Goals vor. Es folgte ein effektives Unterzahlspiel des TVE, der ausglich, durch Alex Feld aber wieder in Rückstand geriet. Dass Emsdetten nicht nur das Spiel mit einem Mann weniger beherrscht, sondern auch das mit einem Spieler mehr auf der Platte, belegten die Tore von Georg Pöhler und Jasper Adams zur 4:3-Führung. In den nächsten Minuten wechselte sich die Torfolge stets ab, und so führte die Formation von Daniel Kubeš auch nach gut 14 Minuten mit einem Tor. Jasper Adams nutzt dann eine weitere Überzahlsituation und netzte zum 9:7 ein. In der zweiten Viertelstunde des ersten Abschnitts gelang zunächst Pascal Durak ein Doppelpack, doch Oddur Gretarsson und Georg Pöhle brachten auf der Gegenseite ihre Farben wieder mit zwei Toren nach vorne. Nun half Kevin Klier seinen Vorderleuten, indem er drei gegnerische Würfe wegnahm. Philipp Grimm schaffte den Anschluss, Martin Slaninka traf zum Gleichstand und der slowakische Nationalspieler legte noch einen Treffer drauf. Jasper Adams beendete eine fast sechsminütige Flaute des Gastgebers und netzte zum 12:12 ein. Das 14:13 nach 30 Minuten versprach eine spannende zweite Hälfte.

Schenkte Emsdetten drei Dinger ein: David Schmidt (Foto: Harry Reis)

Die Treffer von Sven Wesseling und Jasper Adams sowie Philipp Grimm auf der anderen Seite veränderten nach Wiederbeginn den Spielstand auf 16:14. Danach kippte die Stimmung in der Halle, sie wurde giftiger. Georg Pöhle erhielt zurecht die Rote Karte, nachdem er zuvor Alex Feld eine Hand ins Gesicht geschlagen hatte. Der Spielmacher blutete aus der Nase, wurde behandelt und, man glaubt es kaum – er wurde ausgepfiffen. Emsdetten erhöhte in Unterzahl auf 17:14, aber die TSG kam bärenstark zurück. Kevin Klier hielt, was zu halten war, und vorne netzten nacheinander Martin Slaninka, Philipp Grimm, Pascal Durak und Alex Falk ein – die Pfälzer führten in der 42. Minute mit 18:17. Und waren motiviert bis in die Haarspitzen. Zwei Treffer in Unterzahl, eines durch Oli Heß, das andere durch Patrick Weber, bescherte dem Matschke-Personal in der 47. Minute einen 3-Tore-Vorsprung. Der Handball-Fight ging weiter, Denni Djozics Goal folgten vier Treffer der Westfalen, darunter zwei in Überzahl, was die Emsdettener Fans in Ekstase versetzte. Der TVE hatte wieder einen Vorteil auf seiner Seite, doch erneut zeigten die Rothemden eine super Reaktion: David Schmidt traf gleich zwei Mal und Gunnar Dietrich ein Mal. Die Partie rückte ihrem Ende entgegen, Yannick Terhaer überwand Kevin Klier, der wenig später einen Wurf von Merten Krings parierte. Alex Feld kam zurück und traf, zunächst zum 25:27, dann zum 26:28. Eine Entscheidung war das noch nicht, doch der wie entfesselt spielende Regisseur der Eulen machte den Deckel drauf, netzte zum 26:29-Endstand ein. Was für ein Spiel, was für ein Ende. Und gute Laune im Bus war gesichert.

Frank Müller: „Auswärts musst du ans Maximum gehen, das war der Fall, und so haben sich die Jungs diesen Sieg auch verdient.“ (Foto: Harry Reis)

Philipp Grimm teilte nach Spielende per SMS mit: „ Richtig geiler Kampf vor richtig unsportlichem Publikum. Umso schöner, dass wir gewonnen haben.“ Patrick Weber befand, dass „es ein extremes Kampfspiel war. Dieses Spiel hatte mehr Derby-Charakter als jedes echte Derby. Ab der Roten Karte herrschte in der Halle eine hitzige Stimmung, doch das hat uns nicht beirrt. Alex Feld hat dann mit einem unfassbaren Willen die richtige Antwort gegeben. Kev hat von außen geworfene Bälle beeindruckend stark weggenommen und unsere aggressive Abwehr hat in beiden Formationen gut gespielt.“ Patrick Webers Fazit: „Über den Kampf haben wir das Spiel verdient gewonnen.“ Alex Feld gab zu, dass ihn das Pfeifkonzert bei seiner Verletzung „richtig heiß“ gemacht hat. „So etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt, das hat mich dann zusätzlich gepusht.“ Frank Müller sah bis zur Roten Karte „ein normales Spiel, geführt mit einer normaler Härte. Die Rote Karte war berechtigt, und dass Alex ausgepfiffen wurde, haben die Jungs richtig aufgefasst. Wir haben den Kampf angenommen, hatten acht Zeitstrafen zu verkraften, und das auswärts, aber das haben wir mit Geduld und einem starken Kev wirklich sehr gut gelöst.“

Am Mittwoch, 9. November 2016, setzt sich für die Matschke-Formation die Saison mit dem Spitzenspiel gegen den großen Aufstiegsfavoriten TuS Nettelstedt-Lübbecke fort. Der Anwurf ist in der Friedrich-Ebert-Halle um 19:30 Uhr (Tickets bestellen unter info(at)die-eulen.de oder online unter www.eventimsports.de/ols/eulen).

Die Statistik:

TV Emsdetten: Madert, Komendant; Krings (4), Terhaer (1), Pröhl, Schröder, Steffen, Dräger (2), Wesseling (2), Adams (6), Gretarsson (8), Pöhle (3); Trainer: Daniel Kubeš

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Peribonio; Grimm (5), Dietrich (1), Heß (1), Feld (6), Falk (1), Durak (4), Djozic (1), Kirchenbauer, Weber (2), Dippe (2), Slaninka (3), Schmidt (3); Trainer: Ben Matschke

SR: Fabian & Christian vom Dorff (Kaarst) ◊ Zuschauer: 1125 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 6:16, Pöhle (3., 33.), Gretarsson (41.) – Heß (7.), Dippe (15., 58.), Schmidt (29., 45.), Durak (41.), Dietrich (48.), Kirchenbauer (50.) ◊ Rote Karte: Pöhle (33., Disqualifikation) ◊ Siebenmeter: Fehlanzeige ◊ Team-Time-out: 16:32, 39:58, 45:22 – 49:11, 59:21

Spielfilm: 2:2 (5.), 5:5 (11.), 9:7 (15.), 11:9 (22.), 11:12 (27.), 14:13 (HZ) – 17:14 (35.), 18:18 (42.), 19:22 (47.), 24:23 (51.), 25:26 (55.), 26:29 (Ende)