Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Die Rheinpfalz

Gut und doch nicht stark genug

Handball: Abwehrstarke Eulen unterliegen MT Melsungen 19:25 – Klier im Aufwind – Feld treffsicher

VON THORSTEN EISENHOFER

Kassel. Die Eulen Ludwigshafen haben gestern Abend in der Handball-Bundesliga gegen die MT Melsungen in der Kasseler Rothenbachhalle mit 19:25 (8:10) verloren. Der Aufsteiger, die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga (acht Niederlagen in acht Begegnungen), verlor damit zum fünften Mal in Folge.

Als Denni Djozic in der fünften Spielminute beim Stand von 0:2 aus Sicht der Gäste zum Siebenmeterstrich schritt und den Ball so unplatziert aufs Tor brachte, dass Melsungens Torwart Nebojsa Simic diesen sogar fangen konnte, da schien es nicht abwegig, dass sich Melsungen in einen Rausch spielt und die Eulen Ludwigshafen nach dem 21:35 zuletzt gegen den SC DHfK Leipzig die nächste Klatsche kassieren. Doch es kam anders. Die Eulen glichen schnell zum 2:2 aus und gingen beim 3:2 (9.) und 4:3 (11.) anschließend sogar zweimal in Führung. „Mir war in den ersten Minuten nicht bange, weil wir von Anfang an eine ganz andere Einstellung als gegen Leipzig gezeigt haben“, sagte Torwart Kevin Klier.

Die Gäste überzeugten vor allem durch großen Kampf in der Defensive. Zudem wehrte Klier im ersten Durchgang sieben Bälle ab, entschärfte unter anderem einen Siebenmeter und wehrte einen Tempogegenstoß ab. Eine gute Leistung des Schlussmanns, der zuletzt, wie auch Roko Peribonio, nicht unbedingt überzeugt hatte. So ließen die Ludwigshafener im ersten Durchgang nur zehn Treffer zu, aufopferungsvoll verteidigten sie, auch in Unterzahl. „Mit dem Auftreten in der Defensive können wir echt zufrieden sein“, sagte David Schmidt.

Im Angriff machten die Eulen das, was man als Aufsteiger bei einem Spitzenteam wie Melsungen wohl machen muss. Das Spiel langsam machen, das Tempo geschickt verschleppen. Die Eulen bewegten sich bei beinahe jedem Angriff am Rande des Zeitspiels, fast immer ging der Arm der Schiedsrichter nach oben. Während sie sich hierbei geschickt anstellten, war das beim Torabschluss weniger der Fall. Die Trefferquote ist ausbaufähig. „Durch den Ausfall von Patrick Weber und mit einigen angeschlagenen Spielern fehlt uns derzeit die Qualität aus dem Rückraum“, sagte Trainer Ben Matschke. Es reichte aber, um Melsungen im ersten Durchgang nie weiter als zwei Treffer wegziehen zu lassen.

Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn die Schiedsrichter nach einem Schlag auf die Nase von Robin Egelhof Sekunden vor der Pause auf Siebenmeter entschieden hätten? Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn ein von Klier berührter Siebenmeterwurf von Tobias Reichmann kurz nach der Halbzeit nicht über die Linie getrudelt wäre? Und wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn Gunnar Dietrich kurz danach nicht aus guter Wurfposition gescheitert wäre? Die Melsunger jedenfalls nutzten die ersten zehn Minuten nach der Pause, um sich auf fünf Treffer (15:10) abzusetzen – es war die entscheidende Phase des Spiels.

„Da hat uns auch das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Matschke, dessen Team zwar noch einmal auf 14:16 (45.) verkürzte. Dann aber setzte sich die größere Qualität von MT durch.

So spielten Sie

MT Melsungen: Simic - Jaanimaa, Mikkelsen (2), Kühn (2) - Reichmann (6/3), Allendorf (3/2) - Danner – Michael Müller (3), Lemke, Golla (4), Philipp Müller (3), Schneider (2), Boomhouwer

Die Eulen Ludwigshafen: Klier - Schmidt (1), Feld (8/3), Dietrich (2) - Falk (2), Scholz (1) - Dippe – Stüber (3), Djozic, Egelhof (2), Remmlinger, Haider, Bührer

Spielfilm: 2:0 (5.), 2:3 (9.), 5:5 (15.), 7:6 (22.), 10:8 (Halbzeit), 15:10 (39.), 16:14 (45.), 20:15 (52.), 25:19 (Ende) - Siebenmeter: 6/5 - 4/3 - Zeitstrafen: 1/4 - Beste Spieler: Simic, Golla, Lemke - Klier, Feld - Zuschauer: 3968 - Schiedsrichter: Hurst/Krag (Oberursel/Frankfurt).