TSG Ludwigshafen-Friesenheim - Die Eulen - DKB Handball-Bundesliga

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Porträt HSG Nordhorn-Lingen

(ste) Bei der Frage der möglichen Kandidaten für einen Aufstieg in die erste Bundesliga fiel auch immer mal wieder der Name HSG Nordhorn-Lingen. Das niedersächsische Zwei-Städte-Team ging mit nur einem echten Neuzugang quasi identisch zur Vorsaison in die neue Runde. Nach dem achten Platz, der dem Verletzungspech und insgesamt acht Unentschieden geschuldet war, waren die Aussichten auf eine erfolgreiche Saison mit einer eingespielten Mannschaft vielversprechend. Der Sprung in die Spitzengruppe der Liga sollte im Saisonverlauf allerdings nicht gelingen.

Gleich zu Beginn der Runde setzte es zu Hause gegen die SG BBM Bietigheim und beim ThSV Eisenach zwei knappe Niederlagen, ehe man ausgerechnet gegen das Spitzenteam der Liga, den TuS N-Lübbecke, einen 33:28-Heimerfolg feiern konnte. Doch die Hoffnungen der Fans, nach einem verkorksten Saisonstart die Liga „von hinten“ aufzurollen, wurde bereits eine Woche später bei der 21:29-Niederlage in Hüttenberg begraben. Die ersten Spiele der Runde sollten ein Sinnbild für den restlichen Saisonverlauf werden. Eine Kontinuität, wie sie in der Mannschaft zu finden war, stellte sich auf dem Handballparket nicht ein. Die längste Siegesserie hielt vier Spiele, als man gegen Saarlouis und Essen sowie in Wilhelmshaven und Rostock gewann. Wenn man so will, ist die HSG ein Opfer der Ausgeglichenheit der Liga, in der es an fast jedem Wochenende Überraschungssiege der „kleinen Teams“ gegen die „Großen“ gibt.

Dennoch ist die Qualität des Teams von Trainer Heiner Bültmann nicht von der Hand zu weisen. Denn nur der HSG gelang die volle Punktausbeute gegen den souveränen Spitzenreiter TuS N-Lübbecke. Mit Lasse Seidel wurde ein junger, torhungriger Linksaußen aus Essen an die niederländische Grenze gelotst. Er ist der Nachfolger des Niederländers Patrick Miedema, der von der Linksaußen-Position in die Rückraummitte wechselte. Grund hierfür war das (vorrübergehende) Karriereende von Nils Meyer, der im Saisonverlauf aufgrund verschiedener Verletzungskonstellationen dennoch wieder zur Harzkugel griff. Neben Seidel wurden mit Yannick Fraatz und Levin Zare noch zwei weitere Spieler in den Kader aufgenommen, wobei Jugendspieler Zare zunächst weiterhin in der eigenen Reserve Wettkampfpraxis sammeln soll. Fraatz hingegen ist mit seinen 17 Jahren bereits fester Bestandteil der Mannschaft und dies, obwohl er noch für die A-Jugend der TV Bissendorf-Holte spielberechtigt ist. Der Sohn des ehemaligen Nationalspielers Jochen Fraatz gilt als eines der größten Talente der Region und bildet gemeinsam mit dem Esten Jürgen Rooba das Gespann auf Rechtsaußen.

Für negative Schlagzeilen sorgte das Zwei-Städte-Team im März dieses Jahres. Auf der vereinseigenen Homepage war zu lesen, dass der „sportliche Leuchtturm in akuter Gefahr“ sei. 160.000 Euro fehlten zu diesem Zeitpunkt im auf 1,3 Millionen Euro taxierten Etat, um die laufende Saison erfolgreich zu Ende spielen zu können. Grund dafür seien „erhebliche Steigerungen im Zusammenhang mit den Heimspielkosten, erschwerenden Abgabennachbelastungen und unter Plan liegenden Sponsoring-Erlösen.“ Für so manchen Fan wurden Erinnerungen an das Jahr 2009 wach, als die HSG, damals noch Erstligist, Insolvenz anmelden musste und in Liga 2 einen Neuanfang startete. Ein solches Szenario in diesem Jahr konnte jedoch schnell abgewendet werden. Ein Showspiel gegen den SV Meppen, „Rettungsboxen“ bei den Heimspielen, Versteigerungsaktionen, Zuwendungen über ein Treuhandkonto und die zusätzliche Unterstützung der aktuellen Sponsoren akquirierten genügend Einnahmen, um das Finanzloch zu schließen und die Lizenz für die kommende Spielzeit zu erhalten. Allerdings seien noch nicht alle Beträge für den 1,4 Millionen-Etat der kommenden Saison garantiert, man sei laut Aussage von Geschäftsführer Gerhard Blömers jedoch „davon überzeugt, dass wir auf Basis der bisher geführten und positiv verlaufenen Gespräche auch dieses Ziel erreichen können.“

Wie sich die Ziele für die kommende Saison darstellen werden, bleibt abzuwarten. Zumal bei zahlreichen Spielern die Verträge zum Ende dieser Saison auslaufen und bislang keine Informationen zu möglichen Neuzugängen an die Öffentlichkeit gelangten. Genügend Arbeit also für die Verantwortlichen der HSG in den kommenden Wochen, um auch das Fernziel, nämlich der Rückkehr in die 1. Bundesliga, weiter in Blick zu behalten.


Der Verein
Hallen:
Euregium, Wilhelm-Raabe-Straße 15, 48527 Nordhorn – 4.100 Plätze
EmslandArena, Lindenstraße 24a, 49808 Lingen – 4.200 Plätze

Größte Erfolge:
Deutscher Vizemeister 2002, EHF-Pokalsieger 2008

Internet:
www.hsgnordhorn-lingen.de

Transfers
Gekommen:
Lasse Seidel (TUSEM Essen), Yannick Fraatz (TV Bissendorf-Holte), Levin Zare (eigene Jugend)

Gegangen:
Dominic Schwenning (EHV Aue II)

Der Trainer
Heiner Bültmann (geb. 18.05.1971), seit 2009 Trainer der HSG Nordhorn-Lingen