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Erster Auswärtspunkt

Handball: Die Eulen Ludwigshafen holen endlich einen Zähler in der Fremde. 22:22 trennen sich der Aufsteiger und der HC Erlangen. Damit endet auch eine Niederlagenserie der Eulen.

Von Marek Nepomucky

Nürnberg. Marcus Endlich schaute sich genau um. Der Geschäftsführer der Eulen Ludwigshafen nahm die Arena in Nürnberg, die schmucke Heimspielstätte des Handball-Bundesligisten HC Erlangen, intensiv unter die Lupe. Endlich träumt nämlich von einer neuen Halle in Ludwigshafen. Denn eine größere Halle bringt mehr Einnahmen. Und mit mehr Einnahmen können bessere Spieler finanziert werden.

Erlangen ist diesen Weg vor drei Jahren gegangen. 2014 stieg der HCE mit Friesenheim in die Handball-Bundesliga auf und zog mit dem Aufstieg in die Arena nach Nürnberg um. Der Aufstieg war durchaus erstaunlich. Denn 2010 war die damalige Spielbetriebs-GmbH des HCE pleite. Die Altlasten waren offenbar zu groß gewesen. Der Aufsichtsrat gründete eine neue Gesellschaftsform und rettet den Verein – und damit den Profi-Handball in Erlangen. Seitdem ging es steil bergauf, auch dank eines beeindruckenden Netzwerks. Denn im Wirtschaftsbeirat des HCE sitzen unter anderem Joachim Herrmann, Innenminister von Bayern, oder Heinrich von Pierer, einst Vorstandsvorsitzender von Siemens. Der Etat stieg von 400.000 Euro im Jahr 2010 auf aktuell 4,5 Millionen Euro.

Von solchen Summen träumt Endlich in Ludwigshafen. Er will das derzeitige 1,2-Millionen-Budget in den kommenden zwei Jahren auf drei Millionen erhöhen. Das ist ein ambitioniertes Vorhaben. Für Endlich ist Erlangen daher eine Art Vorbild. Gestern konnte er sich einen genauen Überblick über die großen Unterschiede beider Vereine machen –sowohl wirtschaftlich als auch sportlich. Zumindest wirtschaftlich. Denn sportlich gelang den Eulen Ludwigshafen eine Überraschung. Das 22:22 (12:13) war der erste Punkt auswärts in dieser Saison. Neun Spiele hintereinander hatte Ludwigshafen verloren. Das nagte an der Psyche. Doch der (Teil)-Erfolg gestern war ein Lebenszeichen. Damit beenden die Eulen die Hinrunde der Handball-Bundesliga mit einem Unentschieden.

Es war aber mehr drin gewesen. Denn die Eulen vergaben zahlreiche gute Chancen. Sechsmal liefen die Gäste alleine auf Torwart Katsigiannis zu, jedes Mal hielt der Grieche. Ganz bitter war die Glanzparade des HCE-Schlussmannes aus Eulen-Sicht eine Minute vor Spielende. Ludwigshafen erkämpfte sich den Ball. Patrick Weber lief alleine auf das Erlanger Tor zu. Doch er scheiterte an Katsigiannis. Es wäre der Sieg gewesen. Es wäre ein durchaus verdienter Sieg gewesen. Denn Ludwigshafen bewies große Moral. Die Mannschaft lag zeitweise mit fünf Toren zurück, kam aber immer wieder zurück.

HC Erlangen: Katsigiannis - Steinert (5/4), Haaß (1), Nikolai Link (4) - Lux (1), Bissel (6) - Thümmler (3) - Schröder (2), Jonas Link, Sellin, Büdel

Eulen Ludwigshafen: Klier (ab 10. Peribonio, 45. Klier für einen Siebenmeter) - Schmidt (4), Feld (3/1), Dietrich (1) - Falk (1), Scholz - Dippe (1) - Remmlinger (2), Stüber (4), Weber (6), Haider

Spielfilm: 1:0 (2.), 4:1 (8.), 8:5 (14.), 10:8 (21.), 11:9 (24.), 11:11 (28.), 12:13 (Hz.), 18:14 (42.), 20:15 (47.), 20:17 (49.), 20:20 (56.), 22:21 (58.), 22:22 (Ende) - Siebenmeter: 4/3 - 3/1 - Zeitstrafen: 3:5 - Rote Karte: Dippe (38., Dritte Zeitstrafe) - Beste Spieler: Katsigiannis, Steinert - Dietrich, Weber, Peribonio - Zuschauer: 3413 - Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Irxleben). |mne