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Schuften im Quadrat

Handball: Ben Matschke, Trainer des Bundesliga-Aufsteigers Eulen Ludwigshafen, nutzt moderne Trainingsmethoden, um seine Mannschaft in der Eliteliga zu etablieren.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Der Renner der modernen Trainingslehre ist fünfmal fünf oder siebenmal sieben Meter groß. Der FC Bayern München, Real Madrid, Schalke 04 oder Bayer Leverkusen haben den Speedcourt in ihren Trainingszentren eingebaut. Dieses Quadrat misst alle wichtigen Parameter eines Leistungssportlers: Sprungkraft, Schnelligkeit, Auffassungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Reaktionsschnelligkeit – einfach alles. Für jeden modernen Trainer sind die Daten im Grunde unverzichtbar, denn sie offenbaren ihm, wo seine Spieler Defizite haben – und woran sie kontinuierlich während der Saison daran arbeiten müssen.

Ben Matschke ist so ein moderner Trainer. Der 35 Jahre alte Coach des Handball-Bundesliga-Aufsteigers Eulen Ludwigshafen hat so einen Speedcourt für mehrere Wochen in der Trainingshalle installieren lassen. Seine Spieler nutzen das Trainingsgerät laut Matschke mit Begeisterung. Ludwigshafen ist damit Vorreiter. Die Pfälzer sind der erste Handball-Klub in Deutschland, der sich einen mobilen Speedcourt gemietet hat. Zwar nutzen auch Flensburg-Handewitt und Göppingen den Speedcourt, doch liegt dieser entweder in der Universität (Flensburg) oder am Olympia-Stützpunkt Stuttgart (Göppingen).

Erfolge aber kann so ein Speedcourt nicht ermöglichen. Und so waren die sportlichen Resultate der Eulen in den bisherigen Testspielen eher durchwachsen. Nur gegen Mitaufsteiger TV Hüttenberg siegten die Eulen, gegen Gummersbach, Göppingen und Lemgo verlor Ludwigshafen, gegen Coburg gab es ein Unentschieden.

Die Ergebnisse bringen Matschke aber nicht aus der Fassung. „Wir sind derzeit im Keller“, sagt er. Seit 15. Juli trainiert die Mannschaft zweimal täglich: morgens Athletik und Kraft, nachmittags mit dem Ball – und dazu noch den Speedcourt. Nun ist sie platt. Deshalb gab Matschke seinen Spielern eineinhalb Tage frei nach fünf Testspielen in sechs Tagen und den zusätzlichen Morgeneinheiten.

Das Ziel ist nämlich klar formuliert. Der Aufsteiger will drinbleiben in der Liga. Dafür wurde vieles getan: neue Geschäftsführung, neuer Mannschaftsbus mit spezieller Eulen-Lackierung und nobler Innenausstattung, ein neuer Ausrüster und ein neuer Name: statt TSG Friesenheim nun Eulen Ludwigshafen. Mit diesem neuen Image wollen sich die Eulen in der Bundesliga etablieren. Das wird kein leichtes Unterfangen für einen Klub mit einem der geringsten Budgets der Liga. „Für die Klubs ist klar, dass die drei Aufsteiger den Abstieg unter sich ausmachen werden“, sagt Matschke. Da es ab der kommenden Runde nur noch zwei Absteiger gibt, sind die Chancen nicht ganz utopisch für die Eulen.

Dafür muss aber alles passen. Momentan läuft es nach den Vorstellungen von Matschke. „Alle sind gesund und ziehen gut mit. Trotz der Niederlagen ist die Stimmung gut, weil die Jungs gesehen haben, wo ihre Grenzen liegen. Sie lernen derzeit viel. Wir können alles realistisch einordnen und wissen nun, nach welchen Lösungen wir zu suchen haben“, lautet Matschkes Zwischenbilanz.