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Keine Hilfe von oben

Handball: Die Eulen machen ein starkes Spiel, verlieren aber 20:23 in Leipzig

VON HORST KONZOK

Leipzig. 58 Minuten lebte der Traum von der Sensation, dann kippte das Spiel. Im Schlussspurt gewann der SC DHfK Leipzig am 23. Spieltag der Handball-Bundesliga 23:20 (9:10) gegen die Eulen Ludwigshafen.

Der eigentliche Knackpunkt war die 41. Minute, als Jonathan Scholz nach einem Foul an Philipp Weber die Rote Karte sah. Eine überharte Entscheidung der Berliner Unparteiischen, eine Zeitstrafe wäre in dieser Situation ausreichend gewesen. „Absolut bitter, ich habe das erstmals gespielt, die Leipziger kamen mit unserem Abwehrsystem überhaupt nicht zurecht“, haderte Scholz, der im 5:1-Abwehrverbund vorgezogen agierte und weder Weber noch Maximilian Janke zum Zug kommen ließ.

„Johnny hat das überragend gemacht, die Rote Karte war der Knackpunkt“, befand Eulen-Coach Ben Matschke. Geschäftsführer Marcus Endlich war bedient: „Die Rote Karte hat uns das Genick gebrochen. Aber ich habe den Jungs gesagt, die kriegen uns nicht klein.“

Die Eulen spielten bis zur 58. Minute ihr wohl bestes Auswärtsspiel der Saison. In den ersten 16 Minuten hatten sie keinen Fehlwurf, Roko Peribonio hielt hervorragend. Klasse, das Stefan Hanemann, der in der 38. Minute kurzzeitig ins Tor rückte, einen Siebenmeter Kunkels parierte. Sensationell die Pausenführung der Ludwigshafener, die nach dem Ausfall Kai Dippes mit nur einem Kreisläufer auskommen mussten.

Leipzig steigerte sich nach dem Seitenwechsel, was vor allem an der Rückkehr des lange verletzten Andreas Rojewski lag, der mit fünf Toren zur Wende beitrug. Eine große Aktie am Heimsieg hatte auch Torhüter Jens Vortmann, der Putera nach 14 Minuten ablöste. Aber die Eulen führten, hatten in Pascal Durak einen sicheren Siebenmeterschützen. Stark im Abschluss auch David Schmidt (5 Tore) und Alexander Feld (5). Bemerkenswert auch die Leistung Azat Valiullins, der viermal traf, sich aber in der 57. Minute ein Stürmerfoul leistete. Im Gegenzug gelang Peter Strosack das 21:20. Der Anfang vom Ende, weil den Eulen in Überzahl ein Ballverlust unterlief, sie das 20:22 kassierten und Denni Djozic nur die Latte traf.

„Unzufrieden bin ich, wie wir mit unserer letzten Überzahl umgegangen sind. Das war nicht clever. Sonst hätten wir hier einen Punkt mitnehmen können“, rekapitulierte Ben Matschke, der zu höflich war, um die neuerliche klare Benachteiligung seiner Mannschaft durch die Berliner Schiedsrichter anzusprechen. „Klar haben wir ein gutes Spiel gemacht, aber bei 20:20, da hatten wir die Chance, das Tor hätten wir einfach machen müssen“, haderte der gute Torhüter Peribonio: „Die Abwehr war gut, 23 Gegentore sind okay, aber wir müssen einfach mehr Tore schießen.“

Als Torschütze und Ideengeber wusste Alexander Feld zu überzeugen. „Nach 54 Minuten hatte ich schon den Gedanken, wenn es einen Handballgott gibt, dann belohnt er uns heute“, sagte der 24-Jährige, der den Platzverweis des starken Scholz als spielentscheidend bewertete. Am Ende erntete Feld auch Lob und Trost von seinem früheren Trainer Michael Biegler. Unter dem jetzigen Leipziger Coach hatte der junge Feld beim HSV Hamburg seine ersten Bundesliga-Sporen verdient.

So spielten Sie

SC DHfK Leipzig: Putera (14. Vortmann 2, Putera für einen Siebenmeter) - Rivesjö, Janke (1), Weber (2/1) - Strosack (3), Kunkel (4/3) - Milosevic (4) - Roscheck, Meschke, Rojewski (5), Pieczkowski, Binder (1), Krzikalla (1)

Die Eulen Ludwigshafen: Peribonio (Handermann für zwei Siebenmeter) - Schmidt (5), Feld (5), Dietrich - Durak (3/3), Scholz (1) - Haider - Hruscak (2), Valiullin (4), Djozic, Falk, Bührer

Spielfilm: 0:1, 2:3, 5:8 (17. Minute), 8:8, 9:8 (28.), 9:10 (Halbzeit), 10:12, 13:15, 14:17, 15:18, 19:20 (52.), 23:20 (Ende) - Siebenmeter: 5/4 - 3/3 - Zeitstrafen: 3/5 - Rote Karte: Scholz (41.) - Beste Spieler: Vortmann, Milosevic, Rojewski - Scholz, Peribonio, Feld - Zuschauer: 3721 - Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin).