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Ein Zeichen setzen

HANDBALL: Die Eulen erwarten auf der Bundesliga-Kellertreppe den TVB Stuttgart

VON HORST KONZOK

LUDWIGSHAFEN. Die Eulen Ludwigshafen kämpfen um die Fortsetzung ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit: Morgen (15 Uhr) ist der TVB Stuttgart zu Gast in der mit 2350 Zuschauern ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle. Das Muss führt Regie.

„Für uns ist es ein superwichtiges Heimspiel“, sagt Eulen-Trainer Ben Matschke mit Blick auf das Tabellenbild: Die Eulen sind mit 7:35 Punkten Vorletzter, belegen einen der beiden Abstiegsplätze. TVB Stuttgart steht mit 9:33 Punkten einen Platz besser. Weil der TVB andere Ambitionen verfolgt, höher fliegende Planungen betreibt, musste vor Wochenfrist Trainer Markus Baur gehen. Er hatte den langjährigen Eulen-Trainer Thomas König abgelöst.

„Das wird ein Kampfspiel“, sagt Matschke, der mit zwei Weltmeistern von 2007 in der Mannschaft der Schwaben rechnet: „Jogi“ Bitter im Tor und „Mimi“ Kraus im Rückraum. „Die werden hier sicher versuchen, alles rauszuhauen ...“

Die Eulen, weiter ohne Patrick Weber (Bandscheibenproblematik), dessen Tore so sehr fehlen, und Jan Remmlinger und Frederic Stüber, die nach Handoperationen erst in der neuen Saison wieder spielen können, haben das 19:25 in Gummersbach aufgearbeitet – vor allem die Minuten, als aus dem 7:8 ein 11:19 wurde. Matschke arbeitet mit der Mannschaft daran, solche Phasen, in denen es nicht rund läuft, „gut zu überstehen“. In Gummersbach summierten sich zu frühe, hektische Abschlüsse, technische Fehler und Unterzahl. So gab es eine Fülle von Gegenstoßtreffern, die die Eulen am Nerv trafen. Dazu kam ein überragender VfL-Torhüter Lichtlein. „Das war maximal schwierig. Aber wir dürfen nicht vergessen – das war der VfL Gummersbach, der Traditionsverein, mit einem Simon Ernst, der für die schon ein Stück weit Lebensversicherung ist“, mahnt Matschke vor Panikmache.

Morgen sieht Ben Matschke eine realistische Chance zu punkten. Da hofft er auch auf die beiden routinierten Neuzugänge. Azat Valiullin, der am Sonntag sieben Tore warf, ist ein Hoffnungsträger. „Man sieht in jeder Trainingseinheit, dass die Bindung zur Mannschaft wächst, Azat ist ein zentraler Baustein“, betont Matschke die Bedeutung des vom TBV Lemgo gekommenen russischen Riesen.

Sein Heimdebüt gibt morgen Patrik Hruscak. „Er war in Gummersbach bei seinem ersten Spiel supernervös. Man hat aber gesehen, dass er Qualität besitzt. Die wird uns guttun. Er kann die supereinfachen Tore machen ...“

So sieht das auch Gunnar Dietrich. „Gerade wegen unserer Verletzten sind unsere Neuzugänge wichtig. Da haben wir einige Möglichkeiten mehr“, verdeutlicht der Kapitän. Die Schlappe von Gummersbach kann den Spielmacher und Abwehrchef nicht schrecken. „Klar tut das im ersten Moment weh, vor allem auch, weil wir es nicht geschafft haben, unsere Leistung abzurufen. Aber wir wussten schon vor der Saison, dass es nicht einfach wird, die Klasse zu halten. Aber wir freuen uns auf jedes Training, auf jedes Spiel – und wir wissen, dass wir unser gemeinsames Ziel mit unseren Fans als Rückhalt auch erreichen können“, sagt Dietrich mit einem gesunden Optimismus vor dem Spiel gegen TVB Stuttgart: „Wir wollen ein Zeichen setzen!“

Dietrich, der sein Studium abgeschlossen hat, arbeitet inzwischen im Controlling bei den „Freischwimmern“, einer Tochter der Technischen Werke Ludwigshafen. „Es ist eine halbe Stelle, 20 Stunden in der Woche. Für mich ideal, so kann ich das mit dem Handball verbinden“, sagt der 31-Jährige. Er ist ein Kopf der Mannschaft und freut sich an der Kapitänsrolle: „Es macht Spaß.“