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Abgänge drehen auf

Handball: Die Eulen Ludwigshafen verlieren gegen den TVB Stuttgart mit 24:25 (11:10) ein vorentscheidendes Spiel im Bundesliga-Abstiegskampf. Zwei Spieler trumpfen gegen die Schwaben auf, die kommende Saison nicht mehr bei den Eulen sind.

Von Marek Nepomucký

Ludwigshafen. Das Lob kam aus berufenem Munde. Joachim Bitter, Torwart des TVB Stuttgart, lief nach dem 25:24-Sieg direkt auf David Schmidt zu, nahm den stellvertretenden Kapitän der Eulen Ludwigshafen in den Arm und sagte: „Stark gespielt hast du.“ Die Anerkennung war angebracht. Denn Schmidt war mit Eulen-Torwart Roko Peribonio der beste Spieler der Ludwigshafener. Sechs Tore erzielte Schmidt gestern gegen Stuttgart – seinen künftigen Verein. Damit war er bester Eulen-Werfer.

David Schmidt wechselt nach dieser Runde nach Stuttgart. Er stand daher gestern im Fokus. „Natürlich war es ein anderes Spiel. Aber mir ging es darum, eine gute Leistung zu zeigen. Ich wollte nicht, dass die Leute denken, ich reiße mir gegen Stuttgart nicht den A... auf“, sagte der 24 Jahre alte Rückraumspieler der Eulen. Nach dem kampfbetonten Spiel ging Schmidt erhobenen Hauptes vom Feld. „Ich kann mir nicht vorwerfen, keine 100 Prozent gebracht zu haben“, kommentierte Schmidt seine Leistung. Das Lob von Bitter nahm er zur Kenntnis. „Ich wäre aber lieber zu Jogi Bitter gegangen und hätte ihm zu seiner guten Leistung gratuliert und wir hätten gewonnen“, sagte Schmidt.

David Schmidts Abgang wird den Eulen Ludwigshafen weh tun. Schmidt ist ein vorbildlicher Mensch, der sich innerhalb zwei Jahren zu einem Führungsspieler entwickelt hat, immer loyal zu Klub und Mitspielern ist und Verantwortung übernimmt. Das war auch gestern der Fall. Gegen seine sportliche Zukunft ging Schmidt voran, kämpfte aufopferungsvoll, warf wichtige Tore – und ließ Gäste-Trainer Jürgen Schweikardt innerlich frohlocken. Denn Schweikardt hat Schmidt verpflichtet. Er ist Geschäftsführer beim TVB Stuttgart und seit Montag, nach der Entlassung von Markus Baur, auch noch Übergangstrainer bis Saisonende. „Wir wussten, dass David ein gutes Spiel macht und haben es dennoch nicht geschafft, ihn in den Griff zu bekommen“, sagte Schweikardt.

Nicht nur David Schmidt verdiente sich gestern eine Bestnote. Auch Torwart Roko Peribonio trumpfte auf. Der 26 Jahre alte Peribonio löste in der elften Minute den glücklosen Kevin Klier ab. „Wir haben es nicht geschafft, uns einen Tor-Puffer herauszuspielen“, bedauerte der Torwart, „so standen wir immer unter Druck. Das belastet mental schon.“ Dagegen ist Peribonio ganz entspannt, was seine Zukunft angeht. Denn es deutet vieles darauf hin, dass er die Eulen zum Saisonende verlassen wird. „Die Eulen haben in der Zweiten Liga weniger Geld“, sagt er. Er wolle sich als Informatiker mehr auf den Beruf konzentrieren, sagte aber auch, dass er nicht mehr wegziehen will. „Ich habe unserer Geschäftsführung gesagt, dass sie sich nicht stressen sollen. Wir müssen schauen, in welcher Liga wir kommende Saison spielen. Sollten wir drin bleiben, dann werde ich wohl bei den Eulen bleiben. Falls nein, werde ich mir etwas in der Umgebung suchen“, sagte er gestern.

Die Chance, dass Ludwigshafen nicht absteigt, ist nach wie vor gegeben. Auch wenn sie nach der Niederlage gestern kleiner geworden ist. „Wir haben noch zwölf Spiele zu absolvieren. Ich kenne meine Jungs. Sie glauben an sich. Schreibt uns nicht ab“, betonte Eulen-Trainer Ben Matschke gestern.