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„Sechs Augen sehen mehr als vier“

Sport-Plauderei: Mit Niklas Behnke, Philipp Kapp und Simon Kraml, die bei den Eulen statistische Daten für den Live-Ticker einspeisen

LUDWIGSHAFEN. In der Kolumne Sport-Plauderei stellen wir Menschen vor, die sich hinter den Kulissen engagieren. Heute: Niklas Behnke (26), Philipp Kapp (19) und Simon Kraml (36), die als Scouter und Shouter ehrenamtlich beim Handball-Bundesligisten Die Eulen Ludwigshafen alle Daten – Würfe, Tore, Vorlagen, Paraden, Gelbe, Rote und Blaue Karten sowie technische Fehler – für den Live-Ticker der Liga einspeisen.

Behnke, in der Logistikbranche tätig, und Kapp, der in Landau auf Lehramt studiert, leben in Ludwigshafen. Kraml wohnt in Deidesheim, er ist Förderschullehrer in Ludwigshafen.

Was ist ein Shouter, was ein Scouter? Seit wann machen Sie das?
Kraml: Es sind immer zwei im Einsatz. Der Scouter bedient den Computer, gibt alle anfallenden Daten ein. Der Shouter beobachtet das Feld, gibt alle Infos weiter. Wir sind zu dritt, damit wir immer einen Ersatz haben. Wir arbeiten auch gut mit den Löwen zusammen und helfen uns bei Bedarf auch mal gegenseitig aus. Ich war, als die Eulen erstmals in der Bundesliga spielten, mit meiner damaligen Freundin öfter bei den Spielen. Dann habe ich in Facebook eine Anzeige gelesen, habe mich beworben und bin jetzt im fünften Jahr dabei.
Behnke: Es war lustig. Werner Fischer, damals Geschäftsführer, suchte 2014 mit einer Anzeige Volunteers. Da ging es mehr um das Halbzeit-Gewinnspiel mit dem Felix-Bowling-Center. So kam ich dazu, habe dann auch im VIP-Raum geholfen. Es wurde immer mehr...
Kapp: Ich bin seit zwei Jahren dabei. Das kam, als Niklas auf Weltreise ging. Da wurde ich gefragt, ob ich beim Live-Ticker mitmachen will. Ich hab’ mir das ein paarmal angesehen und bin seitdem dabei.

Handball ist ja unheimlich schnell geworden. Ihr müsst ja unglaublich akribisch arbeiten. Was macht die Faszination für Euch aus?
Kraml: Man gibt erst einmal das Tor ein. Das ist das Allerwichtigste. Den Passgeber kann man dann auch noch nachtragen. Das Eingeben ist sehr anstrengend, deshalb wechseln wir in der Halbzeit meist auch die Aufgaben. Es macht Spaß, es ist ein anders Herangehen an den Sport. Man bekommt eher den Coach-Blick, wenn man das jede Woche bei den Heimspielen macht, jetzt, dank Sky, auch alle Auswärtsspiele sieht. Man muss, wenn man am Computer sitzt, sehr professionell bleiben und einen klaren Kopf behalten.
Behnke: Ich war ja schon mit fünf bei den Eulen, da hat mich mein Vater mitgenommen. Ich bin mit viel Emotion dabei, meist auch auswärts. Ich finde es generell super, dass man sich im Verein einbringen kann. Man ist nah dran, bekommt Kontakt zu den Spielern, redet miteinander. Es ist mir wichtig, ehrenamtlich tätig zu sein. Wir drei sind ein super Team, verstehen uns auch privat sehr gut.
Kapp: Es macht Spaß, nah dran zu sein. Man betrachtet Handball dadurch aber auch aus einem anderen Blickwinkel, man verfolgt die Spiele viel intensiver. Es ist reizvoll, die ganzen Daten zu verarbeiten.

Am Donnerstag, 19 Uhr, spielen die Eulen daheim gegen Hannover-Burgdorf. Wer ist dann im Einsatz?
Kraml: Philipp und ich.
Behnke: Ich bin auch da, helfe. Es ist bei dem Tempo immer gut, wenn einer mehr da ist. Es hat noch nie geschadet, wenn einer mehr da ist. Sechs Augen sehen mehr als vier.

Ihr seid ja auch Fans, fiebert mit. Wie geht das am Donnerstag gegen Hannover aus? Bleiben die Eulen diesmal in der Bundesliga?
Kapp: Ja, klar bin ich Fan. Ich habe ja in Friesenheim mit Handball angefangen, nach einem Kreuzbandriss vor eineinhalb Jahren aber nicht mehr gespielt. Gegen Hannover wird’s schwer, aber wenn sie eine Leistung wie zuletzt in Kiel bringen, dann gewinnen sie. Den Klassenerhalt packen sie auf jeden Fall.
Behnke: Schwierig! Ich bin überzeugter Pessimist. Man muss realistisch sein. Das einzige Spiel, in dem ich uns favorisiert sehe, ist das Heimspiel gegen Hüttenberg. In allen anderen Spielen rechne ich mit Niederlagen und freue mich dann umso mehr, wenn wir gewinnen. Und das ist bis jetzt ja auch gut gelaufen.
Kraml: Hannover ist ein gestandener Bundesligist, aber man hat immer einen Funken Hoffnung. Wir müssen auch mal gegen einen Großen gewinnen, um den Ligaerhalt zu schaffen. Ich bin ein großer Fan der Eulen, das ist so richtig entflammt, als Alexander Becker 2010 in letzter Sekunde im Spiel gegen Großwallstadt das Siegtor mit einem Freiwurf geschossen hat. Ich habe schon immer das Familiäre gemocht.

|Interview: Horst Konzok