Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Keine Dippe-Humba nach dem Spitzenspiel

(gek) Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim hat vor über 2000 Besuchern das Spitzenspiel gegen die SG BBM Bietigheim verloren. Die Württemberger gewannen dank einer starken Abwehr- und Torwartleistung mit 29:26 (15:15) und bleiben damit als einziges Zweitligateam weiterhin ohne Punktverlust. Das letzte Mal war die Formation von Ben Matschke vor über acht Monaten einem Kontrahenten auf eigenem Parkett unterlegen, der HC Erlangen hatte sich Ende Februar mit 31:29 durchgesetzt.

Die Pfälzer, die nur gut sechs Minuten lang in Führung lagen, taten sich schwer, die Abwehr des Tabellenführers in Verlegenheit zu bringen. Nur selten gelang das mit hohem Tempo und einer ausgeprägten Dynamik. Über die Außenpositionen lief nur wenig, Tempogegenstöße waren an einer Hand abzulesen und auch die zweite Welle kam kaum zum Tragen. Zudem hatte der Gast auf der Torhüterposition einen klaren Vorteil. Der Rangerste agierte konzentriert, trat mannschaftlich geschlossen auf und hatte am Ende insgesamt zehn verschiedene Torschützen in seiner Statistik stehen. Der 7. Saisonsieg hintereinander geht für das Team von Hartmut Mayerhoffer daher völlig in Ordnung, die Dippe-Humba fiel dieses Mal aus.

David Schmidt: "Wir wollten es erzwingen, das ist nicht gut gegangen." - (Foto: Harry Reis)

Die Gäste hatten Anwurf und legten durch Robin Haller und Gerdas Babarskas zwei Treffer vor, ehe Philipp Grimm seinen ersten von insgesamt sechs Siebenmeter verwandelte. Gerdas Babarskas glückte mit einem abgefälschten Wurf das 1:3 und diesem Treffer schloss sich eine Phase von Fehlwürfen und Fehlpässen auf beiden Seiten an, Tore blieben deshalb Mangelware. Das 2:3 markierte Philipp Grimm, der in der 10. Minute auch den Gleichstand herstellte, und das erneut vom Strich. Dann war es mit dem ersten Feldtor für die Eulen so weit, Martin Slaninka schloss einen Gegenstoß erfolgreich ab und sorgte so für gute Laune unter den TSG-Fans (11.). Und nachdem Gunnar Dietrich einen Siebenmeter gezogen und Philipp Grimm den Spielstand auf 5:3 geändert hatte, unterbrach Hartmut Mayerhoffer das Geschehen und nahm die erste Auszeit. In den nächsten Minuten scheiterten die Angriffe beider Teams, weil ungenau gespielt wurde oder die Kugel im Abwehrblock landete. Robin Haller und Philipp Grimm gelangen die nächsten Tore, ehe Bietigheim begann, die Partie in den Griff zu bekommen. Jan Döll netzte mit einem Konter ein, und Paco Barthe glich in Überzahl mit einem Gegenstoß aus (17.). Auf der Gegenseite donnerte Gunnar Dietrich das Spielgerät an das Gebälk, und für die hellwachen Gäste traf Paco Barthe zur 7:6-Führung. Nun nutzte der Erste jeden fehlerhaften Abschluss der TSG aus, führte in 22. Minute mit 10:7 und in der 25. Minute mit 12:9. Patrick Weber gab mit seinem zweiten Tor das Signal zur Aufholjagd, und Alexander Feld ließ das 11:12 folgen. Noch verteidigte die SG BBM ihre Führung, aber nach Emrichs Goal zum 12:14 ließen es Patrick Weber und Alex Feld bis zum Kabinengang erneut krachen und stellten mit insgesamt drei Treffern den 15:15-Halbzeitstand her. „Mit diesem Ergebnis konnte man zufrieden sein“, wertete David Schmidt den ersten Abschnitt.

Auch Gunnar Dietrich tat sich schwer beim Herausarbeiten von klaren Torchancen. (Foto: Harry Reis)

Roko Peribonio, der in der 26. Minute für Kevin Klier zwischen die Pfosten gerückt war, blieb nach Wiederbeginn im TSG-Kasten und musste in der 31. Minute die Kugel gleich zwei Mal aus dem Netz holen. Wieder hatte die Mayerhoffer-Fraktion den besseren Start. In der 41. Minute stand das Match 19:19, es sollte der letzte Gleichstand dieser Partie sein. Mit einem folgenden 6:2-Lauf ebnete der Spitzenreiter den Weg für seinen siebten Saisonsieg. Die TSG hatte in ihren Angriffsbemühungen keine Struktur mehr, neben Hektik gesellte sich fehlende Ordnung im Spiel, was den Württembergern zupass kam. Der Tabellenführer brachte die letzten zehn Minuten ungefährdet über die Bühne, agierte hoch konzentriert und souverän, war effektiver im Abschluss und hatte in Keeper Aron Rafn Edvardsson einen großen Rückhalt. Robin Hallers Goal zum 25:28 brachte in der vorletzten Minute die endgültige Entscheidung.

Denni Djozic: Wir müssen im Angriff bessere Lösungen finden." (Foto: Harry Reis)

„Wir haben unsere Aggressivität in der Abwehr verloren, die uns in den ersten Spielen ausgezeichnet hat“, nennt Denni Djozic einen Grund, warum es derzeit bei den Eulen nicht rund läuft. „So, wie wir gestern aufgetreten sind, können wir unseren Torhütern nicht helfen.“ Und der Linksaußen fügt einen weiteren hinzu: „Unser Tempospiel hat gar nicht existiert. Wir müssen im Angriff bessere Lösungen finden und zwar als Mannschaft. Dann finden wir auch wieder zu alter Stärke zurück, wir müssen nur unseren Job wieder machen.“ Philipp Grimms Analyse beginnt mit den Torhütern: „Das Torhüterplus lag beim Gegner und das zum zweiten Mal hintereinander. Wir haben uns am gegnerischen Torwart die Zähne ausgebissen und uns unglaublich schwer getan, Tore zu erarbeiten. Im Angriff wurde viel über die Mitte probiert, und jeder wollte etwas Besonderes machen.“ David Schmidt, der in der Friedrich-Ebert-Halle noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt hat, fand, dass „wir in der zweiten Hälfte planlos nach vorne gelaufen sind. Wir wollten es erzwingen und haben vergessen, den Ball laufen zu lassen, das ist nicht gut gegangen. Es gilt auch wieder unsere Außen besser ins Spiel zu bringen. Bietigheim ist selbstsicher aufgetreten und hat verdient gewonnen.“

Für die Eulen war diese Niederlage die zweite in Folge. Mit nun 8:4 Zählern sind die Rothemden auf Platz sieben eingereiht und sie stehen am kommenden Samstag vor einer schwierigen Auswärtshürde. Die Reise geht zum Bundesligaabsteiger ThSV Eisenach, der auf Rang fünf notiert ist und zuletzt vier Spiele in Serie gewonnen hat.

Die Statistik:

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Peribonio; Grimm (6/6), Dietrich (2), Heß, Feld (4), Falk, Durak, Djozic, Kirchenbauer, Weber (10), Dippe, Slaninka (1), Schmidt (3); Trainer: Ben Matschke

SG BBM Bietigheim: bner, Edvardsson (1); Haller (4), Rentschler (2), Dahlhaus (1), Schmidt (2/2), Babarskas (6), Barthe (2), Scholz (4), Döll (5), Emrich (1), Emanuel, Lohrbach; Trainer: Hartmut Mayerhoffer

SR: Julian Köppl & Denis Regner (beide Bingen) ◊ Zuschauer: 2015 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 6:6, Weber (16.), Slaninka (39., 48.) – Barbaskas (18., 38.), Rentschler (23.) ◊ Siebenmeter: 6/6 – 2/2 ◊ Team-Time-out: 21:10, 49:32 – 11:06, 54:33

Spielfilm: 1:3 (5.), 4:3 (11.), 6:6 (17.), 8:10 (22.), 12:13 (27.), 15:15 (HZ) – 17:18 (36.), 19:21 (43.), 21:24 (50.), 24:26 (56.), 25:27 (58.), 26:29 (Ende)