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Lenz im zehnten Frühling

Handball: Mathias Lenz stellt einen Saisonrekord bei Zweitligist TSG Friesenheim auf. Er parierte gestern 16 Bälle beim 29:23 (13:9)-Sieg gegen Eisenach. Der Torwart-Nothelfer krönt seine Top-Leistung mit einem Tor zum 28:20.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Der Mann des Abends blieb bescheiden. Mathias Lenz war gestern der überragende Akteur beim Spiel zwischen der TSG Ludwigshafen-Friesenheim und dem ThSV Eisenach. Der 32 Jahre alte Torwart wehrte 16 Bälle ab. So viele Paraden hat diese Saison noch kein Friesenheimer Torwart in der Friedrich-Ebert-Halle in der Statistik vorzuweisen. „Das war eine richtig gute Torwart-Leistung“, anerkannte Eisenachs Trainer Christoph Jauernik. TSG-Coach Ben Matschke meinte: „Er ist ein geiler Typ. Er erlebt gerade seinen zehnten Frühling bei uns.“

Die Lobeshymnen bekam Lenz nicht mit. Da saß er in der Kabine – und genoss den Moment des Triumphs ganz für sich. Zuvor sagte er im RHEINPFALZ-Gespräch: „Ich komme langsam wieder da hin, wo ich gerne wieder sein möchte.“ Das ist aber gar nicht so einfach. Seine letzten Pflichtspiele absolvierte der 1,91 Meter lange Torwart im Winter 2015 in der Bundesliga für den SC DHfK Leipzig. Seitdem ist er ohne Spielpraxis. Bei der SG Leutershausen und der Drittliga-Reserve der Rhein-Neckar-Löwen hielt sich Lenz zwischenzeitlich fit. Denn ganz ohne Handball scheint es (noch) nicht zu gehen.

Schließlich hat Lenz eine durchaus beeindruckende sportliche Vita vorzuweisen. Mit der SG Wallau/Massenheim spielte der Sport- und und Geografielehrer am Mannheimer Ludwig-Frank-Gymnasium in der Bundesliga sowie mit der HG Oftersheim/Schwetzingen, der SG BBM Bietigheim, der HSG Düsseldorf und dem DHC Rheinland in der Zweiten Liga. Lenz ist ein erfahrener Torwart. Daran hatte sich Matschke erinnert, als sich Roko Peribonio im Januar verletzt hatte. Er rief bei Lenz an und lotste ihn zur TSG. „Ursprünglich wurde ich geholt, um Kevin nach der Verletzung von Roko den Rücken frei zu halten. Jetzt bilde ich das Gespann mit Malte Roepcke. So verrückt kann es manchmal sein“, sagte Lenz.

Die Leistung von Lenz gestern gegen Eisenach hatte sich angedeutet. Nach Kurzeinsätzen gegen Rimpar und Neuhausen stand der frühere Jugend- und Junioren-Nationalspieler gegen Hamm/Westfalen erstmals von Beginn an zwischen den Pfosten und rettete der TSG beim 24:24 einen Punkt. Beim 31:31 in Bietigheim vor zwei Wochen kam Lenz in der zweiten Halbzeit und hielt stark. Dabei hatte er zuvor kaum trainiert. Lenz war mit der Schule in einer Skifreizeit. In den zwei Wochen zwischen den Spielen in Bietigheim und gegen Eisenach trainierte Lenz wieder regelmäßig. „Es macht Spaß, mit diesem Team zu trainieren. Es braucht eben seine Zeit, um reinzukommen. Die Technik ist ja noch da, aber man muss sie wieder rauskramen.“