TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - 2. Handball-Bundesliga

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Emotionslos zum Zittersieg

Handball: Zweitligist TSG Ludwigshafen-Friesenheim müht sich zu einem 29:28-Erfolg gegen HSG Konstanz

VON MAREK NEPOMUCKY

Ludwigshafen. Noch alle sechs Heimspiele gewinnen – so lautete die Zielsetzung von Trainer und Mannschaft. Handball-Zweitligist TSG Ludwigshafen-Friesenheim hat gestern nun die erste von sechs Pflichtaufgaben erfüllt, gewann vor 1489 Zuschauern in der Friedrich-Ebert-Halle mit 29:28 (17:13) gegen die HSG Konstanz.

Es war ein Sieg mit Ansage. Denn Coach Ben Matschke und die Mannschaft haben in den vergangenen Tagen immer wieder betont, die noch ausstehenden Heimspiele zu gewinnen. Gut, das ist jetzt nichts Außergewöhnliches, denn das Ziel jedes Leistungssportlers sollte es sein, ein Spiel zu gewinnen – egal, ob zu Hause oder auswärts.

Doch so einfach ist das nicht immer. Gerade in der Zweiten Handball-Bundesliga, in der die Leistungsdichte – mit wenigen Ausnahmen – doch so hoch ist. Gestern wurde dies wieder deutlich. Konstanz ist vor dieser Saison aufgestiegen und spielt eine gute Runde. Konstanz ist momentan Tabellenelfter, Friesenheim Fünfter. In Konstanz ging die TSG in der Hinrunde nicht nur mit 33:28 unter, sondern verlor auch noch Pascal Kirchenbauer mit einem Kreuzbandriss. Ein bitterer Tag damals für die „Eulen“.

Deshalb war die Mannschaft gestern gewappnet vor der HSG Konstanz. Die Gäste waren der erwartet unangenehme Gegner. Friesenheim tat sich schwer. Erst in der 22. Minute gelang der TSG erstmals eine Zwei-Tore-Führung. Von da an lief es etwas besser – nicht rund, aber zumindest flüssiger. Der Vorsprung wuchs daher bis auf vier Tore kontinuierlich an. 17:13 führte Friesenheim dann zur Halbzeit. Bis zur 57. Minute lag die TSG mit 28:24 vorne. Dann aber wurde es noch einmal eng – unnötig eng. Konstanz verkürzte auf 28:29. Friesenheims Alexander Falk scheiterte 21 Sekunden vor Spielende an Gästetorwart Patrick Glatt. Doch die Konstanzer schluderten beim letzten Angriff und vergaben schließlich die Chance zum 29:29.

„Durchatmen“, sagte Trainer Ben Matschke. „Mir hat die Emotionalität gefehlt und die notwendige Frische in den freien Situationen.“ Vielleicht hatte Matschke damit auch Philipp Grimm gemeint. Der Kapitän spielte zu Beginn und die letzten fünf Minuten wieder. „Das war mit Philipp so abgesprochen. Er hatte am Samstag in Nettelstedt viele Anteile. Philipp ist ein ganz wichtiger Spieler und Ansprechpartner für mich“, betonte Matschke.

Grimm hört nach dieser Saison auf. Der Diplom-Mechatroniker ist zusammen mit Torwart Kevin Klier der dienstälteste Spieler bei der TSG. 2007 kam der Linksaußen nach Friesenheim. Doch der 32 Jahre alte Grimm bekommt immer mehr Verantwortung in seinem Beruf. Das geht an die Substanz. Job und Zweitliga-Handball sind da nicht mehr so einfach unter einen Hut zu bringen. „Der Trainer will Denni Djozic heranführen, damit er kommende Runde meine Position ausfüllen kann. Das ist so abgesprochen“, sagte Grimm gestern: „Zum Glück haben wir gewonnen.“

So spielten Sie

TSG Friesenheim: Lenz (36. Röpcke für einen Siebenmeter) - Schmidt (4), Remmlinger, Dietrich (4) - Falk (3), Grimm (5/4) - Dippe (1) - Feld, Weber (8), Haider, Slaninka, Djozic (4/1)

HSG Konstanz: Hanemann (25. Glatt für einen Siebenmeter, ab 36.) - Kaletsch (4), Stocker, Gässler (1) - Thomann (8/3), Schlaich (5) - Berchtenbreiter (3) – Oehler, Krüger, Jud (4), Riedel (1), Flockerzie (2)

Spielfilm: 1:0 (3.), 7:8 (17.), 12:9 (24.), 17:13 (Hz.), 20:17 (35.), 25:22 (50.), 28:25 (57.), 29:28 (Ende) - Zeitstrafen: 6/4 - Rote Karte: Riedel (55., Foulspiel) - Siebenmeter: 6/4 - 4/3 – Beste Spieler: Weber, Lenz, Dietrich – Hanemann, Thomann, Jud – Zuschauer: 1489 - Schiedsrichter: Hannes/Hannes (Mittelrhein).