TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - DKB Handball-Bundesliga

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Ein Meilenstein

Handball: Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim ist nach dem 34:28 beim VfL Bad Schwartau wieder dick im Aufstiegsrennen. Der deutliche Erfolg bei der Mannschaft mit der besten Abwehr war eine Ansage an die Konkurrenz. Das Restprogramm mit vier Heimspielen spricht für die „Eulen“.

Von Jens Kürbis

Lübeck. Aus der „Eulen“-Kabine hämmerten die Bässe von AC/DC. Mit nackten Oberkörpern wippten Klier & Co. zu T.N.T. So als brauchten sie den „Sprengstoff“, um das Erlebte, das 34:28 beim heimstarken VfL Bad Schwartau, noch einmal zu verarbeiten. Denn es war nicht irgendein Sieg.

Es war der erste in der „Hansehölle“ überhaupt. Es war TNT, ein Handball-Feuerwerk. „Ich glaube, die Jungs haben noch gar nicht realisiert, welch herausragende Leistung sie abgeliefert haben“, schwärmte der mit Lobpreisungen eher zurückhaltende Trainer Benjamin Matschke. Es war eine Statement im Aufstiegskampf, eine Ansage an die Konkurrenz. „Definitiv“, bekräftigte Kapitän Philipp Grimm, „wir sind jetzt richtig heiß, gehen da voll rein.“ Zwei Zähler trennen die „Eulen“ noch von Rang drei – und beim Blick auf das Restprogramm, den vier Heimspielen (Leutershausen, Aue, Saarlouis, Rostock) und einem Auswärtsspiel in Wilhelmshaven, spricht alles für Friesenheim.

Matschke will davon aber (noch) nichts wissen: „Wir haben es nach wie vor nicht selbst in der Hand. Alle Teams, gegen die wir noch ran müssen, stecken im Abstiegskampf. Das ist brandgefährlich.“ Zumindest räumte er ein, dass die „Truppe, um ihre Chance weiß. Sie wissen, wohin die Reise geht.“ Zurück in die Beletage. Lübeck, das Spiel beim VfL, es könnte der Meilenstein gewesen sein. Denn das Wie überzeugte. Matschke hatte es schon auf der Fahrt in den Norden gespürt – beim Freitagstraining in Hannover, auch bei der zweiten Einheit am Spieltag in Hollenstedt bei Hamburg. „Wir hatten Spaß im Training, aber die Jungs waren fokussiert, sie haben gebrannt.“ Das Feuer brachten sie von Beginn auf das Feld. Keeper Kevin Klier war sofort zur Stelle, die Abwehr davor sehr beweglich, auch hart zupackend (16 Fouls). Schwartau zitterten die Hände. Beeindruckend aber die zweite Welle, meist über Patrick Weber vorgetragen. Wie der eher schmächtige Zweimetermann entschlossen auf jede Nahtstelle ging, sich durch jede noch so kleine Lücke tankte, beeindruckte. Nach der Pause auch im Positionsangriff gefragt, war der 24-Jährige der „Man of the Match“. Seine Bilanz: 17 Würfe, 12 Treffer. Top! „Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte Matschke, der sich zudem freute: Sein Matchplan war voll aufgegangen. „Wir wollten Schwartau mit der zweiten Welle unter Druck setzen, ihren Angriff-Abwehr-Wechsel nutzen. Das waren Nackenschläge und der Schlüssel zum Erfolg.“

Die „Eulen“ flatterten Schwartau mit sechs Treffern in Folge so 8:2 (12.) davon. Die Friesenheimer diktierten, dominierten. Schon zur Pause, beim 18:11, war die Partie entschieden. „Friesenheim hat eine fast perfekte erste Halbzeit gespielt“, anerkannte Schwartaus Spielmacher Markus Hansen. „Das war schon ein Brett, wichtig war auch, dass wir dann die ersten zehn Minuten nach der Pause wach waren“, fand Matschke und sprach von einer „außergewöhnlichen Leistung“. 34 Tore in Lübeck, gegen die beste Abwehr der Zweite Liga, die bis dato nur 23,9 Gegentreffer im Schnitt zugelassen hatte, das ist in dieser Saison in Lübeck keinem Team gelungen. Schwartau-Trainer Torge Greve gestand: „Wir waren chancenlos, klar unterlegen gegen die Power, die Friesenheim gepaart mit der individuellen Klasse auf die Platte gebracht hat.“

Im nächsten Spiel geht es für die TSG am Mittwoch gegen Leutershausen – mit der Lizenz zum Siegen. Die zum Trainieren auf allerhöchstem Niveau will sich Matschke drei Tage später abholen. In Kaiserau steht für den 34-Jährigen die A-Schein-Prüfung an. Dass er die besteht, steht außer Frage. Denn auf dem Weg in die Bundesliga kann Friesenheim derzeit nichts aufhalten.