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Der Mann ohne Nerven

Handball: Sechs Tore in sechs Versuchen: Denni Djozic war gestern ein wichtiger Baustein beim 28:24-Sieg gegen den VfL Gummersbach. Keiner trifft öfters von der Siebenmeter-Linie wie der Linksaußen. Djozic ist der Siebenmeter-Mann der Eulen Ludwigshafen.

Von Marek Nepomucky

Ludwigshafen. Denni Djozic hat eine gute Auffassungsgabe. Das sagt er von sich selbst. Das kommt dem heute 26 Jahre alt werdenden Linksaußen der Eulen Ludwigshafen zugute. Djozic schaut sich gerne Videos von Weltklassespielern auf seiner Position an, sagte er einmal. „Ich versuche dann, die Würfe von diesen Akteuren zu kopieren. Glücklicherweise habe ich da eine gute Auffassungsgabe, muss mir die Würfe meistens nur einmal ansehen, dann kann ich sie nachmachen“, erzählte Djozic.

Die Würfe sitzen immer besser. 27 Tore hat der Linksaußen des Handball-Bundesliga-Aufsteigers Eulen Ludwigshafen bislang in sieben Partien erzielt. Damit ist Djozic hinter Patrick Weber (30) Nummer zwei im Team. Gestern beim 28:24 (15:10)-Erfolg gegen den VfL Gummersbach traf Djozic sechs Mal – bei sechs Würfen. „Die ersten Versuche haben gesessen. Da ist man danach selbstbewusster und kommt in einen Rhythmus rein“, sagte der gebürtige Waldseer. Vom Rhythmus in einen Rausch war das gestern. Denn Djozic versenkte alle drei Siebenmeter. Schon bei der knappen Niederlage vorigen Mittwoch in Flensburg saß jeder der fünf Siebenmeter. 24 Mal trat Djozic von der Siebenmeter-Linie an, 18 Mal traf er – eine beeindruckende Quote.

Denni Djozic hat sich zum Leistungsträger bei den Eulen entwickelt. Er hat die Lücke, die Philipp Grimms Karriereende zu reißen schien, schnell geschlossen, vielmehr hat er erst keine aufkommen lassen. „Ich hatte keine Zweifel und keine Angst, dass ich Philipp gut ersetzen kann“, betont Djozic. Er kam vor zwei Jahren vom Ligakonkurrenten HC Erlangen. Es war eine Verpflichtung mit Weitblick. Djozic wurde geholt, damit er sich hinter Grimm in aller Ruhe auf den Tag x vorbereiten konnte. Vorige Saison lief es nicht rund für Djozic. Nach einer starken Vorbereitung erlitt er einen Syndesmosebandriss. Djozic kam zurück – dann der Bruch des rechten Mittelfußes. Das warf ihn zurück. „Ich hatte da nicht viel schlechter gespielt als jetzt, aber durch die Verletzungen kam ich in keinen richtigen Rhythmus“, schilderte Djozic.

Mit Jan Remmlinger und Pascal Bührer lebt er in einer Wohngemeinschaft in Friesenheim. Das Trio harmoniert gut. Überhaupt läuft es sportlich wie privat gut für Djozic. Am 21. Oktober schreibt er seine letzte Klausur in Betriebswirtschaftslehre. „Dann muss ich nur noch die Bachelor-Arbeit schreiben“, sagte er. Der nervenstarke Djozic ist froh, dass er sein Studium so effektiv und konsequent durchgezogen hat. „Ich brauche etwas neben dem Handball“, betonte er. Es sei ein zweites Standbein für ihn.

Das hat Kevin Klier schon. Seit Jahren arbeitet er in einer Steuerkanzlei. Die Doppelbelastung schadet dem Torwart nicht. Auch gestern gegen Gummersbach gehörte Klier zu den spielentscheidenden Akteuren. Er war in den wichtigen Phasen der Partie zur Stelle. „Der Knackpunkt in unserem Spiel waren fünf bis sechs verworfene Bälle, die an den Pfosten gehen oder Kevin Klier hält. Klier ist ein sehr guter, gestandener Torhüter“, lobte VfL-Trainer Dirk Beuchler. Auch Florian Kehrmann, der Coach des TBV Lemgo und einst Nationalspieler, adelte Klier kürzlich. Der 33 Jahre alte Klier freute sich mächtig über den gestrigen Erfolg. „Es war ein Sieg der Klasse, der Moral und des Willens“, analysierte er: „Wir konnten und wollten. Jedenfalls war unsere Qualität zu viel für Gummersbach.“