Den Favoriten bis zum Ende in Bedrängnis gebracht

"Berlin war am Ende einfach abgezockter" 08.10.2018 15:26 // kiri

Nach einer kämpferisch engagierten Leistung im ersten Durchgang, in der die Gäste nicht in Führung gehen konnten, gelang es dem EHFCup-Sieger erst nach der Pause, an den Eulen vorbeizuziehen.  Nach einer ebenfalls umkämpften zweiten Spielhälfte und intensiven Schlussminuten unterlagen die Eulen Ludwigshafen beim Nachholspiel den Füchsen Berlin mit 26:30 (14:14).  

Die Eulen erwischten einen Auftakt nach Maß und machten es dem Favoriten von der ersten Minute an schwer.  Jerome Müller brachte die Gastgeber nach zwei Minuten in Führung. In einem hinreißenden Kampf schafften es die Ludwigshafener immer wieder, den Ausgleich der Gäste zu revidieren und selbst ein kleines Polster aufzubauen. Die Pfälzer konnten ein bis zwei Zähler vorlegen, doch Berlin blieb in Reichweite. Eine doppelte Unterzahl der Füchse nach mehr als 20 Minuten konnten die Eulen nicht nutzen, um sich abzusetzen. Pascal Bührer, der auch am Sonntag wieder viele sehenswerte Offensivaktionen für sich beanspruchen konnte, traf kurz vor der Pause zum 14:13. Berlin konnte im direkten Gegenzug durch Hans Lindberg noch vor der Halbzeitsirene den Ausgleich erzielen und die Teams gingen mit einem Remis in die Kabinen. 

In der Halbzeitpause stand das von unserem Exklusiv Partner Lotto Rheinland-Pfalz unterstützte Gewinnspiel auf dem Programm. Zwei Fans aus der Eberthölle hatten die Chance, bei einem Bobbycar-Rennen auf der Platte zwei VIP-Tickets zu gewinnen.

Nach der Pause kamen die Eulen nicht gut aus der Kabine und Berlin konnte sich zügig einen vier-ToreVorsprung aufbauen. Kevin Struck, Fabian Wiede und Johan Koch sorgten für die 15:19-Führung. Das Team um Trainer Ben Matschke musste erneut die Comeback-Qualität unter Beweis stellen. Und tatsächlich schafften es die Pfälzer erneut, sich in die Partie zu kämpfen: Kai Dippe traf doppelt, Jerome Müller und Pascal Bührer verkürzten den Spielstand weiter. Nach 43 Minuten waren die Eulen in Schlagdistanz, denn Kapitän Gunnar Dietrich erzielte den Anschlusstreffer zum 20:21. Zehn Minuten vor dem Ende der Begegnung schaffte es Pascal Bührer mit einem sicher verwandelten Siebenmeter, den Spielstand wieder auszugleichen. Berlins individuelle Klasse wurde erst in der Schlussphase deutlich, als viele direkte Duelle zu Gunsten der Gäste entschieden wurden und diese ihre Führung wieder ausbauen konnten. Die Eberthalle erhob sich trotz des deutlichen Rückstandes von den Rängen und zollte der Leistung der Mannschaft Tribut. Das Publikum tat, wie auch schon in Stuttgart, alles, um die Mannschaft zu unterstützen. Das Gespür für die Situation des Teams war auch gegen Berlin bemerkenswert. 

Die Eulen Fans haben keine lange Verschnaufpause und auch die Mannschaft muss zügig regenerieren, denn das nächste Heimspiel steht bereits vor der Tür: Am Donnerstag (Anwurf: 19 Uhr, Friedrich-EbertHalle) reist der Tabellenzweite aus Magdeburg nach Ludwigshafen, um sich mit den Eulen zu messen. Das Team um Ben Matschke ist gegen den Meisterschaftskandidaten mit Topbesetzung auf die Unterstützung der Zuschauer angewiesen, um die verletzungsbedingten Ausfälle kompensieren zu können.

Eulen-Stimmen zum Spiel

Ben Matschke
Berlin hat verdient gewonnen und wir haben viel investiert. Während der letzten fünf Minuten waren die Teams wie zwei angeschlagenen Boxer. An dieser Stelle setzte sich dann Berlin aufgrund der individuellen Klasse durch. Wir haben uns gerade hier schwergetan, etwas Vernünftiges auf das Tor von Heinevetter zu bekommen. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, das ärgert mich. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass wir heute mit den Fans im Rücken einen ganz großen Gegner ganz lange in Bedrängnis bringen konnten. Doch die lobenden Worte helfen uns nichts. Wir müssen in der Zukunft einen Schritt weiter sein und die Chance nutzen, wenn sie sich bietet. Ein Lob geht auch an die Fans, die heute erneut ihr feines Gespür für unsere Situation bewiesen haben und da waren, wenn wir sie gebraucht haben! 

Johnny Scholz
Wir kamen gegen die Füchse sehr gut in die Partie und konnten ihnen das Leben schwermachen. Vor der Pause haben wir es verpasst, unsere Führung mit in die Kabine zu nehmen. Zu Beginn der zweiten Hälfte lag der Fokus zunächst auf dem vier-Tore-Rückstand. Dieser entmutigte uns jedoch nicht und wir kamen heran. Doch in den Schlussminuten war Berlin einfach abgezockter. 

Statistik

Eulen Ludwigshafen: Hanemann, Lenz, Stüber (1), Dietrich (1), Hideg, Scholz (2), Haider, Feld (3), Falk (1), Hofmann (2), Durak (2/2), Bührer (4/1), Müller (5), Dippe (5).
Füchse Berlin: Heinevetter, Semisch; Wiede (7), Elisson, Holm (2), Struck (1), Gojun, Lindberg (2), Zachrisson (7), Simak (6/4), Schmidt (1), Jallouz, Reißky, Koch (4).
Siebenmeter: 3/6 – 4/4 – Zeitstrafen: 6:5 – Quote gehaltener Bälle: 25% - 31% - Wurfquote:  63% - 64% Zuschauer: 1903 – Schiedsrichter: Hans-Peter Brodbeck und Simon Reich.

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