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Hoffen auf das Wunder

Handball: Die Eulen Ludwigshafen zeigen nach dem deutlichen Pausenrückstand gegen die SG Flensburg-Handewitt Moral. Am Ende heißt es 24:30 – die zweite Halbzeit endet 15:15. Azat Valiullin überzeugt mit sieben Treffern. Sorge bereitet eine Fußverletzung von Spielmacher Alexander Feld.

Von Stefan Naumer

LUDWIGSHAFEN. Einen Heimsieg gegen den Bundesliga-Tabellendritten SG Flensburg-Handewitt hatten die Eulen Ludwigshafen sicher nicht ernsthaft erwartet. Nach 60 Minuten aber konnte die Mannschaft von Ben Matschke das Parkett der Friedrich-Ebert-Halle trotz der 24:30 (9:15)-Niederlage erhobenen Hauptes verlassen. In der zweiten Halbzeit trotzte das Schlusslicht dem haushohen Favoriten ein 15:15 ab.

Selbstbewusst voran ging gestern Azat Valiullin. Der Winterneuzugang aus Lemgo imponierte mit sieben Toren aus dem Rückraum. Richtig Freude kam beim 27-jährigen Halblinken nach seinem bisher besten Spiel für die Eulen jedoch nicht auf. „Was wir brauchen sind Punkte für den Klassenerhalt. Da haben meine Tore nicht wirklich geholfen. Wir hätten insgesamt noch mehr machen müssen im Angriff. Leider stand ein paar Mal auch der Pfosten im Weg“, haderte Valiullin. Der erst mit 19 Jahren zum Handball gekommene 2,07 Meter große Rückraumspieler will unbedingt weiter in der stärksten Liga der Welt spielen. „Es ist immer noch nichts verloren. Im nächsten Heimspiel werden wir einen neuen Anlauf nehmen. Da ist der Gegner nicht ganz so stark“, erklärte der russische Nationalspieler mit Blick auf das Spiel am Donnerstag (19 Uhr) gegen die HSG Wetzlar.

Auch Torhüter Roko Peribonio, der einen Siebenmeter gegen Kentin Mahé beim Stand von 3:6 (15.) parierte, lobte den neuen Torjäger: „Azat und David Schmidt haben uns mit ihren Treffern immer wieder zurückgebracht. Daran haben sich die anderen Spieler hochgezogen. Die Flensburger mit ihren vielen Nationalspielern konnten deshalb nach unserer schwachen ersten Halbzeit auch nicht weiter davon ziehen.“

Immer noch großen Respekt, wenn es gegen die Top-Teams der Liga geht, bekundet Rechtsaußen Alexander Falk. „ Wenn man sieht, welche Klasse bei Flensburg im Kader steht, haben wir uns doch recht gut verkauft. Die Zuschauer werden uns diese Niederlage verzeihen. Auch wenn wir verlieren, geben wir uns nie kampflos auf“, sagte das 20-jährige Eigengewächs.

In den nächsten Spielen wollen und müssen die Eulen aber endlich punkten, wenn am Ende doch noch der Klassenerhalt gefeiert werden soll. Noch stehen nur sieben Punkte auf der Habenseite. Der Abstand zum TuS N-Lübbecke auf dem Nicht-Abstiegsplatz 16 beträgt vier Zähler.

Das Spiel gegen die HSG Wetzlar am Donnerstag hat für Torwart Stefan Hanemann eine besondere Bedeutung: „Das ist mein Heimatverein. Da bin ich noch paar Prozent zusätzlich motiviert. Das wird eine ganz enge Sache. Ich hoffe, endlich mit einem glücklicheren Ende für uns!“

Fraglich, ob Spielmacher Alexander Feld mit von der Partie sein kann. Der Mittelmann knickte um, ist am Fuß verletzt und wurde kurz nach der Halbzeit durch Pascal Bührer ersetzt. Die teilweise doch sehr einseitigen Schiedsrichterentscheidungen ärgerten Feld. Den ersten Siebenmeter bekam die Matschke-Sieben erst in der 45. Minute zugesprochen. „Das ist nicht immer nachzuvollziehen, was da manchmal gepfiffen wird. Aber wir dürfen auch nicht wieder so viele technische Fehler machen. Die Moral unserer Truppe aber war wieder gut“, sagte Feld. Seine sportliche Zukunft ist offen. Eulen-Geschäftsführer Marcus Endlich will Ende März sprechen.

„Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben. Auch in schwierigen Phasen haben sich die Eulen zurückgekämpft. Mit dieser Einstellung können vielleicht doch noch die Zähler für den Klassenerhalt eingefahren werden“, sagte Friedhelm Jakob, der Präsident des Pfälzer Handballverbandes. Er hofft noch immer auf „das Wunder von Ludwigshafen“.