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Der Wohlfühlfaktor ist hoch

HANDBALL: Eulen heute in Göppingen – Bührer sieht sein Team als Familie

VON HORST KONZOK

LUDWIGSHAFEN. Die Rollen sind klar: Der gastgebende Tabellenzehnte Frisch Auf Göppingen ist der Favorit, die Eulen Ludwigshafen, Tabellenletzter der Handball-Bundesliga, sind heute (19 Uhr) die krassen Außenseiter in der EWS Arena.

„Die sind gut drauf“, sagt Eulen-Coach Ben Matschke mit Blick auf die Resultate der Göppinger, die am Montag auch im EHF-Cup überzeugend auftraten, den gastgebenden RK Nexe Nasice 27:24 besiegten. Auf das Wiedersehen mit FA-Coach Rolf Brack freut sich Matschke sehr. Einst an der Uni war das sein Lehrmeister.

Nach dem sensationellen 31:29 (10:15)-Sieg gegen die HSG Wetzlar war das 26:29 (11:13) von Minden ein herber Dämpfer für die Klassenerhaltshoffnungen der Eulen. Lange sah es gut aus, lange schien gar ein Auswärtssieg möglich. „Wir sind mit den Mittelfeldmannschaften wettbewerbsfähig, das sah man in Leipzig und Minden, daheim gegen Wetzlar“, analysiert Matschke. Und doch wurde in Minden verloren, auch weil der ansonsten seit Wochen herausragende David Schmidt einmal patzte. „Wir sprechen die Fehler an“, sagt der Coach, der mit der Offensive beim Spiel in Minden zufrieden war – vor allem nach der Pause: „15 Tore, vier Fehlwürfe, das war top.“ Nicht zufrieden war der Trainer mit den Torhüterleistungen. „Fünf Paraden sind zu wenig, um einen Punkt zu holen!“ Heute Abend pausiert Torhüter Kevin Klier wegen einer Schulterverletzung. So dürfte Roko Peribonio, unterstützt von Stefan Hanemann, beginnen.

Zufrieden sieht Ben Matschke die Entwicklung seiner Spieler in der Bundesliga. So hat sich gerade in den letzten Wochen Linksaußen Jonathan Scholz hervorgetan. Da ist mehr Selbstvertrauen im Abschluss erkennbar. Imposant findet der Coach die Wurfquote beider Rechtsaußen, Alexander Falk und Pascal Durak. „Die positive Entwicklung sehe ich bei allen. Beispielsweise auch bei Pascal Bührer, der jetzt so richtig ankommt und deshalb immer öfter auch schon in der ersten Halbzeit zum Einsatz kommt. Alex Feld ist sehr stabil in seiner Rolle, David Schmidt ist ein richtig guter rechter Rückraumspieler.“

Besagter Pascal Bührer kam letzten Sommer von der SG Köndringen-Teningen. Er war Torschützenkönig der Dritten Liga. „Der Sprung war riesig“, sagt der 22-Jährige. „Der Anfang war schwierig, jetzt finde ich meine Rolle im Team, versuche, die gestellten Aufgaben auch umzusetzen“, sagt Bührer, der seinem Coach und Co-Trainer Frank Müller unendlich dankbar dafür ist, dass sie ihn leiten, sich Zeit nehmen für intensive Gespräche. „Ich bin voll integriert“, sagt der Rückraumspieler. Er mag sich nicht lange mit bitteren Rückschlägen aufhalten. „Natürlich ärgert man sich – aber es bringt in unserer Lage nichts, dem zu lange nachzutrauern. Gegen Hüttenberg, Lübbecke, Erlangen – da müssen wir punkten.“

Bührer, der in Heidelberg Sportwissenschaft studiert, sieht sich im Profihandball ganz am Anfang. „Ich bin ja noch keine 26, ich bin ein junger Spieler“, sagt er. Der Wohlfühlfaktor stimmt in Ludwigshafen. „Durch die Mannschaft habe ich eine tolle Familie“, schwärmt er und sieht sich in seiner WG mit den Mannschaftskameraden Denni Djozic und Jan Remmlinger bestens aufgehoben.