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So nah dran

Handball: Keine Mannschaft hat in der aktuellen Bundesliga-Saison so viele Tore erzielt wie der SC Magdeburg. Doch gestern wankte der ostdeutsche Traditionsverein beim Aufsteiger Eulen Ludwigshafen. 23:26 (10:14) verlieren die Eulen. Für Frederic Stüber ist es ein schwacher Trost, dass er mit fünf Toren bester Werfer ist.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Frederic Stüber wurde philosophisch. „Mein Ziel war möglichst wenig Fehler zu machen, aber man misst sich doch an den Entscheidungen, die man nicht trifft in einem Spiel anstelle an Entscheidungen, die man trifft“, sagte der 22 Jahre alte Kreisläufer des Handball-Bundesligisten Eulen Ludwigshafen gestern nach der Niederlage gegen den SC Magdeburg.

Die selbstkritische Einschätzung Stübers war nachvollziehbar, aber nicht unbedingt zutreffend. Der Student der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Ludwigshafen war mit fünf Toren bester Werfer der Eulen – erstmals in dieser Saison. Die gute Ausbeute kommt nicht von ungefähr. Schon in Erlangen traf Stüber viermal. 24 Tore sind es bislang in dieser Saison. Stüber findet seit Wochen immer besser ins Spiel. Er zeigt Präsenz. Er setzt seine 110 Kilogramm Muskelmasse gut ein. Das fordert Trainer Ben Matschke von ihm. „Er bringt Masse mit, an ihm werden sich einige die Zähne ausbeißen“, sagte Matschke vor Saisonbeginn über seinen Wunschspieler.

Stüber kam vom Zweitliga-Absteiger TV Neuhausen. Früh war der Wechsel zu den Eulen klar. Doch für Stüber lief es zunächst nicht so rund. „Es gibt Momente, wo man sich aufregt, aber deswegen steckt man doch nicht auf“, sagte der aus Hildesheim stammende Stüber. Schrittweise arbeitete er sich voran. Matschke belohnte die gute Entwicklung mit mehr Spielanteilen, Stüber wiederum mit guten Leistungen und seit zwei Spielen auch mit vielen Toren.

Trotzdem hatte er gestern was zu nörgeln. „Es geht immer einen Tick besser bei mir, aber auch beim Team. Das wollen wir in jedem Spiel zeigen, denn wir haben das Potenzial. Doch was nützt mir meine persönliche Weiterentwicklung, wenn wir am Ende absteigen?“, sinnierte Stüber.

Durch die Niederlage gestern vor 2350 Zuschauern in der zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle rutschten die Eulen auf den letzten Tabellenplatz. „Wir müssen in so einer Phase nun viel kommunizieren und dann werden wir es auch gemeinsam schaffen, drin zu bleiben. Wir haben uns in der Hinrunde immer wieder gesteigert und waren in vielen Spielen so nah dran“, betonte Stüber. In Magdeburg, in Stuttgart und in Hüttenberg verloren die Eulen, hatten aber gute bis sehr gute Siegchancen. Gestern gegen Magdeburg vergaben die Eulen durchaus einen Punkt.

Roko Peribonio weiß auch, warum die Eulen ohne Zähler aus diesen Spielen gingen: „Da fehlt uns in einigen Situationen die Erfahrung und die Coolness.“ Gestern gegen Magdeburg brachen zwei Schwächephasen den Pfälzern das Genick, kommentierte der Torwart. „Wir können aber dennoch stolz auf die Leistung sein“, sagte der 26 Jahre alte Peribonio.