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- Mannheimer Morgen

Eulen kommen nicht in Schwung – 29:35

Rückschlag für die TSG Friesenheim im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga: Aber mit der 29:35 (14:18)-Heimniederlage gegen den favorisierten Tabellensechsten MT Melsungen war eigentlich schon vor dem Spiel zu rechnen. Die Eulen hielten lange gut mit, in der Abwehr gab es allerdings unübersehbare Schwächen, die von den körperlich überlegenen Nordhessen konsequent ausgenutzt wurden. Vor allem der Ex-Rhein-Neckar-Löwe und Nationalspieler Michael Müller war von der Eulen-Abwehr das ganze Spiel über kaum in den Griff zu bekommen.

Die zu Beginn des Spiels vor 2050 Zuschauern etwas desorientierte Friesenheimer Abwehr kam erst spät einigermaßen in die Gänge, nachdem nach einer Viertelstunde der sonst so souveräne Torhüter Kevin Klier völlig entnervt und ohne eine einzige Parade seinen Platz für Maximilian Bender geräumt hatte. Der überzeugte zwar mit einem Dutzend Paraden, konnte aber an der Niederlage ebenso wenig ändern wie der starke Eulen-Regisseur Andrej Kogut und die nervenstarken Routiniers Philipp Grimm und Stephan "Apollo" Just, der alle seine fünf Strafwürfe im gegnerischen Tor unterbrachte.

Dort stand mit dem schwedischen Nationaltorhüter Mikael Alf Appelgren ein Mann, der den Eulen-Angreifern die Laune verdarb und mit zehn Glanzparaden eine vielleicht doch mögliche Überraschung verhinderte. "Wir haben in der Abwehr den Gegner nicht in den Griff bekommen", klagte hinterher Kogut und auch Kapitän Grimm sah seine Mannschaft "heute nicht ganz auf Augenhöhe" mit dem kampfstarken und robusten Gegner.

Melsungens Trainer Michael Roth aus Heidelberg, der auf seinen schwedischen Spielmacher Patrick Fahlgren wegen eines Bänderrisses im linken Knie verzichten musste und für ihn den Serben Nenad Vukovic mit der Spielgestaltung betraute, hatte am Ende gut lachen. Er hatte von seiner Mannschaft vier Siege im Monat März verlangt: Und sie erfüllte ihm diesen Herzenswunsch nach Erfolgen gegen Lübbecke (32:23), Bietigheim (35:23) und Berlin (31:24) sowie nun auch gegen die Eulen, kassierte aber gegen die Friesenheimer mehr Gegentore als gegen alle anderen Kontrahenten dieses Monats.

Das Spiel begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die 150 Toten der Flugzeugkatastrophe von Südfrankreich, beide Mannschaften liefen mit Trauerflor auf.

TSG Friesenheim:
Klier (bis 15.), Bender (ab 15.) - Grimm (7/4), Kogut (7), Lex (4), Just (6/1), Tesch, Hauk, Claussen, Unger, Büdel (1), Schmidt (3), Kossler (1), Claus.