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„Das Wunder von Ludwigshafen“

Handball: Eulen bleiben nach 32:29 gegen HC Erlangen in der Bundesliga – Lemgoer Schützenhilfe

Von Horst Konzok und Stefan Naumer

LUDWIGSHAFEN. Am Ende feiern die Eulen Ludwigshafen, „der „Abstiegskandidat Nummer 1“, in kessen roten Shirts den 32:29 (16:15)-Sieg gegen den HC Erlangen und den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga. Möglich wurde der Coup durch die Schützenhilfe des TBV Lemgo, der TuS N-Lübbecke 30:27 (11:13) bezwang. So steigt N-Lübbecke mit dem TV Hüttenberg in die Zweite Liga ab.

„Es ist ein Traum, dieses Endspiel bekommen zu haben. Ohne diesen festen Glauben, hätten wir es nicht schaffen können. Wahnsinn, was die Mannschaft geleistet hat“, sagte Trainer Ben Matschke, als „das Wunder von Ludwigshafen“ perfekt war, die Mannschaft mit dem geringsten Etat am rettenden Ufer angelangt war. Am Ende gab’s die große Nicht-Abstiegsparty, Freibier für alle. Heute fliegt die Mannschaft nach Mallorca. Ohne David Schmidt, der gestern sechs Tore hämmerte, und morgen in Kaiserslautern an der Leiste operiert wird.

Im Feiermodus auch der stolze Geschäftsführer Marcus Endlich, der das hohe Lied auf Trainerteam, Mannschaft und Fans sang: „Ihr habt die Eberthölle bundesweit zu einem Begriff gemacht!“

Die Eulen, schwer ins Spiel gekommen, führten zur Halbzeit 16:15 – und waren zu dem Zeitpunkt abgestiegen, weil Mitkonkurrent TuS N-Lübbecke in Lemgo überraschend mit 13:11 vorne lag. Im Spiel blieben die Eulen vor allem dank Denni Djozic, der alle sieben Siebenmeter verwandelte, mit famoser Bogenlampe zum 19:18 traf (34.). Stefan Hanemann kam im Eulen-Tor erst nach zehn Minuten auf Touren, steigerte sich dann zu einer zwischenzeitlich starken Leistung, wehrte zehn Bälle ab. Grandios seine Fußabwehr, als er in der 40. Minute von der Bank zurück ins Tor stürmte und Christopher Bissels Wurf entschärfte - es blieb beim 21:19. Ein Schlüsselmoment die 42. Minute: Nico Büdel, der Ex-Friesenheimer, steht am Siebenmeterpunkt. Roko Peribonio kommt – und pariert. Es heißt weiter 23:20. Durchatmen...

In der 22. Minute erst hatte Alexander Feld ausgeglichen, eine Minute später traf Alexander Falk aus der Distanz – 10:9. Die Eulen führten erstmals. Fünf Sekunden vor der Pause zimmerte Feld, gestern ganz „Alexander, der Starke“, den Ball in die Maschen: 16:15! Die „Eberthölle“ erlebte einen Krimi am Nachmittag. Wohl drehte Schmidt auf, Feld war der Anführer, Gunnar Dietrich ein toller Kapitän, aber nach 52 Minuten war Erlangen noch immer dran: 27:25. Schmidt mit seinem fünften und sechsten Treffer verschaffte den Eulen Luft: 30:27. Der entfesselte Feld und Falk stellten die Weichen endgültig auf Klassenerhalt: 32:28. Am Ende heißt es 32:29.

Eine große Aktie am Ligaverbleib haben Feld, der im „Endspiel“ fünfmal traf, und der in der Winterpause aus Lemgo geholte Azat Valiullin, der gestern dreimal erfolgreich war. Die Eulen wollen beide halten. „Der Klassenerhalt ist ein Riesenargument für meinen weiteren Verbleib in Ludwigshafen. Die endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Es hängt auch noch vom Verein ab“, sagte Feld.

So spielten sie

Die Eulen Ludwigshafen: Hanemann (Klier für einen Siebenmeter und ab 53.), Peribonio (für einen Siebenmeter) - Schmidt (6), Feld (5), Dietrich (1) - Durak (2), Djozic (8/7) - Dippe (3) – Valiullin (3), Hruscak, Stüber (2), Falk (2), Scholz

HC Erlangen: Katsigiannis (1.- 39, ab 54., Skof bei einem Siebenmeter, 39. - 54.) - Steinert (5/3), Haaß (1), Nikolai Link (2) - Lux (6), Bissel (3) - Schäffer (2) – Büdel (3), Jonas Link (3), Gorpishin (1), Theilinger (2), Stranovsky (1)

Spielfilm: 0:1 (3. Minute), 2:3 (6.), 4:7 (13.), 9:9 (22.), 10:9 (23.), 16:15 (Halbzeit), 25:22 (46.), 27:25 (52.), 30:28 (55.), 32:28 (59.), 32:29 (Ende) - Siebenmeter: 8/8 - 6/5 - Zeitstrafen: 8/5 - Beste Spieler: Schmidt, Djozic, Feld - Lux, Steinert, Jonas Link - Zuschauer: 2350 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Teutschenthal/Landsberg).