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Lektion gegen Leutershausen

Handball: Noch nie kamen in dieser Saison so viele Zuschauer zu einem Heimspiel der TSG Friesenheim in der Zweiten Bundesliga. Doch die 2250 Zuschauer in der Friedrich-Ebert-Halle wirken eher hemmend statt beflügelnd für die Gastgeber. Und so verlieren die „Eulen“ wieder einmal gegen die SG Leutershausen. 24:27 endet das Derby. Schon das Hinspiel gewannen die Nordbadener.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Es war eigentlich ein Heimspiel für Philipp Bauer. Eigentlich. Der Spielmacher der SG Leutershausen kommt aus Rheingönheim. „Ich bin gerade einmal 15 Minuten zur Eberthalle gefahren. Nach Leutershausen brauche ich immer 40 Minuten“, erzählte Bauer gestern gelöst nach dem 27:24 (11:13)-Erfolg der SGL bei der TSG Friesenheim in der Zweiten Handball-Bundesliga. Doch spätestens als Bauer in die Gästekabine der Eberthalle ging und mit der Mannschaft vor der Partie das obligatorische SGL-Lied „Heisemer Jungs“ zur Einstimmung schmetterte, war es auch gedanklich für den 20 Jahre alten Junioren-Nationalspieler ein Auswärtsspiel.

Bauer trug viele Jahre das Trikot der TSG Friesenheim. Er gehörte auch einige Zeit dem Bundesliga-Kader an, war damals aber zu jung. „Ich habe daher den Weg über die Dritte Liga gesucht“, sagte er. Den fand Bauer bei der SG Leutershausen. Dort erhielt Bauer viele Spielanteile und entwickelte sich, trotz verletzungsbedingter Rückschläge, zu einem Führungsspieler. Das Duell der Spielmacher gegen den Friesenheimer Alexander Feld endete gestern zumindest Unentschieden. Feld erzielte sechs Tore, Bauer fünf. Doch vielleicht waren die Tore des Rheingönheimers spielentscheidend. Bauer traf zum 22:21 (51.) – die erstmalige Führung der Gäste im Spiel und später nochmals zum 27:23. „Wir hatten doch nichts mehr zu verlieren. Jeder rechnet damit, dass wir absteigen. Wenn wir das tun, dann ist es eben so. Das heute war ein Pluspunkte-Spiel. Wir müssen am Samstag gegen Emsdetten und eine Woche später in Konstanz gewinnen. Das Duell in Konstanz wird entscheidend werden“, vermutet Bauer, dessen Vertrag sich in Leutershausen nur im Falle des Ligaverbleibs verlängert.

Philipp Bauer kennt die Friesenheimer Kai Dippe und Pascal Durak. Mit beiden hat er die Saison 2014/15 in Leutershausen gespielt. Dippe und Durak kamen dann 2015 zur TSG. Bei den Pfälzern hat das Duo einen weiteren Entwicklungsschritt getan. Doch gestern gab es einen Rückschritt. „Wir haben uns zu Scharmützeln hinreißen lassen“, sagte Durak. Das habe die Mannschaft aus dem Tritt gebracht. Genau das hat Trainer Ben Matschke seinen Spielern vorausgesagt. „Seit drei Tagen rede ich auf meine Spieler ein, dass sie sich nicht auf die Dialoge im Spiel einlassen sollen. Und was passiert?“, ärgerte sich Matschke. Wie im Hinspiel bequatschten die Leutershausener die Friesenheimer Akteure, schürten Emotionen und drückten dann der TSG ihr Spiel auf – mit Erfolg. Leutershausen gewann beide Derbys. „Wir haben uns zweimal von Leutershausen einlullen lassen. Die Kulisse war grandios, doch wir haben emotional zu wenig gezeigt“, haderte Friesenheims Kreisläufer Kai Dippe.

Pascal Durak sagte: „Ob es ein Dämpfer im Aufstiegsrennen ist, ist schwer zu sagen. Es war jedenfalls ein Schlag ins Gesicht. Wir müssen jetzt wieder hoffen. Doch Hoffnung ist im Sport schlecht.“