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David Schmidt geht nach Stuttgart

Handball: Bundesligist Eulen Ludwigshafen muss einen Rückschlag verkraften. David Schmidt, stellvertretender Kapitän, verlässt den Aufsteiger zum Saisonende. Doch die Eulen-Geschäftsführung ist schon weit bei der Suche nach einem Ersatz.

Von Marek Nepomucký

Ludwigshafen. Die Kampfansage klingt direkt. David Schmidt will keine Zweifel aufkommen lassen. „Mein Fokus ist voll und ganz auf unser Saisonziel gerichtet. Ich will mit den Eulen in der Bundesliga bleiben. Wenn wir am 25. Februar gegen Stuttgart spielen, zählt für mich nur Ludwigshafen“, betont Schmidt.

Dieses direkte Duell ist nämlich ziemlich brisant. Stuttgart hat nur zwei Punkte mehr als die Eulen und steckt daher tief im Abstiegskampf. Die Eulen müssen dieses Duell Ende Februar gewinnen, um die Chance auf den Ligaverbleib zu wahren.

Die klaren Worte von David Schmidt sind keine Lippenbekenntnisse. Der 24 Jahre alte Rückraumspieler ist unter anderem für seine Zuverlässigkeit und seine Loyalität bekannt. Schmidt identifiziert sich mit den Eulen – und wird das auch bis zum Saisonende tun. Schmidt ist bei den Eulen zu einem Führungsspieler gereift. Zu einem Spieler, der nun für andere Bundesligisten interessant ist. In Stuttgart hat Schmidt einen Zwei-Jahres-Vertrag. Der Kontrakt ist auch für die Zweite Liga gültig. Auch Frisch Auf Göppingen war an dem athletischen Rückraumspieler interessiert, später aber im Poker mit Stuttgart ausgestiegen.

„Es ist keine Entscheidung gegen die Eulen, sondern für eine neue Herausforderung. Ich habe mit den Eulen alles erlebt, was man mit einem ambitionierten Zweitligisten erleben kann. Ich bin jedoch ein Freund der kleinen und kontinuierlichen Schritte“, sagt Schmidt.

Dieser nächste, kleine Schritt ist nun also Stuttgart. „Stuttgart ist ein bis zwei Schritte weiter als es die Eulen derzeit sind“, spielt Schmidt auf das Umfeld an, ergänzt aber: „Die Eulen haben das Potenzial, in ein bis zwei Jahren auch dort zu sein und das werden sie auch.“

Dieses professionellere Umfeld war mit einer der ausschlaggebenden Gründe für den Wechsel. „Es war nicht das Geld“, beteuert Schmidt, „die Geschäftsführung um Marcus Endlich und Lisa Heßler hat alles versucht, mich zu halten.“ „Wir sind bei David Schmidt an unsere Schmerzgrenze gegangen, da wir ihn unbedingt halten wollten. Es war einfach nicht mehr möglich“, bedauert Endlich. Für Schmidt war es eine harte Entscheidung, wie er betont. Denn er weiß, dass er bei den Eulen die Zeit und das Vertrauen bekam, sich so zu entwickeln. „Ich war bei den Eulen gesetzt. In Stuttgart muss ich mir alles erarbeiten. Aber dessen war ich mir bewusst. Es war eine wohl überlegte Entscheidung“, sagt Schmidt.

Schmidt kam 2015 von den Rhein-Neckar-Löwen zu den Eulen. Seit dieser Runde ist Schmidt stellvertretender Kapitän. Schmidt steht kurz vor dem Ende seines Master-Studiengangs in Betriebswirtschaftslehre.

Für die Eulen Ludwigshafen ist der Abgang ein Verlust. Doch der Verein ist auf der Suche nach Ersatz recht weit, bestätigt Marcus Endlich. „Wir sind in guten Gesprächen“, informiert Endlich. Der Ersatz würde zur neuen Saison kommen. Doch Endlich schließt nicht aus, dass der Verein für den Rest der Saison noch einen Rückraumspieler verpflichtet. „Wir haben drei bis vier Optionen“, sagt Endlich auf Nachfrage. Entscheidend wird sein, ob die Eulen den Transfer finanzieren können.