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Havarie am Rhein

Handball: Die TSG Friesenheim hat gestern die Hamburger Kogge absaufen lassen. 30:23 (14:11) fertigte die TSG den Champions-League-Sieger von 2013 vor 1680 Zuschauern in der Eberthalle ab. Friesenheim steht damit auf einem Nicht-Abstiegsplatz.

Eine desaströse Leistung bot der HSV Hamburg, im Bild mit Ex-Nationalspieler Pascal Hens (Mitte), gegen die TSG Friesenheim, links mit Nico Büdel und Marco Hauk. FOTO: KUNZ

Ludwigshafen. Es war ein würdeloser Untergang. Die peinliche Niederlage des HSV Hamburg gestern Abend bei der TSG Friesenheim passt ins Bild, das der Champions-League-Sieger von 2013 in dieser Handball-Bundesliga-Saison abgibt. „Das war desaströs. Bei uns stimmt einiges nicht“, giftete der französische Weltmeister Kentin Mahé.

Die Dissonanzen waren jedenfalls unübersehbar gestern. Die Leistung des deutschen Meisters von 2011 war sehr dürftig. Es lief nicht viel, eigentlich gar nichts zusammen bei den Norddeutschen. Dabei hatte man gehofft, dass es nach den jüngsten Erfolgen in Melsungen und Nettelstedt wieder aufwärts gehen würde. Doch dann kam der tiefe Absturz gestern in Friesenheim.

Ein Rückfall, der nicht überraschend kam. Denn dem HSV Hamburg 2015 fehlt die Konstanz. Nach dem historischen Fehlstart von 2:10 Punkten hat sich das Team wieder mit sechs Siegen in Serie gefangen. Dann schwankten die Leistungen. Eine Woche vor Weihnachten zogen die Verantwortlichen die Reißleine und warfen Trainer Christian Gaudin raus. Der Franzose war aber erst vor der Saison gekommen. Jens Häusler, bislang Co-Trainer, übernahm. Seine Bilanz ist auch nicht viel besser. 6:8 Zähler hat das Team unter Häusler bislang geholt, 18:20 unter Gaudin.

Gestern wusste Häusler nun gar nicht so recht, was er sagen sollte. Vielmehr lenkte er vom Hamburger Unvermögen ab und lobte in höchsten Tönen die tolle Vorstellung der Friesenheimer. „Mein tiefster Respekt vor dieser Leistung. Ich fand das Spiel der TSG Friesenheim super. Ich hoffe, wir finden auch wieder in diese Spur“, sagte Häusler. Seine Mannschaft habe viele Fehler gemacht. Allerdings habe das auch daran gelegen, dass Friesenheim sein Team zu diesen Fehlern gezwungen – und diese dann auch noch ausgenutzt hatte. „Das hätte ich mir von meinem Team gewünscht“, rechnete Häusler mit seinen Spielern ab und sprach sogar von einer blutarmen Darbietung.

Jedenfalls lag Häusler mit seiner Erkenntnis, dass Friesenheim ein super Spiel geboten hatte, nicht falsch. Für TSG-Trainer Thomas König war es das beste Spiel seiner Mannschaft in der Bundesliga bislang.

Bogdan Criciotoiu sah das auch so. Der rumänische Nationalspieler kommt immer besser zum Zug. Nach Anlaufschwierigkeiten findet sich der 24 Jahre alte Rückraumspieler besser zurecht. Fünf Tore erzielte er gestern. „Es ist das erste Mal, dass ich für längere Zeit von zu Hause weg bin. Ich hatte am Anfang Sprachprobleme, doch die Spieler helfen mir. Es läuft immer besser, heute super. Das beste Spiel diese Saison von uns und von mir“, sagte Criciotoiu.

Nico Büdel ordnete den Sieg gegen Hamburg gestern Abend in die Kategorie „sehr gut“ ein. „Wir wussten, dass Hamburg verwundbar ist. Klar hatte der HSV nicht seinen besten Tag. Das lag auch daran, dass wir dafür gesorgt haben“, stellte Büdel klar.