Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Die Rheinpfalz

Eine Lektion in zwei Akten

HANDBALL: Die Eulen unterliegen TSV Hannover-Burgdorf 21:27 – Fatal schlechte Chancenauswertung

VON HORST KONZOK & STEFAN NAUMER

LUDWIGSHAFEN. Der Bundesliga-Aufsteiger zahlte Lehrgeld: 21:27 (10:13) unterlagen die Eulen Ludwigshafen gestern Abend gegen den TSV Hannover-Burgdorf.

Der musikalische Empfang der favorisierten Gäste kam aus dem Hause Xavier Naidoo: „Dieser Weg wird kein leichter sein …“ Er war aber weniger beschwerlich als erwartet. Die Hannoveraner zeigten, warum sie in der Spitzengruppe stehen. „Wir sind mit Respekt gekommen. Aber mit unserer Erfahrung und individuellen Klasse haben wir einen ungefährdeten Sieg gelandet“, sagte der frühere Friesenheimer Evgeni Pevnov, der zweimal vom Kreis aus traf.

Die Eulen führten gestern nur einmal – nach 34 Sekunden durch Alexander Feld, der mit zwei Fehlpässen ebenso wie Patrick Weber Anteil an der frühen Führung der Hannoveraner hatte. Sie zogen rasch auf vier Tore davon, auch weil die Abwehr der Eulen kein Gegengift für Linksaußen Casper Mortensen fand, der sieben Tore zur 13:10-Pausenführung beisteuerte. „Heute hat uns in allen Bereichen etwas gefehlt. Wir kriegen zu viele einfache Tore durch Tempogegenstöße“, sagte Kapitän Dietrich.

Nach 20 Minuten löste Roko Peribonio Kevin Klier im Tor der Eulen ab. Zwei Minuten später die erste Torhüterparade der Gastgeber überhaupt, die auf 9:11 und 10:12 herankamen. Dann aber verzog der bis dahin dreimal erfolgreiche Gunnar Dietrich, vermasselte die Chance zum 11:12 (27.). Zwei Minuten später scheiterte „Johnny“ Scholz nach Peribonios dritter Parade beim Tempogegenstoß am Pfosten – die zweite vertane freie Chance des Linksaußen. Dann boten sich Jan Remmlinger zwei Möglichkeiten zu verkürzen – er warf einfach schlecht. Das nutzte Mortensen!

„Ich habe mich über meine Spielanteile gefreut“, sagte Peribonio, der sieben Schüsse parierte. „Es war ein typisches Spiel von uns. Wir kommen mit unserer Moral zurück und dann machen wir wieder schwere Fehler“, klagte der gute Torwart. Pech, dass Dietrichs Wurf in der 32. Minute an den linken Innenpfosten und von dort an den rechten sprang. Dann bot sich Scholz beim Gegenstoß die dritte freie Möglichkeit, doch er scheiterte an Martin Ziemer, der mit 13 abgewehrten Würfen der entscheidende Rückhalt der starken Gäste war.

Bei der TSV drehte Nationalspieler Kai Häfner nach der Pause mächtig auf, schoss insgesamt fünf Tore, Scholz vermochte seine Seite einfach nicht abzudichten. Die Eulen – mit bekannten Schwächen bei der Chancenauswertung. Sie betreiben Spiel für Spiel einen unheimlich hohen Kraftaufwand, um ein Tor zu schießen. 21 Tore aber sind zu wenig, um in der Eliteliga zu punkten.

Die Eulen bewiesen auch beim Rückstand Charakter: Pascal Bührer, der Drittliga-Torjäger 2016/2017, löste Scholz auf ungewohnter Position ab, traf dreimal. Stark!

„Wir haben gegen eine topfitte Spitzenmannschaft gespielt. Sie war uns in den entscheidenden Phasen immer einen Schritt voraus. Wir hatten trotzdem alles versucht, hatten aber keinen Touch im Rückraum“, sagte Eulen-Coach Ben Matschke angesichts des schwachen Abends, den sich David Schmidt, Alexander Feld und Patrick Weber nahmen.

So spielten sie

Eulen Ludwigshafen: Klier (20. Peribonio) - Schmidt (1), Feld (3), Weber (2) - Durak (3/3), Scholz - Dippe (1) – Dietrich (5), Stüber (2), Remmlinger (1), Bührer (3), Falk, Haider, Egelhof

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (Semisch bei einem Siebenmeter) - Häfner (5), Olsen (1), Patrail - Johannsen (2), Mortensen (9/2) - Pevnov (2) – Brozovic (2), Böhm (1), Christophersen, Karason (1), Kastening (3), Kalafut (1)

Spielfilm: 1:0, 1:4 (8. Minute), 4:8, 9:11 (25.), 10:13 (Halbzeit), 16:20, 21:25, 21:27 (Endstand) - Siebenmeter: 4/3 - 4/2 - Zeitstrafen: 1/3 - Beste Spieler: Peribonio, Bührer - Mortensen, Häfner, Ziemer - Zuschauer: 1953 - Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah/Suresh Thiyagarajah (Gummersbach).