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Die Wachablösung?

Handball: Kevin Klier ist viele Jahre die unangefochtene Nummer eins beim Bundesligisten Eulen Ludwigshafen. Doch der dienstälteste Spieler des Teams sucht diese Runde seine Form. Zuletzt hielt Roko Peribonio sehr gut. Es gibt Gedankenspiele, Klier als Torwarttrainer zu installieren.

Von Marek Nepomucký

Ludwigshafen. Eine Entscheidung wurde schon gefällt – obwohl sie unter Umständen erst in zwei Jahren zum Tragen kommt. Kevin Klier, Torhüter, bei Handball-Bundesligist Eulen Ludwigshafen, hat einen Vertrag bis 2020. Sobald Klier seine aktive sportliche Laufbahn bei den Eulen beendet, wird ein überdimensionales Trikot in der Friedrich-Ebert-Halle aufgehängt – so wie schon jetzt die Jerseys der einstigen Kapitän Uli Spettmann und Philipp Grimm sowie des einstigen Torwarts Stephan Pfeiffer und Betreuers Günter Stürm dort schon zu sehen sind.

Die Trikots drücken die Bedeutung der Personen für den Verein aus. Kevin Klier ist ein ganz bedeutender Akteur. Er spielt seit elf Jahren für Ludwigshafen – solange wie kein anderer Spieler im aktuellen Kader. Klier stieg dreimal mit der Mannschaft in die Bundesliga auf und wurde vor Jahren von den Trainern zum besten Torhüter der Zweiten Liga gewählt.

Doch Klier könnte schon nach dieser Saison ins zweite Glied rücken. Denn es gibt Gedankenspiele im Verein, den 34 Jahre alten Klier nach dieser Runde zum Torwarttrainer zu machen – und auf Roko Peribonio sowie Stefan Hanemann als Torwartgespann zu setzen. „Die TSG ist mein Verein. Man muss das klären und darüber reden. In naher Zukunft werden wir darüber auch Gespräche führen“, sagt Klier vor dem Spiel der Eulen in Leipzig (morgen, 12.30 Uhr). Er könne es sich gut vorstellen, junge Torhüter bei den Eulen weiterzubringen. Schon jetzt ist Klier der Kopf des Torwarttrios. Er übernimmt das Torwarttraining, sofern beide Co-Trainer nicht da sind. „Das sollte der Standard sein bei einem Bundesligisten. Wir wollen uns jedenfalls mehr Torhüter-Training gönnen, denn das kam die Jahre zuvor zu kurz“, sagt Klier. Da waren die Keeper oft auf sich alleine gestellt. „Da war mehr Eigenverantwortung angesagt. Es war alles mir überlassen. Wenn es mal nicht geklappt hat im Spiel, hing es auch an mir“, erzählt Klier, der in einer Steuerkanzlei arbeitet. Da war Klier auch mal angefressen nach einer durchwachsenen Partie.

Der Ehrgeiz ist noch da, doch Klier ist gelassener geworden. „Früher habe ich mich geärgert, als ich nach zehn Minuten ausgewechselt wurde. Jetzt freue ich mich, wenn Roko oder Stefan gut spielen. Wir sind ein Torhüterteam. Wir unterstützen uns, helfen uns gegenseitig. Und wenn man sich dabei noch so gut versteht, wie wir es tun, dann fruchtet vieles besser“, betont Klier.

Eulen-Geschäftsführer Marcus Endlich bestätigt die Gedankenspiele. „Kevin hat uns signalisiert, dass er gerne Torhüter weiterentwickeln würde bei uns“, sagt Endlich. Endlich betont aber, dass noch nichts konkret sei. Ende März, Anfang April wolle man sich mit diesen Personalien konkret beschäftigen. Denn auch Roko Peribonio sieht keine Eile geboten. „Ich habe unserer Geschäftsführung gesagt, dass sie sich nicht stressen sollen“, sagt der 26 Jahre alte Peribonio, der morgen in Leipzig von Beginn an im Tor stehen soll. Peribonio ist aktuell in Gesprächen mit Unternehmen wegen seiner beruflichen Zukunft. „Roko trainiert gut, spielt gut. Ich würde ihn gerne behalten“, sagt Endlich: „Es wäre auch ein menschlicher Verlust, sollte Roko gehen.“