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Alles oder nichts

Handball: Eulen Ludwigshafen spielen gegen Erlangen um Bundesliga-Verbleib

Von Marek Nepomucký

Ludwigshafen. Es ist das wichtigste Spiel des Jahres, vielleicht sogar in der bisherigen Vereinsgeschichte. Die Eulen Ludwigshafen können erstmals in der Klubhistorie länger als eine Saison in der Handball-Bundesliga bleiben. Vorausgesetzt: Sie punkten gegen den HC Erlangen (morgen, 15 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) – und der TuS N-Lübbecke verliert in Lemgo.

Dreimal sind die Eulen Ludwigshafen bislang in die Handball-Bundesliga aufgestiegen: 2010, 2014 und 2017. 2010 und 2014 stieg der Verein direkt wieder ab. Morgen nun haben die Eulen die große Gelegenheit, die sogenannten Experten eines Besseren zu belehren. Denn vor der Saison wurden die Eulen und der TV Hüttenberg bereits als klare Absteiger abgestempelt. Sicher: Beide Vereine stehen aktuell auf einem Abstiegsplatz. Doch das Rennen ist völlig offen. Hüttenberg hat eher geringere Chancen auf den Klassenverbleib. Die Hessen spielen bei den Füchsen Berlin und müssten hoch gewinnen sowie hoffen, dass Ludwigshafen und N-Lübbecke verlieren.

Bei den Eulen sieht die Lage etwas anders aus. Allerdings sind auch sie auf fremde Hilfe angewiesen. Ludwigshafen kann das „Wunder“ durchaus packen und „drin bleiben“ wie es Trainer Ben Matschke vor der Saison formuliert hatte. Dann wären die Saisonprognosen der Experten über den Haufen geworfen.

Die Chance auf den Ligaverbleib verkauft Matschke seit Wochen als ein großes Geschenk. „Damit hat doch vor der Saison niemand gerechnet, dass wir am letzten Spieltag noch die Gelegenheit haben, den Klassenverbleib zu schaffen“, sagt er und betont: „Die Freude über die Aussicht, drin zu bleiben, muss größer sein, als die Angst abzusteigen.“ Matschke arbeitet viel und gerne mental mit den Spielern. Er wird daher versuchen, morgen gegen Erlangen den Druck von seinen Spielern zu nehmen. Das wird nicht einfach, denn einige seiner Akteure spielen um ihre sportliche Zukunft. Manche Eulen-Spieler haben noch keinen neuen Verein. Azat Valiullin und Alexander Feld können nur bei den Eulen bleiben, sollten sie auch kommende Saison in der Bundesliga spielen. Unterschriftsreife Angebote liegen beiden Spielern laut Eulen-Geschäftsführer Marcus Endlich vor. Von der Ligazugehörigkeit hängt es auch ab, wie viele Akteure nach der Partie gegen Erlangen morgen verabschiedet werden – und ob von 17 bis 22 Uhr eine Abschiedsfete oder die „Wunder von Ludwigshafen“-Party gefeiert wird. Im Falle eines Abstiegs gehen acht Spieler – Kevin Klier, Roko Peribonio, Denni Djozic, David Schmidt, Patrick Weber, Patrick Hruscak, Alexander Feld und Azat Valiullin. Feld und Valiullin würden bleiben, sollten die Eulen nicht absteigen und beide das Angebot annehmen.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen“, sagt David Schmidt. Der stellvertretende Kapitän will sich mit dem Ligaverbleib verabschieden. „Für mich ist es selbstverständlich, bis zum Schluss alles für die Mannschaft und den Verein zu geben, denn ich habe 15 Freunde in der Kabine sitzen“, betont Schmidt.