Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Die Rheinpfalz

Nestwärme tut neuer Eule gut

HANDBALL: Azat Valiullin debütiert heute im Heimspiel gegen die Füchse – Coach lobt Torhüter Hanemann

VON HORST KONZOK

Ludwigshafen. Das Projekt Klassenerhalt der Eulen Ludwigshafen hat einen neuen Hoffnungsträger: Heute (20.30 Uhr, Friedrich-Eberthalle) im Heimspiel gegen den Bundesliga-Dritten Füchse Berlin debütiert der vom TBV Lemgo gekommene russische Nationalspieler Azat Valiullin (27) im Dress der Eulen.

„Nach zwei Trainingseinheiten war für alle sichtbar, welche Qualität Azat hat. Er macht die Mannschaft besser. Seine Rolle ist klar: Er ist kein Mitläufer, er kann uns mit seiner Qualität helfen, das Projekt ,Drin bleiben’ zu einem erfolgreichen Ende zu bringen“, urteilt Trainer Ben Matschke.

Personell ist es eng, da Frederic Stüber und Jan Remmlinger verletzt für den Rest der Runde ausfallen, Patrick Weber noch längst nicht wieder fit ist. „Wir haben Oliver Hess abgegeben, Robin Egelhof ist ausgeschieden – das ist ein Minus von fünf Feldspielern. Dazu gekommen ist nur Valiullin“, stellt Matschke fest und hat einen Wunsch: „Angesichts der personellen Situation wäre es gut, noch eine Option zu bekommen.“ Die soll bis zum 15 Februar noch kommen.

Eine zusätzliche Option gewonnen haben die Eulen mit dem vom Zweitligisten HSG Konstanz gekommenen Junioren-Nationaltorhüter Stefan Hanemann (22). „Stefan bringt alle Voraussetzungen mit, um ein sehr guter Bundesligatorhüter zu werden“, sagt der Eulen-Coach, der „eine gute Dynamik“ in der Trainingsarbeit des Torhüter-Trios ausmacht.

Kevin Klier (33), seit fast elf Jahren bei den Eulen, kämpft mit viel Ehrgeiz um den Status der Nummer 1. Er weiß wie sein Kollege (und Rivale) Roko Peribonio (26), dass die Torhüter leistungsmäßig zulegen müssen, um das Klassenziel zu erreichen. „Es geht nur um den Klassenerhalt“, sagt Neuzugang Valiullin. Die Integration fällt dem 2,07 Meter langen Rückraumspieler dank guter Deutschkenntnisse leicht. Gelernt hat er das, als er 2015 zum ThSV Eisenach kam. Seinen damaligen Trainer trifft der Russe heute wieder: Velimir Petkovic ist seit 2016 Coach der Berliner Füchse.

„Für mich ist das hier bei den Eulen eine neue Aufgabe. Es ist eine klare Aufgabe, alles für den Klassenerhalt zu tun. Ich will der Mannschaft helfen, das Ziel zu erreichen“, betont der Mann, der die Nummer 55 trägt. Das Niveau der Eulen ermutigt den Neuzugang: „Es ist die jüngste Mannschaft der Liga, da fehlt ein bisschen Erfahrung, die mit den Jahren kommt. Aber die individuelle Klasse ist da – es ist eine gute Mannschaft.“

Das Klima im neuen Verein, die Atmosphäre in der Mannschaft, haben ihm das Eingewöhnen leicht gemacht: „Mir gefällt es super! Die Mannschaft ist sehr freundlich. Die Jungs haben mich sehr nett empfangen. Die Mannschaft, der Coach und der Geschäftsführer – das ist alles sehr harmonisch.“

Azat Valiullin, der mit seiner Frau derzeit noch im Hotel lebt, ist im Handball ein Spätzünder. „Ich habe erst mit 19 mit Handball als Leistungssport angefangen. Vorher habe ich alles Mögliche im Sport gemacht – vor allem Fußball und Basketball, auch Boxen.“

Von Friesenheim hat ihm Lew Woronin viel erzählt, der acht Jahre für die Eulen spielte. „Lew kenne ich aus der Nationalmannschaft, wo er zweiter Trainer war“, berichtet Valiullin. Sein Vertrag gilt bis zum Saisonende. Bleiben die Eulen drin, ist eine Vertragsverlängerung möglich.