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Pevnov auf Zeitreise

Handball: Die TSV Hannover-Burgdorf gewinnt klar mit 27:21 (13:10) bei den Eulen Ludwigshafen. Evgeni Pevnov erzielt zwei Tore für die Recken. Seit dieser Saison spielt der Kreisläufer für die Niedersachsen. Jenes Team, das die TSG Friesenheim einst leiden ließ.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Der Charme ist geblieben. Freundlich, gut gelaunt, immer für die Fans da – so präsentierte sich Evgeni Pevnov gestern bei den Eulen Ludwigshafen. Das war auch schon damals so, als Pevnov bei der TSG Friesenheim spielte. Von 2008 bis 2011 war das. Damals war Pevnov 19 Jahre alt. Er sammelte beim TV Hochdorf zunächst Spielpraxis. Mit der TSG stieg der in Usbekistan geborene, in Deutschland aufgewachsene, Pevnov 2010 in die Bundesliga auf.

Spätestens da war alles wieder vergessen. Alles war der leidvolle 6. Juni 2009. Friesenheim hatte das Hinspiel um den Aufstieg in die Bundesliga mit sieben Toren Unterschied gegen die TSV Burgdorf gewonnen. Doch im Rückspiel scheiterte die TSG tragisch. Zwei Sekunden fehlten. Mit dabei war damals Evgeni Pevnov.

Doch seitdem ist viel passiert. Der 1,98 Meter lange und 114 Kilogramm schwere Modellathlet spielte für die Füchse Berlin, Frisch Auf Göppingen, den VfL Gummersbach und seit dieser Saison nun für die TSV Hannover-Burgdorf. Ein Verein, der seit dem Aufstieg 2009 in die Bundesliga sich rasant entwickelt hat, international spielte und diese Saison bislang zu den Spitzenmannschaften der Liga gehört. „Das ist alles unheimlich professionell hier“, sagt Pevnov. Trainer Antonio Carlos Ortega und sein Assistent Iker Romero haben eine klare Vision, die sie konsequent durchziehen. Das wurde gestern offenkundig. Hannover gehört zu den körperlich stärksten Teams in der Liga. Die Eulen hatten große Probleme gegen die langen Recken.

In der TSV-Abwehr gesetzt ist Evgeni Pevnov. Mit Ilija Brozovic bildet er einen kompromisslosen Innenblock. „Wir passen extrem gut zusammen“, sagt Pevnov. Zwei Tore steuerte er zum ungefährdeten Erfolg der Gäste bei. Es war ein Pflichtsieg für die Niedersachsen. Denn nach den Erfolgen gegen die Top-Teams der Liga sind die Ansprüche gewachsen. „Wir müssen jetzt weiter gegen die Zwerge der Liga gewinnen. Das ist aber nicht so einfach. Wenn wir jetzt nicht aufpassen, bringen wir uns um die gute Arbeit einer bislang starken Vorrunde“, sagt Pevnov. Sprach es und lässt sich mit Fans fotografieren.

Pevnov weiß sich zu verkaufen. Er strahlt gute Laune aus, ist ein Mensch, den nichts so schnell erschüttern kann und ein Typ, der seine Mitmenschen für sich begeistert. Er flachst mit den Betreuern der Eulen nach dem Spiel und genießt den Moment an seiner alten Wirkungsstätte. „Die Eulen machen einen guten Job. Trainer Ben Matschke stellt die Jungs super ein“, lobt Pevnov. Mit Matschke und Co-Trainer Frank Müller spielte er damals noch in einer Mannschaft. Es ist aber viel passiert seitdem.