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Vier Paraden sind zu wenig

HANDBALL: Die Eulen haben beim TV Hüttenberg den Sieg vor Augen, verlieren aber unglücklich mit 27:28

VON MAREK NEPOMUCKY

Giessen. Das erste Duell der Aufsteiger in der Handball-Bundesliga haben die Eulen Ludwigshafen verloren. 27:28 (15:15) unterlagen die Pfälzer gestern beim TV Hüttenberg. Der Siegtreffer fiel vier Sekunden vor Spielende. Am Donnerstag folgt das zweite direkte Aufsteiger-Aufeinandertreffen. Dann kommt Nettelstedt-Lübbecke (19 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle).

Ben Matschke hatte den Matchplan für das Spiel gegen Hüttenberg früh ausgetüftelt. Schon vor dem Spiel gegen Minden stand die Taktik fest. Matschke wusste, was auf die Eulen zukommen würde. Beide Mannschaften kennen sich aus der Zweiten Liga.

Gebracht hat der Matchplan gestern aber nur bedingt etwas. Die Eulen verloren. Es war eine bittere Niederlage. Bitter, weil der Genickschlag vier Sekunden vor Spielende kam. Christian Rompf hatte das großzügige Geschenk der Eulen angenommen und für den ersten Saisonsieg der Hüttenberger gesorgt. Es war sein einziges Tor im Spiel...

Dabei hatten die Eulen wenige Sekunden zuvor die große Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen. Doch einen leichtfertigen Ballverlust von David Schmidt fischte TVH-Akteur Moritz Lambrecht. Schmidt versuchte zu retten, bekam dafür aber eine Zwei-Minuten-Strafe. „Wir haben den Spielzug nicht so ausgespielt, wie abgesprochen“, haderte Schmidt und ergänzte selbstkritisch: „Wir kommen in die Bredouille, Hektik bricht aus und dann ist der Ball weg. Das ist ärgerlich.“

Ein Unentschieden wäre gestern verdient gewesen. Hüttenberg zog vor der Rekordkulisse von 2100 Zuschauern in der Gießener Sporthalle immer wieder davon, führte mit drei, zeitweise mit vier Toren. Doch Ludwigshafen kämpfte sich immer wieder heran. „Da hat die Mannschaft tolle Moral bewiesen“, anerkannte Hüttenbergs Trainer Adalsetinn Eyjolfsson. Pascal Durak glich drei Minuten vor Spielende zum 27:27 aus – sein neunter Treffer. „So viele Tore hatte ich in der Bundesliga noch nie geworfen“, sagte Durak.

Den Grund für die Niederlage hatte Matschke schnell ausgemacht: die Torhüterleistung. „Nur vier Paraden sind zu wenig“, kritisierte Matschke. Kevin Klier hatte einen rabenschwarzen Tag und räumte nach 15 Minuten das Tor für Roko Peribonio. Doch auch der hielt nicht viel besser – und ging nach 40 Minuten aus dem Kasten. So liefen die Eulen immer einem Rückstand hinterher und hatten mit jedem Angriff den Druck, ein Tor erzielen zu müssen. Das gelang in der Regel, doch in den wichtigen Momenten fehlte das besondere Etwas.

„Da hätte mehr kommen müssen, ein Tor von Außen oder eine Parade“, forderte Matschke. Für ihn ging der Sieg der Hüttenberger in Ordnung. „Sie hatten das Quäntchen mehr Glück“, fand Matschke. Jenes Quäntchen, das die Eulen beim Sieg gegen Gummersbach hatten oder gegen Minden. Daher sagte Matschke: „So brutal kann Handball sein.“

So spielten Sie

TV Hüttenberg: Ritschel (ab 25. Schomburg, 52. Ritschel für einen Siebenmeter) - Johannsson (5), Mappes (7/2), Roth (1) - Wernig (6/1), Rompf (1) - Fernandes (1) - Lambrecht (1), Sklenak (2), Hofmann (1), Zörb, Lipovina (2), Hahn (1), Sicko

Eulen Ludwigshafen: Klier (15.- 40. Peribonio) - Schmidt (3), Feld (3), Dietrich - Durak (9/7), Scholz (2) - Dippe (1) - Weber (2), Remmlinger (3), Stüber, Haider (1), Egelhof (2), Falk (1)

Spielfilm: 1:0 (2.), 4:4 (12.), 6:6 (13.), 9:6 (16.), 11:10 (21.), 14:14 (28.), 15:15 (Hz), 19:15 (35.), 21:19 (41.), 25:25 (50.), 27:27 (59.), 28:27 (60.) - Zeitstrafen: 6:7 - Rote Karte: Schmidt (60., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 4/3 - 7/7 - Beste Spieler: Mappes, Wernig, Johannsson - Durak, Remmlinger, Dietrich - Zuschauer: 2100 - Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin).