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Eulen im Sinkflug

Handball: Ludwigshafener verlieren 25:29 in Lemgo – Aufsteiger beendet das Jahr 2017 als Tabellenletzter

Von Marcus Zemihn

Lemgo. Es bleibt dabei: Das so erfolgreiche Jahr 2017 mit dem Aufstieg in die Handball-Bundesliga endet für die Eulen Ludwigshafen nüchtern. Zum Jahreswechsel liegt der Aufsteiger auf dem letzten Tabellenplatz. Gestern verpassten die Eulen Ludwigshafen die Chance, diesen zu verlassen. 25:29 (11:13) verlor Ludwigshafen vor 4580 Zuschauern beim TBV Lemgo.

Für nicht wenige Handball-Experten und Bundesliga-Vereine stehen die Eulen dort, wo sie bei einer Umfrage vor der Runde vermutet wurden: auf dem letzten Platz. 7:31 Zähler hat der Aufsteiger bislang geholt.

Das sieht nicht gut aus, doch auf den 13. Tabellenplatz haben die Eulen nur vier Punkte Rückstand. Deshalb sieht Ben Matschke, Trainer der Eulen, seine Mannschaft noch keinesfalls abgeschlagen. „Aktuell fehlen uns noch ein paar Alternativen auf der Bank. Einige meiner Spieler sind noch immer angeschlagen und stellen sich in den Dienst der Mannschaft. Dafür zolle ich ihnen meinen größten Respekt“, nennt der Trainer Gründe für die Talfahrt. Denn seit zwölf Spielen haben die Eulen nicht mehr gewonnen. Drei Punkte gab es nur aus diesen Partien.

Da tun die aufmunternden Worte von Florian Kehrmann, Coach des TBV Lemgo, gestern nach der Ludwigshafgener Niederlage gut. „Die Eulen spielen gleich zwei Abwehrformationen und diese nahezu fehlerfrei. Sie werden ihre Punkte noch holen“, sagte Kehrmann.

Der 24:20-Hinrundenerfolg der Eulen machte Mut und lockte einen kompletten Bus mit Eulen-Fans ins knapp 400 Kilometer entfernte Lemgo. Die etwa 60 mitgereisten Fans sorgten mächtig für Stimmung. Die deutliche Unterzahl war kaum zu hören. Erst in den Schlussminuten, als der Erfolg der Hausherren sicher war, wurde das heimische Publikum etwas frenetischer und bejubelte den Lemgoer Sieg.

Ganz untätig waren die Lemgoer Fans nicht gewesen. Nach 15 Minuten Spielzeit wurde der Ludwigshafener David Schmidt bei jeder Aktion ausgepfiffen. Vorausgegangen waren zwei Fouls an Schmidt. Das Lemgoer Publikum wollte darin Schauspielerei des Rückraumspielers der Eulen erkannt haben – einzig die Fanbrille ließ diese Ansicht zu. Ärgerlich für den TBV: Nach anfänglicher Unsicherheit wurde Schmidt immer stärker und erzielte fünf Tore. Kehrmann meinte: „Solche Emotionen haben unsere Fans schon lange nicht mehr gezeigt.“

Christian Klimek, nur wenige Meter von der Heimspielstätte der Eulen Ludwigshafen geboren, freute sich nach dem Sieg des TBV. „Ja klar schaue ich, was die Eulen machen. Das ist mein Ex-Verein. Dort bin ich groß geworden. Trotzdem war es ein geiler Sieg heute für uns. Denn wir hatten das Hinspiel unverdient verloren“, sagte Klimek. Vor der Partie gestern musste Klimek einige Hände schütteln. Die Fans der Eulen jubelten ihrem Ex-Spieler zu. Sogar sein ehemaliges TSG-Trikot mit der Nummer 69 trug ein Eulen-Fan.