TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - DKB Handball-Bundesliga

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„Das war ein ganz großer, wichtiger Schritt in die richtige Richtung“

Tadellose Leistung: Kevin Klier, der hier einen Wurf von Christian Rompf entgegensieht. (Foto: Harry Reis)

(gek) Die Wende ist da: In einem bis zur Schlusssirene spannenden und umkämpften Match haben die Ballwerfer der TSG Ludwigshafen-Friesenheim letztlich die Oberhand behalten und den TV 05/07 Hüttenberg vor 1415 Besuchern mit 25:24 (14:12) besiegt. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge war dem Team von Ben Matschke von Beginn an anzumerken, diese Partie unbedingt gewinnen zu wollen. „Wir wussten, dass es ein Kampfspiel wird“, sagte Patrick Weber. „Und wir wussten, was wir dafür brauchen, dass die klassischen Tugenden erforderlich sind.“ Tugenden wie Einstellung, Wille, Einsatz, Entschlossenheit.

Die brachten die Eulen ein in das Match gegen den stark in die Saison gestarteten Aufsteiger, der besser in Partie gekommen war und in der 13. Minute mit 7:3 vorne lag. Nach einer guten Viertelstunde drehten die Rothemden die Begegnung, standen in der Defensive immer besser und hatten in Kevin Klier einen ganz großen Rückhalt zwischen den Pfosten. Und vor allem Geburtstagskind David Schmidt ließ es vorne krachen. Die wohl stärkste Phase hatten die Pfälzer in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs und bauten den Vorsprung auf vier Tore aus. Dass es mit zunehmender Spieldauer immer spannender wurde, lag daran, dass der TSG-Offensive bis zum Ende nur noch fünf Tore gelangen. Umso bedeutender wurde nun wieder die Torwartleistung von Kevin Klier, der mit der Schlusssekunde Christians Rompfs Wurf parierte und so die zwei Zähler sicherte.

Die pure Entschlossenheit: Alex Feld. (Foto: Harry Reis)

Anwurf hatte die TSG, aber das erste Goal machte der Gast, Dominik Mappes Geschoss sorgte für das 0:1. Philipp Grimm verwandelte auf der Gegenseite einen Siebenmeter und glich aus. Nachdem Dominik Mappes ein zweites Mal getroffen hatte, vergab Martin Slaninka eine exzellente Chance, das Zuspiel war von Pascal Durak gekommen. Und das Kontertor zum 1:3, das Christian Rompf erzielte, unterstrich die Gefährlichkeit des Neulings. Noch lief es im Angriffsspiel der Eulen nicht rund und war Nervoität spürbar, so dass die Truppe von Adalsteinn Eyjólfsson weiter in Führung blieb, 4:7 in der 13. und 6:8 in 16. Minute waren Zwischenstände, die den TVH-Anhängern gefiel. Die Wende leitete Pascal Durak mit dem 7:8 ein. Kevin Klier nahm Sebastian Roth einen Wurf weg,3, und David Schmidt gelangen zwei Treffer in Überzahl. Und nachdem Tomas Sklenak eine Offensivaktion abgepfiffen bekam, netzte Pascal Durak zum 10:8 ein. Längst war die Stimmung in der Friedrich-Ebert-Halle auf einem klasse Level und die TSG-Anhänger verabschiedeten die Formation um Abwehrchef Gunnar Dietrich mit viel Applaus in die Kabinen – 14:12 zur Halbzeit, kein Ruhekissen, aber das Momentum war auf Seiten der Pfälzer.

Am Geburtstag ging für David Schmidt ein Wunsch in Erfüllung: Zwei Punkte gegen Hüttenberg. (Foto: Harry Reis)

Spektakuläre Szenen spielten sich nach Wiederbeginn ab. Kevin Klier reagierte bei einem Wurf von Christian Rompf phantastisch, parierte dann auch einen Versuch des Isländers Ragnar Johannsson und gab in der Folge Mario Fernandes das Nachsehen - und die Halle bebte. Pascal Durak schließlich traf als Erster im zweiten Abschnitt, der keine drei Zeigerumdrehungen später die Harzkugel ins leere Gehäuse warf (16:13). Die Gäste hielten dagegen und kamen durch Christian Rompf und Daniel Wernig zum Anschluss. Nach Daniel Wernigs Tor zum 17:16-Zwischenstand schraubten Alex Feld und Patrick Weber die Führung innerhalb von 90 Sekunden auf vier Tore hoch, was die zweite TVH-Auszeit zur Folge hatte. Danach gab Kevin Klier die nächsten Kostproben seines Könnens ab, ehe Dominik Mappes das 20:17 glückte. Ein super Tor gelang im Gegenzug Kai Dippe zum 21:17, der ein Zuckerpass von Patrick Weber verwertete. Dessen Fackel schlug in der 48. Minute hinter Matthias Ritschel ein, der eine Minute später gegen Pascal Durak Sieger blieb und schließlich mitansehen konnte, wie Christian Rompf seinen Konter erfolgreich abschloss. Goldrichtig stand dann Kai Dippe, der einen Pfostenabpraller aufnahm, David Schmidt hatte geworfen, und die Kugel versenkte – 24:21 stand es in der 50. Minute. Dass dieses Tor das vorletzte der TSG sein und es dennoch zum Sieg reichen würde, hätte wohl niemand unterschrieben. Hüttenberg, das unterdessen konsequent im Angriffsspiel den Torwart aus dem Kasten nahm, verkürzte durch Daniel Wernig und Sebastian Roth. Pascal Durak scheiterte mit einen Siebenmeter an Matthias Ritschel, doch zum Ausgleich kam es nicht, weil Kevin Klier gegen Daniel Wernig zur Stelle war. Ein feiner, erfolgreicher Unterhandwurf von Gunnar Dietrich entspannte kurzzeitig die Mienen auf der TSG-Bank. Dominik Mappes Anschlusstreffer erhöhte den Spannungspegel jedoch wieder merklich, der noch weiter anstieg, nachdem Alexander Feld den Ball nicht an Matthias Ritschel vorbei brachte. Ein Ballverlust von Ragnar Johannsson spielte den Eulen in die Karten, die nochmals um den Sieg bangen mussten, nachdem David Schmidt ein technischer Fehler unterlaufen war. Christian Rompf letztlich schloss aus spitzem Winkel ab, konnte aber Kevin Klier nicht überlisten. 25:24 und Durchatmen auf Seiten der Rothemden.

Das ist einfach nur schön - sich nach einem Sieg von den Fans feiern lassen. (Foto: Harry Reis)

„Ich bin zufrieden, dass wir nach den drei Niederlagen zuletzt den Turn geschafft haben“, meinte TSG-Chefcoach Ben Matschke auf der Pressekonferenz. „Wir haben es uns schwer gemacht, aber verdient gewonnen. Ich möchte mich bei David Schmidt und Kevin Klier bedanken“, hob Ben Matschke zwei seiner Spieler heraus. Und richtete seinen Dank auch an die TSG-Fans: „Ihr wart entscheidend.“ Co-Trainer Frank Eckhardt, der mit Frank Müller zusammen das Team auf die Aufgabe Hüttenberg vorbereitet hat, da Ben Matschke in dieser Woche auf einem Trainer-Lehrgang in Kamen ist, lobte: „Der Einsatz hat gestimmt. Man hat gespürt, dass die Mannschaft aus ihrem kleinen Tief herauskommen wollte.“ Das unterstreicht auch die Aussage von Patrick Weber. „Wir hatten heute eine ganz andere Konsequenz im Angriff und eine ganz andere Aggressivität in der Abwehr.“ Und der 5-fache Torschütze schlussfolgerte: „Das war ein ganz großer, wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Das nächste Match bestreiten Pascal Kirchenbauer und seine Kollegen in Bietigheim. Am kommenden Mittwoch, 26. Oktober 2016, geht es dieser Achtelfinalpaarung um den Einzug unter die letzten Acht. Anwurf ist in der Sporthalle am Viadukt um 20 Uhr. Und das nächste Meisterschaftsspiel führt die Eulen nach Emsdetten (29. Oktober 2016, 19 Uhr).

Die Statistik:

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Peribonio; Grimm (2/2), Dietrich (3), Heß, Feld (2), Falk, Durak (5), Djozic, Kirchenbauer, Weber (5), Dippe (2), Slaninka, Schmidt (6); Trainer: Ben Matschke

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan, Sklenak, Lambrecht, Wernig (10/4), Müller, Rompf (3), Zörb, Fernandes (1), Johannsson (2), Roth (1), Mappes (6), Hofmann (1); Trainer: Adalsteinn Eyjólfsson

SR: Michael Kilp (Oberursel) & Christoph Maier (Steinbach) ◊ Zuschauer: 1415 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 8:8, Feld (10.), Kirchenbauer (15.), Slaninka (37.), Schmidt (38.) – Johannsson (18.), Fernandes (19., 36.), Lambrecht (46.) ◊ Siebenmeter: 5/2 – 4/4, Djozic scheitert an Ritschel (19.), Grimm verwirft gegen Schomburg (36.), Ritschel bleibt Sieger gegen Durak (55.) ◊ Team-Time-out: 27:11, 51:01, 59:29 – 20:40, 40:50, 57:31

Spielfilm: 1:3 (4.), 3:6 (9.), 6:8 (16.), 10:8 (21.), 12:10 (25.), 14:12 (HZ) – 16:13 (37.), 17:16 (39.), 20:17 (44.), 23:19 (48.), 24:22 (51.), 25:24 (Ende)