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„Schü Schü“

Handball: Bundesligist Eulen Ludwigshafen beim Boxtraining im Kampfsportstudio Fuchs – Einheit soll künftig wöchentlich stattfinden

Von Marek Nepomucký

Ludwigshafen. Die Handballer des Bundesligisten Eulen Ludwigshafen wurden gestern hart rangenommen. Im Kampfsportstudio Fuchs in der Gartenstadt wurden die Spieler von Studio-Inhaber Frank Fuchs getrimmt. Das Boxtraining gestern soll nicht die Ausnahme gewesen sein.

„Schü Schü“, tönt es zaghaft aus den Kehlen der Handballer der Eulen Ludwigshafen. Frank Fuchs, Inhaber des Kampfsport-Studios Fuchs in Ludwigshafen, ermutigt die elf Spieler des Bundesligisten lauter und entschlossener zu brüllen. Noch zieren sich die Eulen-Akteure, doch mit jeder neuen Übung wird es besser.

Gestern Mittag haben die Eulen Ludwigshafen ein Boxtraining absolviert. Es war das zweite Mal. Künftig soll es wöchentlich eine Einheit im Kampfsportstudio Fuchs geben, sagt der Inhaber. Eulen-Trainer Ben Matschke will mit diesen Einheiten für Abwechslung sorgen. Matschke ist ein Trainer, der großen Wert darauf legt, nicht nur Handball zu trainieren und eintönige Einheiten anzubieten.

Es geht also um Spaß. Den haben die Spieler. Sie wärmen sich gemeinsam auf, laufen ein paar Runden, springen Seil, bevor es in den lichtdurchfluteten Räumen zu boxspezifischen Übungen geht. Zwischendurch gibt es kleine Trinkpausen. Als sich ein Eulen-Spieler in der kurzen Verschnaufpause auf eine Bank setzen will, ermahnt ihn Fuchs in einem scharfen Ton: „In der Pause stehen bleiben. Sitzen ist es etwas für Kinder zwischen drei und sechs Jahren.“

Das Training ist intensiv. Doch Fuchs nimmt Rücksicht auf die Spieler. Das ist auch eine Vorgabe von Matschke. Fuchs soll die Akteure nicht in den Keller trainieren. Er verkürzt deshalb die Dauer der einzelnen Übungen. 20 bis 30 Sekunden dauern diese. Doch Fuchs ist spontan. Als er merkt, dass die Jungs Spaß haben, werden aus vier kurzerhand fünf Wiederholungen. Gemerkt hat es von den Eulen-Spielern niemand…

„Lasst die Luft raus. Schü, Schü will ich hören“, ruft Fuchs. Mittlerweile haben die Spieler die Scheu abgelegt. Nun brüllen alle im Chor „Schü, Schü“, als sie auf die Pratze einprügeln oder paarweise Schläge trainieren. Wie im Film „Full Metal Jacket“ hört sich das an. In dem Streifen werden Rekruten in einem Camp auf den Soldaten-Job vorbereitet.

Die Boxeinheit hat auch einen sportspezifischen Hintergrund. „Handballer arbeiten viel mit Körperspannung und Rotation. Viele Bewegungen kommen aus der Hüfte. Das ist auch im Boxen der Fall. Die Übungen hier kommen den Spielern zugute“, betont der 51 Jahre alte Fuchs. Matschke sagt: „Das Training bringt uns einen Mehrwert und die Jungs bekommen nach dem Wochenende den Kopf frei. Ich verstehe meinen Job anders, als nur sechs gegen sechs spielen zu lassen.“

Matschke versucht mit allen Kniffen, nicht abzusteigen. Er und das Team kämpfen. Da passt der Spruch an der Wand im Studio von Frank Fuchs: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“ steht da geschrieben.