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Torhüter Kevin Klier beendet Profikarriere

VON HORST KONZOK

Kevin allein zu Haus – so oder so ähnlich muss sich der an der Schulter lädierte Kevin Klier am Donnerstag gefühlt haben, als er am TV den 29:28-Sieg der Eulen in Lübbecke erlebte. Zwei Punkte, die der Hoffnung auf den Klassenerhalt Nahrung geben.

Eine Schulterverletzung hat Klier ausgebremst, die Befürchtung dass die Saison für den 33-Jährigen beendet ist, relativiert der Schlussmann. Nach einem Gespräch mit einem Schulterexperten ist Klier zuversichtlich, doch noch einmal in die Bresche zu springen, zu helfen, wenn es die Situation der Mannschaft erfordert. Definitiv ist, dass Klier, die Nummer 1, nach elf Jahren das Tor der Eulen räumen wird. „Der Auflösungsvertrag zum 30. Juni ist unterschrieben“, bestätigt Klier. Er will – tieferklassig – aber noch spielen, Oberliga, vielleicht auch Dritte Liga. „Es macht mir ja noch Spaß. Der Zeitaufwand in der Bundesliga oder Zweiten Liga, das Training, die Reisen, ist mir zu hoch, zu aufwendig. Das schaffe ich auch aus beruflichen Gründen nicht mehr“, erklärt der Steuerberater, der den Eulen aber als Mitarbeiter der Geschäftsstelle erhalten bleibt.

„Elf Jahre, die Relegation, drei Aufstiege – das ist eine besondere Beziehung geworden, das ist mein Verein“, sagt Klier, der seinem Nachfolger Stefan Hanemann (22) ein gutes Zeugnis ausstellt: „Stefan wurde ins kalte Wasser geworfen. Das Kiel-Spiel hat ihm geholfen, da hatte er nicht so den Druck. Er macht das sehr gut.“

Nach dem „sehr wichtigen Sieg“ in Lübbecke ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt der Eulen wieder real. Daheim gegen Hüttenberg und Erlangen gewinnen, vielleicht auch gegen Melsungen, „die Wundertüte“ – und die Eulen wären am Ziel. „Der Klassenerhalt in der Bundesliga mit den Eulen wäre mein größter sportlicher Erfolg – den würde ich höher einstufen als die drei Aufstiege“, betont Klier. Es wäre ein perfekter Abschied, wenn am 3. Juni beim Saisonfinale gegen Erlangen in der Eberthalle der Klassenerhalt gefeiert werden könnte. Und Klier noch einmal seine grandiosen Reflexe einbringen könnte, seinem Ruf als Siebenmetertöter gerecht werden dürfte. „Ein Traum ...“, sinniert der Torhüter, der ein Jahrzehnt der Eulen-Geschichte prägte.

„Kevin hat Außergewöhnliches für den Verein geleistet. Ein besonderer Spieler. Uns ist wichtig, ihn im Verein zu behalten“, sagt Geschäftsführer Marcus Endlich.