Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

„Keine Schönspielerei gefragt, sondern Kampf“

Volles Maß an Leidenschaft: Ben Matschke und Frank Müller (Foto: Harry Reis)

(gek) Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim, die am Wochenende gleich zwei Geburtstagskinder im Mannschaftsbus sitzen hatte, Betreuer Günter Thomas wurde am Samstag 52, Torwart Roko Peribonio tags darauf 25 Jahre alt, fuhr aus Eisenach ab, ohne Zählbares im Gepäck zu haben. Das Team von Ben Matschke verlor beim Bundesligaabsteiger sein drittes Spiel in Folge und dabei hätten Kapitän Philipp Grimm und seine Kollegen so gerne ein Ständchen mehr geschmettert als die zwei für die Jubilare.

Die erste Viertelstunde in der stimmungsvollen Werner-Aßmann-Halle brachte den Eulen eine große Hypothek ein, denn es gelangen nur drei Tore, darunter ein Siebenmeter. Auf der Gegenseite hatte es indes bereits acht Mal eingeschlagen, und Adrian Wöhler legte in der 16. Minute für die Thüringer gar noch auf 9:3 nach. Im zweiten Durchgang kam nochmals Spannung auf, denn den Rothemden gelang es, den Rückstand peu à peu zu verkürzen. Denni Djozics drittes Goal brachte das 17:19 aus Sicht der TSG und noch waren über neun Minuten zu absolvieren. Der Favorit wankte, fiel aber nicht, obwohl die Pfälzer durch David Schmidt in der 56. Minute ein viertes Mal bis auf zwei Tore herangekommen waren. Der Anschluss wollte einfach nicht gelingen, Pech bei Abprallern kam hinzu und letztendlich war am Ende ein zu deutliches 26:21 auf der Anzeigentafel zu lesen.

Kai Dippe ist von Hüttenbergs Offensivspiel beeindruckt: „Die erste und zweite Welle ist schon richtig gut.“ (Foto: Harry Reis)

Die Frage „Scheitert die Mannschaft im Moment eher an sich selbst?“ beantwortet Co-Trainer Frank Müller mit einem klaren „Definitiv“. Und erklärt, warum: „In keinem Spiel, das wir verloren haben, hat uns der Gegner dominiert. Wir leisten uns zu viele individuelle Fehler, die den Gegner stark machen.“ Und blickt auf die letzte Partie in Eisenach zurück. „Von den 26 Gegentoren bekommen wir zwei ins leere Tor, das heißt, Eisenach macht aus dem Spiel heraus 24 Treffer. Bei 24 Gegentoren hast du schon eine Siegchance. Der Knackpunkt war, dass uns elf technische Fehler unterlaufen, das heißt, wir werfen 11 Mal nicht aufs Tor.“ Und „Miles“ fasst die letzten beiden Wochen zusammen: „Die drei Niederlagen sind wirklich ärgerlich, darüber sind wir nicht happy, aber es ist noch eine lange Saison. Wir wissen, wo die Fehler liegen, wo wir ansetzen können. Du spielst so, wie du trainierst, die Spielern müssen sich im Training wieder die Sicherheit und das Selbstvertrauen holen.“ Kai Dippe, der Kreisläufer, vermisste die Aggressivität in der Abwehr: „Wir hatten in Eisenach vor, aggressive Defensivarbeit zu verrichten, das ist uns in der ersten Halbzeit nicht gelungen, das war zu wenig. In der zweiten Halbzeit hatte Eisenach in der entscheidenden Phase das Glück auf seiner Seite, bekam fünf Abpraller in die Hände, das war für uns frustrierend und bitter. Und vorne müssen wir wieder viel, viel geduldiger sein, um zu klaren Chancen zu kommen. Zu dieser Stärke aus unseren ersten Spielen müssen wir wieder zurückfinden und müssen uns wieder an den Plan halten.“ Roko Peribonio, der kurz vor der Halbzeit wegen einer Handverletzung vom Feld musste, hat unterdessen Entwarnung gegeben und war am gestrigen Montag wieder im Training.

Alex Falk: "Zwei Punkte, die brauchen wir wieder." (Foto: Harry Reis)

Nun steht den Eulen der nächste Knaller ins Haus, der TV 05/07 Hüttenberg kommt in die Friedrich-Ebert-Halle (Tickets unter www.eventimsports.de/ols/eulen, zudem: Aktion Familienticket 2x2, Verkauf ausschließlich vorab in der Geschäftsstelle). Der Anwurf ist am Mittwoch, 19. Oktober 2016, um 19:30 Uhr.

Die Mittelhessen, in deren Reihen der Ex-Friesenheimer „Basti“ Roth steht, sorgen für Aufsehen, und liest man die Tabelle von oben nach unten, dann stößt man schnell auf den Aufsteiger. Die Auswahl von Trainer Adalsteinn Eyjólfsson ist auf Platz vier eingereiht, hat acht Auftritte hinter sich und dabei 12 Pluspunkte eingefahren. Nur zwei Vergleiche hat der TVH verloren, zu Hause gegen Konstanz und auswärts in Bad Schwartau. Der 25:29-Niederlage beim aktuell auf Rang sieben notierten Klub aus Schleswig-Holstein folgten drei Siege: 34:27 gegen Aue, 35:26 in Saarlouis und 29:24 gegen Rostock. Mit 232 Toren weist Hüttenberg nach Spitzenreiter Bietigheim die zweitbeste Ausbeute in der Liga aus. Und auch die Tordifferenz mit einem Plus von 36 Treffern ist im ligaweiten Vergleich der zweitbeste Wert.

Geduldiges und fehlerloses Angriffsspiel ist gefragt: hier kommt Alex Feld zum Abschluss (Foto: Harry Reis)

„Es wird nicht leicht, aber wir haben ein Heimspiel“, sagt Frank Müller, der zusammen mit Frank Eckhart in dieser Woche das Training leitet, weil Chefcoach Ben Matschke auf einem Trainer-Lehrgang in Kamen teilnimmt, aber zur Partie gegen den TVH kommen kann. Worauf wird es ankommen? Frank Müller antwortet: „Hüttenberg spielt mit einer 3:2:1-Abwehr und ihre Hauptangriffswaffe ist die erste Welle, vor allem über Rompf und Wernig. Das heißt für uns, einfache Tore zu verhindern und Hüttenberg in den Positionsangriff zu bringen. Wir müssen 100 Prozent geben und die Vorgaben umsetzen, dann bin ich mir sicher, wird auch das Ergebnis positiv sein.“ Kai Dippe ist beeindruckt vom Offensivspiel des Neulings: „Die erste und zweite Welle ist schon richtig gut.“ Kapitän Philipp Grimm: „Hüttenberg macht im Moment sehr vieles richtig und hat eine perfekte Ausgangssituation für das Spiel gegen uns. Das erste Mittel der Hüttenberger ist ihre Abwehr, nach Ballgewinnen spielen sie sensationell nach vorne. Für uns heißt das, einfache Fehler zu vermeiden. Wir müssen den Ball laufen lassen und unser Spiel auch wieder über die Breite machen. Morgen ist keine Schönspielerei gefragt, sondern Kampf.“ Alex Falk, der zu einem DHB-Lehrgang der Juniorennationalmannschaft eingeladen worden ist, ist heiß und will mit seinen Kollegen eines: „Zwei Punkte, die brauchen wir wieder.“ Zurück zu Tugenden wie Leidenschaft, Begeisterung, Temperament, Entschlossenheit…