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Schmidt wieder fit

Handball: Sechs Spiele musste David Schmidt verletzt zuschauen. Gestern beim 21:21 (10:11) gegen Minden bestritt der Co-Kapitän sein erstes Saisonspiel für die Eulen Ludwigshafen. Das hat die Mannschaft beflügelt. Denn Schmidt ist eine wichtige Persönlichkeit im Team.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. David Schmidt war gestern ein gefragter Mann. Der 23 Jahre alte Rückraumspieler des Bundesligisten Eulen Ludwigshafen wurde von Sky für das Live-Interview nach dem 21:21 gegen Minden bestimmt. Locker scherzte Schmidt mit dem Sky-Moderator.

Die gute Laune war begründet. David Schmidt spielte gestern gegen Minden erstmals in dieser Saison. Es war ein grandioses Debüt. Im Abschlusstraining vor dem Saisonauftakt gegen Göppingen zog sich Schmidt einen Muskelfaserriss in den Adduktoren zu. „Das war eine Hiobsbotschaft für uns“, sagte Eulen-Trainer Ben Matschke: „David ist mit der wichtigste Spieler. Umso mehr Wert war es, dass er wieder da ist.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit kam Schmidt. Er sollte Druck im rechten Rückraum ausüben und seine Qualitäten im direkten Zweikampf ausspielen. „Ich war aber schon nach fünf Minuten total kaputt“, gab der Rückraumspieler gestern zu. Doch Schmidt ist ein Kämpfer, ein Spieler, der sich für die Mannschaft opfert, der bis an die Grenze geht – auch darüber hinaus. Die Qualen, die Schmidt während des umkämpften Spiels durchmachte, wurden schließlich belohnt. 39:16, 54:06 und 57:38 Minuten zeigte die Hallenuhr an, als Schmidt seine ersten Tore in dieser Saison für die Eulen erzielte. Gerade der letzte Treffer zum 20:19 war immens wichtig. „Wir waren alle von Davids Anwesenheit beflügelt“, sagte Jan Remmlinger, der gestern eine überragende Leistung bot.

Eigentlich wollte Schmidt schon am Sonntag gegen den VfL Gummersbach spielen. Doch er hatte kein gutes Gefühl. „Ich hatte den Freitag davor erstmals wieder trainiert. Wir hatten aber alles richtig gemacht. Die Mannschaft hat ohne mich überragend gespielt und gewonnen“, sagte Schmidt schmunzelnd. Die Mannschaft bedeutet dem BWL-Masters-Studenten an der Uni Mannheim viel. „Ich liebe dieses Team“, sagte er gestern. Das wurde schon die Wochen zuvor offensichtlich. Denn Schmidt war bei jeder Partie dabei, saß auf der Bank und peitschte die Mannschaft nach vorne. „Das war das Maximum, das ich beitragen konnte“, betonte er. Die Spieler wissen dies zu schätzen. Denn Schmidt ist nicht nur stellvertretender Kapitän, er ist eine Persönlichkeit im Team.

Diesen Status hat sich der frühere Jugend-Nationalspieler mit seiner natürlichen Art, mit seinem Witz, aber auch seinem vorbildlichen Verhalten erarbeitet. So trainierte er unter anderem kurzzeitig die Oberliga-Damen der TSG, als dort der Trainer aufgehört hatte. 2015 kam Schmidt von den Rhein-Neckar-Löwen. Zwar hatte er mit den Löwen 2013 den EHF-Pokal gewonnen und 2014 erstmals in der Champions-League gespielt, doch zu viel mehr sollte es zum damaligen Zeitpunkt nicht reichen. Im zweiten Anlauf kam er dann zu den Eulen. Schon ein Jahr zuvor wollte Matschke Schmidt unbedingt haben. Doch der lehnte damals ab.

Nun passt alles. „Ich fühle mich pudelwohl hier. Ich bin so froh, dass ich einfach wieder spielen konnte“, sagte Schmidt erleichtert.