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Der Mann mit dem „Hammer“

Handball: Patrick Weber entwickelt sich immer mehr zum Führungsspieler bei der TSG Friesenheim. Gestern war er beim 29:28-Sieg gegen Konstanz bester Werfer.

Von Stefan Naumer

Ludwigshafen. Einer der Väter des knappen Erfolges war gestern ohne Frage Rückraumspieler Patrick Weber. Immer wenn es eng wurde, packte der gebürtige Mainzer den „Hammer“ aus dem Rückraum aus. Acht Mal traf der Rechtshänder – und war damit bester Werfer bei den Friesenheimern. „Heute zählen nur die zwei Punkte. Wir hätten die Partie viel früher für uns entscheiden müssen. Es ist aber nicht einfach gegen eine kompakte Konstanzer Mannschaft zu spielen. Das haben wir im Hinspiel bei der 28:33-Niederlage am eigenen Leibe erfahren“, schnaufte Weber erst einmal tief durch.

Auch Kapitän Philipp Grimm, der vier Siebenmeter verwandelte, war erleichtert. „Eigentlich sind wir die klar bessere Mannschaft. Aber wir verstehen es nicht, unsere vielen Chance zu verwerten. Ich bin froh, dass Patrick so oft die Lücken gefunden hat. Der Junge hat echt Potenzial und kann in den nächsten Jahren zum Schlüsselspieler in Friesenheim werden.“ Gut, dass Friesenheim den Vertrag mit Weber verlängert hat. Doch hält diese Entwicklung an, ist der Jura-Student durchaus auch ein Spieler für einige Bundesligisten.

Noch aber spielt der 24 Jahre alte Weber in Friesenheim. Bei den Heimspielen ist die Familie des 2015 zur TSG gekommenen Webers immer dabei. Große Fans sind Bruder Julian und Schwester Vanessa. „Wir freuen uns über jedes Tor, das unser Bruder für die TSG erzielt. Er hat eine tolle Entwicklung genommen. Ich sehe ihn irgendwann in der Ersten Liga spielen“, sagte Julian, der normalerweise selbst sportlich im Rampenlicht steht. Julian Weber gehört zu den besten Speerwerfern in Europa.

Stolz auf ihren Sprössling sind auch die Eltern Astrid und Thomas Weber, die als Dauerkarteninhaber auf der Tribüne neben den Eltern von Philipp Grimm sitzen und bei jedem Spiel mitfiebern. „Wir waren schon oft in seiner Zeit in Balingen dabei. Hier in Friesenheim ist es aber noch besser. Trainer, Mannschaft, Fans, Halle und Verein – wir sind begeistert. Wir drücken Patrick und dem Team bis zum Saisonende fest die Daumen. Mal sehen, wie es noch ausgeht“, verfolgt der selbst früher in der Zweiten Liga eine Saison bei Eintracht Wiesbaden spielende Thomas Weber den Erfolgsweg seines Filius’.

Nach der 25:29-Niederlage beim Tabellenführer TuS Nettelstedt an Ostersamstag wollten Weber und Kollegen unbedingt den Doppelspieltag mit einem Erfolgserlebnis beenden. Erst um drei Uhr morgens kam der TSG-Tross aus Nettelstedt in Ludwigshafen an und stand wenige Stunden später beim Training schon wieder auf der Matte. „Wenn wir noch oben dran bleiben wollen, müssen wir solche Spiele einfach gewinnen. So schwer hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir können es normalerweise besser. Jetzt gilt es den Akku wieder aufzuladen und mal auswärts für ein Erfolgserlebnis zu sorgen“, sagte Weber. Das wäre am nächsten Sonntag beim TuS Ferndorf möglich.

Die Woche darauf kommt die HSG Nordhorn-Lingen in die Eberthalle. Dann fiebert die Familie Weber auch wieder mit.