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Die Abwehrumstellung des THW Kiel bringt die Wende

(jw) Die Eulen verlieren nach starker Leistung in erster Halbzeit dann doch deutlich

Foto: Harry Reis

KIEL. Die Punkte blieben erneut aus. In der Sparkassen-Arena in Kiel verlor die Mannschaft von Trainer Ben Matschke vor 10.285 Zuschauern mit 21:28 (12:13). Die Eulen bleiben damit auswärts in dieser Saison ohne Punktgewinn. Dennoch haben die Eulen Ludwigshafen nach der Reise zum deutschen Rekordmeister THW Kiel viel zusätzliche Erfahrung gewonnen. Erfolgreichster Torschütze war David Schmidt mit sechs Treffern.

Ben Matschke ist auch nach der Niederlage das Lachen nicht vergangen. Im Gegenteil: Er durfte sich sogar freuen. In der ersten Spielhälfte war seine Mannschaft mit den Gastgebern, die bis auf Domagoj Duvnjak in Bestbesetzung angetreten waren, mit dem deutschen Rekordmeister auf Augenhöhe und führte meistens. Matschke hatte nämlich die richtige Taktik gegen die offensiv ausgerichtete Drei-Zwei-Eins-Deckung der Zebras gefunden. Die Eulen zogen direkt nach dem Anpfiff in Front und setzen sich nach zwischenzeitlichem Ausgleich der Kieler erneut ab. Das gefiel Alfred Gislason, dem Trainer des Rekordmeisters, überhaupt nicht. Denn seine körperlich hochgewachsenen Stars wirkten gegen die Pfälzer viel zu unbeweglich und ließen ihnen einfach zu viele Möglichkeiten. "Das hat mir gar nicht gefallen, das hatten wir vor einer Woche in Berlin noch besser im Griff", meinte der Isländer. David Schmidt nutzte gekonnt die Lücken und ließ Niklas Landin im Tor der Zebras oftmals keine Chance. Die Gastgeber stemmten sich dennoch gegen den Rückstand und führten erst nach Zeitstrafen gegen Frederic Stüber und Kai Dippe durch Marco Vujin mit 11:9. Zuvor hatte Gislason einen Systemwechsel vorgenommen und ließ seine Mannschaft fortan nur noch mit einer Sechs-Null-Deckung agieren. "Da standen wir deutlich stabiler. Meine Jungs haben auch sehr viel Geduld bei den langen Angriffen des Gegners bewahrt. Das hat mir gefallen", meinte der Isländer. Ganz glücklich war er mit der knappen Führung zur Halbzeit auf keinen Fall. "Ich hatte meine Mannschaft nach den starken Leistungen von Ludwigshafen noch gewarnt", meinte Gislason.

Nach dem Wiederanpfiff konnten die Eulen nur noch ansatzweise dem Bollwerk der Kieler etwas entgegensetzen. Die Zebras erhöhten das Tempo, brachten zudem auch frische Kräfte, die keinesfalls enttäuschten. Eben das hohe Tempo der Gastgeber brachte die Eulen ein wenig aus dem Konzept. Die Zahl der Fehler häuften sich, Kiel kam öfters in Ballbesitz und nutzte eiskalt seine Möglichkeiten. Spätestens beim 17:15 verließen den Eulen immer mehr die Kräfte. Kiel rauschte im ICE-Tempo auf das gegnerische Tor und schaffte es bis sieben Minuten vor dem Ende sich mit 27:17 deutlich abzusetzen. Das Ergebnis störte Ben Matschke überhaupt nicht. "Von einem Ergebnis oder gar von Punkte zu reden, das wäre doch vermessen gewesen", sagte Matschke. Seine Devise war klar formuliert. "Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie auch gegen solch einen Gegner die stets bestmögliche Leistung abruft." Und das war bis auf die zwei achtminütige Durststrecken, als den Eulen kein Treffer gelang, durchaus gegeben. "Wir haben gegen die offensive Abwehr gute Lösungen gefunden und auch die zweite Halbzeit war bis zum 15:17 ordentlich", stellte der Pädagoge fest. Die zweite Hälfte und insbesondere das Angriffsspiel gegen die Sechs-Null-Deckung der Kieler wird Matschke mit seinen Akteuren nochmals analysieren. Das soll sich nicht wiederholen. Die Reise war eine Lehrstunde für den Aufsteiger, um aus den Fehlern zu lernen. "Ich bin dankbar für die Erfahrung, die meine Mannschaft sammeln durfte. Sie geriet unter Druck und Stress, Wolff setzte mit dem gehaltenen Siebenmeter einen zusätzlichen Impuls, der Druck des THW in Verbindung mit der Halle wurde maximal. Wir sind das Tempo mitgegangen, haben zu viele Fehler gemacht und zu schnell abgeschlossen. Es ist ein Lernprozess, auch unter solchen Bedingungen cool zu bleiben. Wir nehmen heute ganz viel Positives mit", kommentierte Matschke. Auch Eulen-Geschäftsführer Marcus Endlich zeigte sich mit dem Auftritt an der Ostsee zufrieden. "Unsere jungen Spieler lernen schnell, sie können heute einiges an Erfahrung mitnehmen."