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Handball: Die TSG überrascht beim TuS N-Lübbecke, gewinnt 26:24 und beeindruckt mit ihrer Defensivstärke. Der Ausfall von Deckungschef Gunnar Dietrich macht sich beim Team von Thomas König kaum bemerkbar.

Von Andreas Brinkmann

Auf Routinier Stephan Just war in Lübbecke Verlass. FOTO: KRATO

Lübbecke. Pressekonferenzen nach gewonnenen Spielen abzuhalten, das macht natürlich immer Spaß. TSG-Coach Thomas König fiel es daher leicht, eine Bundesligapartie zu kommentieren, bei der man im Vorfeld nicht unbedingt mit beiden Zählern rechnen konnte. Der große Druck, der auf dem samstäglichen Gegner lag, mag eine Rolle gespielt haben, dass es gut für die König-Schützlinge ausging, die einen absolut verdienten 26:24-Sieg aus Lübbecke mitnahmen.

Klar, hatte der Coach auch noch wenige Schwachpunkte gefunden. Letztlich sei zwar „vieles eingetreten, was wir uns vorgenommen hatten“. Gleichwohl „müssen wir in der Schlussviertelstunde den Sack eher zumachen“. Komplimente an die Mannschaft überwogen aber in der Analyse. Nach den ersten zehn Minuten „haben wir sehr gut ins Spiel gefunden, unsere Anfangsnervosität rasch ablegen können. Vor allem hat unsere Abwehr gut funktioniert.“ Die TSG deckte betont offensiv, womit Nettelstedt-Lübbecke erhebliche Schwierigkeiten hatte. Der TuS wurde in zahlreiche 1:1-Situationen gedrängt, musste viel laufen und weite Wege gehen. Kreisläufer wie Außen waren bei den Nettelstedtern zwar bemüht, aber das TSG-Abwehrspiel funktionierte und stellte die Heimsieben vor große Probleme. Und das im Grunde über die gesamten 60 Minuten. Es war die gleiche Defensivtaktik, die drei Tage zuvor den THW Kiel ungefährdet in Lübbecke mit 31:24 gewinnen ließ.

Den Ausfall von Gunnar Dietrich kompensierten die Gäste sehr gut. Oliver Tesch holte sich daher ein Sonderlob vom Trainer ab. Friesenheim war einfach hellwach – anders als der Gegner. So bei einer Szene in der zweiten Halbzeit, als die Hausherren einen Freiwurf ausführten, Tesch dazwischen sprang und ein Gegenstoßtor erzielte. „Auch Andrej Kogut und Nico Büdel haben auf halb gut gedeckt“, freute sich König. Er räumte außerdem ein, dass „wir im Angriff auch mal das Quäntchen Glück gehabt haben“.

Mitte der zweiten Hälfte hätte das Spiel aber noch kippen können, als das beim TuS eingewechselte Nachwuchs-Ass aus Montenegro, Vuko Borozan, drei Tore hintereinander erzielte. Doch seine Teamkollegen zogen kein Selbstvertrauen aus dem kleinen Zwischenhoch. Vom 20:20 (46.) bis zum 24:20 (49.) legte die TSG in weniger als 200 Sekunden nochmals beeindruckend nach. Dieser Zwischensprint sorgte für die Entscheidung und zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Dirk Beuchler, der gegnerische Trainer, sprach von einem „verdienten Sieg für Friesenheim. Wir sind sehr enttäuscht. In den ersten 20 Minuten ist es uns nicht gelungen, die nötige Aggressivität in der Abwehr zu zeigen.“ Später habe man das zeitweise abgestellt. „Beim 18:17 nach 43 Minuten dachte ich, okay, jetzt läuft es. Aber auch das hat nicht zu mehr Selbstvertrauen bei meinen Spielern geführt.“

Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim spielt nun am kommenden Samstag in der Ebert-Halle gegen die MT Melsungen. Mit einer Leistung wie in Lübbecke sind die König-Schützlinge auch gegen die Nordhessen keineswegs chancenlos.