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Schnell, effektiv und fair

Die Neuen Eulen (1): Linksaußen Jonathan Scholz wechselt von Bietigheim nach Friesenheim

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Der verpasste Aufstieg in die Handball-Bundesliga hat Jonathan Scholz schon gewurmt. Es war schließlich sein großes Ziel gewesen, im Oberhaus zu spielen. Lange Zeit sah es gut aus für die SG BBM Bietigheim, doch auf der Zielgeraden ging dem Team die Luft aus. Bietigheim schaffte es nicht, dafür die Eulen Ludwigshafen. Für die tritt der 25 Jahre alte Linksaußen in der kommenden Saison an.

Jonathan Scholz hatte mit der Bundesliga gedanklich schon abgeschlossen. Der verpasste Aufstieg mit Bietigheim hatte den Linksaußen der SG BBM mitgenommen. Zwei Wochen vor Beginn der Vorbereitung mit Bietigheim sollte er sein Ziel doch noch erreichen. Die Eulen Ludwigshafen hatten eine offizielle Anfrage an SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger gestellt. Der informierte Scholz umgehend. Dann ging alles ganz schnell – und unkompliziert. Der Großzügigkeit und dem enormen Entgegenkommen der Bietigheimer ist es zu verdanken, dass der Maschinenbau-Student – erstes Semester im Master-Studiengang in Heilbronn – zu den Eulen gehen durfte.

Dabei war Scholz ein Leistungsträger in Bietigheim. Viertbester Torschütze der SG BBM war der 25 Jahre alte Linksaußen. „Johnny“, wie er genannt wird, ist ein sehr fairer Akteur. Drei Zwei-Minuten-Strafen bekam er vorige Saison – Rekordwert. Scholz ist ein abschlussstarker Spieler, ehrgeizig, bodenständig und schnell. „Das ist ein ganz anständiger Mensch, der offen durch die Welt geht“, beschreibt ihn sein ehemaliger Trainer Hartmut Mayerhoffer. Der Übungsleiter ist ein Mentor von Scholz. Mayerhoffer war einst Trainer beim Drittligisten TSV Friedberg. Dort spielte auch ein junger Mann namens Jonathan Scholz. Der Trainer zog das Talent in die Drittliga-Mannschaft hoch, obwohl Scholz noch ein Jahr in der Jugend hätte spielen können.

Mayerhoffer wechselte dann aber nach Bietigheim. Eine Saison später folgte Scholz. „Er hat sich zu einem ganz wichtigen Spieler bei uns entwickelt“, sagt der Bietigheimer Trainer. Er hatte eigentlich fest mit dem Linksaußen geplant. „Wir wollen aber niemandem, der eine andere Zielsetzung hat, den Weg verbauen. Wir haben Johnny schweren Herzens ziehen lassen“, gibt Mayerhoffer zu.

Das ist nicht verwunderlich. Scholz ist ein effektiver, schneller und treffsicherer Spieler. 108 Tore hat er vorige Runde in 37 Spielen erzielt. Er hat eine Wurfquote von 70 Prozent. Das sind imposante Fakten, die auch Ben Matschke mitbekommen hatte. „Ich habe Johnny erstmals in Friedberg als Trainer mit Hochdorf gesehen. In Bietigheim hat er sich stark entwickelt. Ich bin froh, dass sich beide Vereine so rasch geeinigt haben“, sagt der Eulen-Trainer. Er war auf der Suche nach einem Nachfolger für Philipp Grimm. Der Kapitän der TSG hatte nach zehn Jahren aufgehört. Matschke wollte Scholz. „Es ist schön, dass er neue Impulse sucht“, betont der Coach.

Das sieht auch Scholz so. „Es wäre mein siebtes Jahr mit Hartmut Mayerhoffer gewesen. Vielleicht war es an der Zeit, neue Ziele anzustreben“, sagt Scholz. In Friesenheim hat er mit seiner Freundin und dem fast fünf Monate alten Labrador Murphy eine Wohnung bezogen. Der Hund hält Scholz auf Trab. „Alleine zu sein, hat er nicht so ganz drauf“, sagt der Handballer. Murphy, das Studium und seine Freundin zeigten, dass Scholz seinen Blick nicht ausschließlich auf Handball richtet. „Ich habe eine Lehre als Technischer Zeichner absolviert und werde mein Maschinenbau-Studium in einem, vielleicht eineinhalb Jahren beendet haben. Das ist ein gutes zweites Standbein“, sagt er.

Es zeigt, welch vernünftige, weitsichtige Planungen Scholz verfolgt. So will er bei den Eulen seinen Weg machen. Jedenfalls ist Scholz nicht gekommen, um auf der Bank zu sitzen. „Ich werde Vollgas geben. Die Fußstapfen von Philipp Grimm sind zwar groß, aber ich will meine eigenen hinterlassen.“