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Vulkan und Kopfarbeiter

Handball: Viel Lob für Feld – Eulen gegen Minden

VON HORST KONZOK

Ludwigshafen. Der Bundesliga-14. trifft den Bundesliga-15.: Die Eulen Ludwigshafen erwarten heute (19 Uhr) GWD Minden in der Friedrich-Ebert-Halle. Beide Mannschaften haben vier Punkte auf dem Konto.

„Die Tabelle interessiert mich erst am letzten Spieltag“, sagt Eulen-Trainer Ben Matschke, der den zuletzt grippekranken Rechtsaußen Pascal Durak wieder an Bord weiß.

„Es ist das dritte Spiel in acht Tagen, dabei noch die Busfahrt nach Flensburg. Ich verlange gerade sehr viel von meinen Spielern: Training, Video, viel Kopfarbeit“, sagt Matschke. „Ich erwarte viel von den Jungs, gerade deshalb würde ich mich freuen, wenn sie es schaffen, noch einmal ein so emotionales Spiel auf die Platte zu bringen“, erklärt Matschke, der großen Respekt vor Minden zeigt: „Das ist eine gute Mannschaft, die als Neuling über die ganze letzte Saison nichts mit dem Abstieg zu tun hatte.“

„Minden hat die Favoritenrolle für sich reklamiert“, hat Matschke die forschen Töne aus Minden vernommen. GWD hat gegen MT Melsungen nur knapp verloren, bei allem Respekt vor den Eulen stufen die Verantwortlichen in Minden ihre Mannschaft leistungsmäßig weitaus höher ein. „Das nimmt uns Druck“, glaubt der Eulen-Coach, der sich letzten Sonntag nach dem 28:24-Sieg gegen den VfL Gummersbach ausdrücklich für die fantastische Unterstützung durch die Zuschauer bedankte, die „eine unheimliche Wucht“ entwickelten.

So sieht das auch Alexander Feld. „Ich bin jemand, der das irgendwie auch braucht, das pusht mich auch noch mehr“, sagt der 24-Jährige, begeistert vom Rückhalt durch die knapp 2000 Zuschauer: „Nur so kann es gehen. Ich finde es richtig geil! Die Leute haben ein Gefühl dafür, wann die Mannschaft Unterstützung braucht. Sie sind da, egal wie es steht, das war auch gegen Göppingen so, als wir nicht so gut gespielt haben ...“

Richtig gut, speziell in den beiden letzten Spielen, sah Ben Matschke Spielmacher Feld. Er habe seine Rolle fast perfekt interpretiert, hellwach und geistesgegenwärtig die Spielzüge passend zur jeweiligen Situation angesagt. „Der Plan muss so brutal verinnerlicht sein: Wen attackieren wir wie? Wo wollen wir welche Lösungen haben? Das erfordert ein ganz hohes Maß an Konzentration. Wie sie sich alle entwickeln, als so junge Mannschaft in der Bundesliga, das macht mich sehr stolz“, sagt Matschke und weiß in Feld quasi seinen verlängerten Arm auf dem Parkett. Das Gehirn der Sieben. Und dazu der emotionale Führer. Ein Vulkan! 2016 kam er nach einem Kurzgastspiel von Zweitligist Bayer Dormagen in die Pfalz. Bis zur Insolvenz des HSV Hamburg hatte er dort Bundesligaluft geschnuppert. „Ich bin super-zufrieden in Ludwigshafen. Es ist genau so eingetreten, wie ich mir das erhofft habe. Wir sind aufgestiegen, ich habe die Rolle, eine junge Mannschaft führen zu dürfen.“

„Die drei Spiele in acht Tagen merkt man schon“, gesteht der Rückraumspieler, der beim Sieg gegen Gummersbach eine großartige erste Halbzeit, ein insgesamt starkes Spiel sah. „Ich glaube, die erste Halbzeit war nahe an der Perfektion. Wir hatten eine Wurfquote von 90 Prozent“, sagt Feld. Zwei von bisher drei Heimspielen haben die Eulen gewonnen. Vier Punkte schmücken das Konto. Heute sollen möglichst zwei weitere Zähler dazukommen. Der Stratege ist gefragt!