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Großes Kino in „Hölle Nord“

HANDBALL: Pascal Bührer macht bei Eulen Fortschritte

VON MAREK NEPOMUCKY

Ludwigshafen. Vier wichtige, aber keineswegs vorentscheidende Spiele stehen den Eulen Ludwigshafen in den kommenden drei Wochen in der Handball-Bundesliga bevor. Den Auftakt macht der Traditionsverein VfL Gummersbach (morgen, 12.30 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle).

80 Prozent der Deutschen kennen den VfL Gummersbach. Der Traditionsklub aus dem Oberbergischen Land gehört zu den namhaften Handball-Vereinen in Deutschland. Doch die Glanzzeiten sind vorbei. Vergangene Saison wäre der zwölfmalige Deutsche Meister beinahe abgestiegen. Dabei hatte Ex-Trainer Kurtagic vor der Saison noch auf ein Plakat als Ziel geschrieben: einstelliger Tabellenplatz und Final Four.

„In Gummersbach denken sie noch groß“, sagt Eulen-Trainer Ben Matschke, der morgen als Studiogast in der SWR-Sendung „Flutlicht“ ist. Doch der VfL muss kleinere Brötchen backen – trotz eines Gesamtetats von 4,5 Millionen Euro. Die gegenwärtige Durststrecke soll aber nur eine Momentaufnahme sein. Denn vor der Runde gab es den totalen Umbruch beim VfL. Der neue Geschäftsführer Peter Schönberger geht sozusagen im Supermarkt auf Sponsorensuche für den VfL. Dort preist der Klub Merchandising-Produkte an, „um in der Breite bekannter zu werden und für Sponsoren interessant“, sagt Schönberger.

Gemessen am Etat ist Ludwigshafen im Vergleich zum VfL Gummersbach ein „Schnäppchen“. 1,2 Millionen Euro beträgt das Budget des Aufsteigers. Dennoch stehen beide Mannschaften aktuell mit 2:10 Punkten im Tabellenkeller. „Wir müssen am Sonntag gewinnen“, sagt Pascal Bührer. Der Mittelmann kam vor der Runde vom Drittligisten Köndringen-Teningen. „Der Junge macht das toll“, sagt Matschke. Am Mittwoch in der „Hölle Nord“ in Flensburg bot Bührer eine klasse Leistung und erzielte sein erstes Bundesliga-Tor. „Das werde ich nie vergessen“, sagt der morgen 22 Jahre alt werdende Bührer.

Bührer ist eine Verpflichtung für die Zukunft. In der Dritten Liga erzielte er vorige Runde 311 Tore. „Das, was ich will, kann er lösen. Er braucht Impulse und das Training. Pascal wird noch ganz wichtig für uns werden“, prophezeit Matschke.

Bührer jedenfalls ist glücklich, in Ludwigshafen zu sein. „Das war der richtige Schritt“, betont er. Mit Denni Djozic und Jan Remmlinger wohnt er in einer Wohngemeinschaft in Friesenheim. „Die beiden helfen mir sehr. Besser kann es für mich nicht laufen“, sagt Bührer. Im Oktober beginnt er in Heidelberg Sport und Geschichte auf Lehramt zu studieren. Auch Remmlinger wird Sport in Heidelberg studieren, sagt Bührer.

Für Pascal Bührer ist es ein neuer Lebensabschnitt. Er ist erstmals alleine weg von zu Hause. „Nicht mehr Hotel Mama“, sagt er. „Seit ich in Ludwigshafen bin, habe ich mich charakterlich und von der Persönlichkeit weiter entwickelt“, hat er festgestellt.

Charakter beweisen müssten die Eulen gegen Gummersbach, betont Bührer – auch danach in den Spielen gegen Minden (Donnerstag), in Hüttenberg (12. Oktober) und gegen Nettelstedt-Lübbecke (19. Oktober).