TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - 2. Handball-Bundesliga

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Vom Wischer zum Nationalspieler

Handball: TSG Friesenheim dreht ein schon verloren geglaubtes Spiel gegen den TV Emsdetten

Von Stefan Naumer

Ludwigshafen. Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim ist in der heimischen Friedrich-Ebert-Halle nicht kleinzukriegen. Mit enormer Willenskraft drehte die Mannschaft von Ben Matschke ein fast schon verloren geglaubtes Spiel in den Schlussminuten. 29:25 (14:16) hieß es gegen den TV Emsdetten in der Zweiten Handball-Bundesliga.

So ein Sieg der Moral kann für die nächsten Spiele Kräfte freisetzen. Einer der Väter des Erfolges war Abwehrchef Gunnar Dietrich. Sein Ausgleichstreffer zum 24:24 (54.) gab den entscheidenden Schub auf und neben dem Parkett. Zuvor lagen die „Eulen“ das ganze Spiel über zurück. Die Fehlerquote war zeitweise hoch und die Abstimmung im Angriff stimmte nicht. „Mit der sensationellen Unterstützung der Fans haben wir in den Schlussminuten noch einmal Kräfte frei gesetzt. Wir wollten unbedingt den Sieg und das Wochenende retten“, sagte ein glücklicher Dietrich. Sechs Tore steuerte der Routinier zum 16. Saisonerfolg bei und ging mit kämpferischem Elan voran.

Durch das verletzungsbedingte Fehlen von Pascal Durak durfte Eigengewächs Alexander Falk 60 Minuten durchspielen. Immer wenn seine Tore benötigt werden, ist der Rechtsaußen zur Stelle. Das war in den vergangenen Spielen so und gestern Abend traf der Linkshänder viermal. Nur ein Fehlwurf stand in der Bilanz des 20 Jahre alten Junioren-Nationalspielers. Ganz wichtig war sein Tor zum vorentscheidenden 28:24 (58.).

Nun stimmten auch die Fans auf den Rängen ihre Siegesgesänge an. „Wir haben uns lange sehr schwer getan. Besonders gegen Merten Krings und Andre Kropp fanden wir am Anfang keinen Zugriff. Mit der Umstellung auf die 5:1-Deckung durch Patrick Weber haben wir Emsdetten aus dem Rhythmus gebracht. Dann ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft“, analysierte Falk.

Für den gebürtigen Friesenheimer erfüllt sich mit seinen Einsätzen in der Zweiten Bundesliga ein sportlicher Traum. Als Kind selbst Fan der Bundesliga-Mannschaft und sogar als Wischer auf dem Parkett aktiv, geht er jetzt für die TSG auf Torejagd. „In der letzten Saison habe ich noch A-Jugend gespielt. Jetzt schieße ich meine Tore bei den Großen. Es macht riesig Spaß für diese Mannschaft und vor diesen Fans zu spielen. Ich genieße jede Partie“, ist Falk glücklich. Der Linkshänder glaubt, dass bei sich und der Mannschaft noch Luft nach oben ist. „Solange wir solche Spiele, die nicht wirklich gut laufen, aus dem Feuer reißen, ist noch einiges möglich. Ich freue mich auf jedes Spiel bis zum Saisonende. Und dann muss man sehen, wo wir stehen.“

Torwart Mathias Lenz, der nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser ins Spiel fand, ist momentan zufrieden. Der „Notnagel“ entpuppte sich als Glücksgriff. Die letzten drei Spiele trumpfte Lenz auf. Er ist Fan seiner Mannschaft. „So ein Spiel dreht nicht jedes Team. Da muss es innerhalb der Mannschaft stimmen. Wir Spieler haben uns auch durch die Riesenstimmung in der Halle noch einmal gepusht“, sagte Lenz (32).