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Das Positive mitnehmen

Handball: Eulen Ludwigshafen stellen bei Niederlage in Melsungen starke Abwehr – Torhüter Klier verbessert

von Thorsten Eisenhofer

Kassel. Die Eulen Ludwigshafen können aus der 19:25-Niederlage am Donnerstag in der Handball-Bundesliga bei der MT Melsungen einige positive Erkenntnisse für den Kampf gegen den Abstieg mitnehmen.

Natürlich haben die Eulen am Ende doch recht deutlich verloren. Natürlich reichen 19 Treffer in der Regel nicht aus, um in einem Bundesligaspiel zu punkten. Und natürlich ist die Ausgangslage im Kampf um eine weitere Saison in der höchsten deutschen Spielklasse nicht besser geworden – sondern durch den Punktgewinn des bisherigen Schlusslichts TuS Nettelstedt-Lübbecke gegen Göppingen sogar schlechter. Aber trotzdem können die Ludwigshafener einiges Positives aus der Begegnung in Kassel, wo die MT Melsungen ihre Heimspiele austrägt, mitnehmen. Vor allem die Erkenntnis, dass sie gegen fast jeden Gegner mithalten können, wenn die Einstellung die richtige ist.

„Körpersprache und Bereitschaft haben gestimmt“, fand David Schmidt. Und Torhüter Kevin Klier sagte: „Wir müssen immer füreinander da sein. Und das waren wir.“ Der Schlussmann dachte dabei exemplarisch an eine Szene in den letzten Sekunden, als die Eulen den Ball in der Abwehr eroberten und Alexander Falk per Tempogegenstoß erfolgreich war. „Wir wollten diesen Gegenstoß und dieses Tor unbedingt“, sagte Klier. Bei der 21:35-Heimniederlage zuletzt gegen den SC DHfK Leipzig hatte es der Aufsteiger an der notwendigen Einstellung vermissen lassen.

Ebenfalls positiv war die Defensivleistung der Eulen, vor allem in den ersten 30 Minuten, als die Gastgeber nur zu zehn Toren kamen. „Wir bleiben in der Liga, wenn wir eine gute Abwehr stellen, davon bin ich überzeugt“, sagte Trainer Benjamin Matschke. Für eine stabile Abwehr ist aber nicht nur die Leistung des Defensivverbundes, sondern auch die des Torhüters wichtig. Da offenbarten die Eulen beziehungsweise deren Schlussmänner Kevin Klier und Roko Peribonio zuletzt Schwächen. „Wir haben im Training etwas umgestellt“, sagt Matschke. Konkret heißt das, er und Klier trainierten am vergangenen Wochenende zweimal individuell. Am Montag hatte Klier trainingsfrei, um den Kopf freizubekommen. Die Maßnahme scheint gefruchtet zu haben, Klier kam gegen Melsungen auf acht Paraden – eine Steigerung.

Matschke weiß, dass seine Mannschaft nicht zwei klasse Spieler im Rückraum einfach so ersetzen kann, wenn es im Angriff nicht so läuft, wie es Melsungen tat. Bei den Eulen merkt man, wenn ein Akteur wie Patrick Weber (mit 51 Treffern bislang bester Torschütze in dieser Saison) fehlt. Matschke will ihn wegen einer Bauchmuskelzerrung für zwei Spiele schonen. „Der Rückraum war bis auf Alexander Feld nicht durchschlagskräftig genug“, so der Coach: „Aber ich bin überzeugt, dass wir Lösungen finden, wenn alle angeschlagenen und verletzten Spieler wieder fit sind.“ Auch nach der fünften Niederlage in Folge sind die Eulen optimistisch, bald wieder zu punkten. Wenngleich wohl nicht gegen den kommenden Gegner, die Rhein-Neckar-Löwen...