TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - DKB Handball-Bundesliga

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Nervenspiel ohne Sieger

Handball: Die TSG Lu-Friesenheim kämpft sich beim TV Hüttenberg zu einem 26:26. Das Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga findet aber nicht vor ausverkaufter Halle statt.

Von Marek Nepomucky

Hüttenberg. Die taktische Marschroute gehört eigentlich zu den Geheimnissen eines Trainers vor einem Spiel. Hüttenbergs Coach Adalsteinn Eyjolfsson hatte jedoch nichts zu verbergen vor dem Spitzenspiel der Zeiten Bundesliga zwischen dem TV Hüttenberg und der TSG Ludwigshafen-Friesenheim. „Das ist eine gestandene Mannschaft mit sehr vielen erfahrenen Akteuren. Wir müssen auf alle Fälle die Dynamik von Alexander Feld und David Schmidt unterbinden“, sagte Eyjolfsson vor der Partie.

Bis drei Minuten vor Spielende ging seine taktische Vorgabe auf. Hüttenberg führte. Alexander Feld hatte kein Tor erzielt. Doch dann traf Feld. Und wie. Die Schiedsrichter hatten Zeitspiel angezeigt und Freiwurf für Friesenheim gepfiffen. Feld stand mit dem Rücken zum Tor. Er täuschte einen Pass an, drehte sich blitzschnell und traf zum 25:25. Es war Felds erster Treffer in diesem Spiel – und erstmals hatte Friesenheim ausgeglichen. Die Begegnung drohte zu kippen. Daniel Wernig brachte mit seinem siebten Tor den Tabellenzweiten abermals in Führung. Doch Feld glich erneut aus.

Nun brachen nervenaufreibende 60 Sekunden an. Hüttenberg vergeigte den Angriff 47 Sekunden vor Abpfiff. Jetzt hatte Friesenheim alles in der Hand. Doch der allerletzte Spielzug brachte nicht den erhofften Sieg. So endete eine sehr intensiv geführte Top-Partie vor 1099 Zuschauern mit 26:26 (13:10).

Ein Friesenheimer Sieg wäre auch nicht verdient gewesen. Das anerkannte schließlich auch TSG-Trainer Ben Matschke. „Im Nachhinein wäre es brutal gewesen, wenn wir ein paar Sekunden einmal führen und dann gewinnen. Deshalb bin ich nicht ganz unzufrieden mit dem Punkt“, kommentierte Matschke.

Dass die TSG nicht gewonnen hatte, lag an mehreren Punkten. Die zwei wichtigsten waren die Top-Leistungen von Torwart Matthias Ritschel und Spielmacher Dominik Mappes. Der 32 Jahre alte Ritschel wuchs über sich hinaus und erwischte einen Glanztag. Immer wieder hielt er wichtige Bälle. Noch besser jedoch war Dominik Mappes. Er war nicht nur mit acht Toren bester Werfer des TV Hüttenberg. Er war Dreh- und Angelpunkt. Schon mehrmals hatte Kai Wandschneider, Trainer des Bundesligisten HSG Wetzlar, versucht, den 21 Jahre alten Mappes abzuwerben. Vergebens. Mappes kommt aus Hüttenberg, ist heimatverbunden und identifiziert sich mit dem Verein vollends.

Hüttenberg bleibt mit dem Remis Zweiter und hat gute Chancen aufzusteigen. Doch das würde einige Probleme mit sich bringen. Denn Hüttenberg hat gegenwärtig noch keine bundesligareife Halle. Die jetzige Heimspielstätte ist mit 1450 Zuschauerplätzen zu klein. Und die HSG Wetzlar hat abgelehnt, dem TVH Gastrecht zu geben, wie auch Gießen.

TV Hüttenberg: Ritschel - Johannsson (2), Mappes (8/2), Stefan (3) - Wernig (7/2), Rompf - Fernandes (3) - Lambrecht, Zörb (1), Roth (1), Hofmann (1)

TSG Friesenheim: Lenz (2) - Schmidt (8), Feld (2), Dietrich (4) - Durak (2/2), Grimm (2/1) - Dippe - Remmlinger (1), Heß, Djozic, Haider, Weber (2), Falk (3)

Spielfilm: 3:0 (8.), 4:3 (11.), 8:6 (16.), 10:7 (17.), 12:9 (25.), 13:10 (Hz.), 15:12 (36.), 17:13 (41.), 19:17 (45.), 24:21 (52.), 25:25 (57.), 26:26 (Ende) - Zeitstrafen: 6:6 - Siebenmeter: 5/3 - 6/3 - Beste Spieler: Mappes, Ritschel - Schmidt, Lenz - Zuschauer: 1099 - Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Wuppertal).mne