Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Ein Traum – zwei Zähler gegen den HSV

Einfach überragend - Kevin Klier demonstrierte eindrucksvoll, wie wichtig ein Torwart im Handball ist. - Foto: Reis

(gek) „Was habt ihr mit dem HSV gemacht“, fragte Anja ziemlich entsetzt auf dem Bahnsteig in Neckarelz. Der weibliche Handballfan, der den Pokalknaller Rhein-Neckar Löwen gegen den THW Kiel gesehen hatte, konnte es kaum glauben, was sie in der Mannheimer SAP Arena erfahren hatte. So wird es vielen ergangen sein, denen das Ergebnis aus Ludwigshafen zu Ohren gekommen war.

Am Ende leuchtete ein 30:23 in der Friedrich-Ebert-Halle von der Anzeigentafel, und was zuvor in den 60 Minuten passiert war, ist getrost als Sensation zu bezeichnen. Es war eine Partie, die das Team von Thomas König über weite Strecken dominierte, und es war offenkundig: das war das Leistungsmaximum der Mannen um den famosen Keeper Kevin Klier. Die TSG-Handballer besiegten vor 1680 Zuschauern den HSV Handball, weil sie sowohl in der Abwehr als auch im Angriff auf einem ganz hohen Level agierten.

Acht Mal Sieger gegen Johannes Bitter: Philipp Grimm war damit bester Torschütze auf dem Parkett. - Foto: Reis

Die Eulen starteten furios und führten nach gut neun Minuten mit 5:2. Dann hielt Kevin Klier einen Siebenmeter und die Rothemden spielten in den nächsten Minuten äußerst effektiv. Der Vorsprung vergrößerte sich, Erik Schmidt traf zum 7:2, Philipp Grimm erhöhte per Gegenstoß auf 8:2 und Gunnar Dietrich machte das 9:2, gespielt war noch keine Viertelstunde – und der Traumstart war perfekt. In der Folge verkürzte der HSV Tor um Tor, weil Johannes Bitter Würfe von Andrej Kogut und Nico Büdel wegnahm und Stefan Lex das Gehäuse verfehlte, hinzu kam ein Ballverlust von Stephan Just. Nach Lindbergs Siebenmeterheber führten die Pfälzer knapp sechs Minuten vor der Pause freilich immer noch mit drei Toren (11:8). Die TSG-Fans, längst in allerbester Stimmung, waren völlig aus dem Häuschen, als Nico Büdel in Unterzahl das 13:8 gelang (27.). Und auch nach 30 Minuten lagen die Hausherren mit drei Treffern besser im Rennen als die Häußler-Fraktion.

Seine Klasse zeigte Erik Schmidt sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. - Foto: Reis

Der Neuling spürte längst, dass an diesem Abend der HSV zu schlagen ist. Und nach dem Kabinengang spielten die Rothemden wie entfesselt auf. Als Adrian Pfahl eine Zeitstrafe erhielt, trafen Philipp Grimm per Strafwurf und Erik Schmidt nach feinem Dietrich-Zuspiel in Überzahl. Nachdem Richard Hanisch in Kevin Klier seinen Meister gefunden hatte, leitete der 30-jährige Keeper mit einem Zuckerpass den nächsten Treffer ein. Marco Hauk vollendete den mustergültigen Gegenstoß zum 19:13 (39.). Erneut parierte Kevin Klier einen Wurf von Richard Hanisch, und auf der Gegenseite netzte Philipp Grimm zum 20:13 ein. Noch knapp zehn Minuten waren zu absolvieren, als Kentin Mahé für den 19. Hamburger Treffer sorgte. In den nächsten drei Minuten wurde das Match freilich endgültig entschieden. Zwar musste „Oli“ Tesch für 120 Sekunden von der Platte, doch Nico Büdel traf ein zweites Mal in Unterzahl. Kevin Klier nahm den folgenden Schröder-Wurf weg und Nico Büdel verhinderte mit großem kämpferischen Einsatz einen Gegenstoß, nachdem zuvor Gunnar Dietrich ein Fehlpass unterlaufen war. Und der Mann mit der Nummer 24 netzte schließlich zum 27:19 ein. Die Eulen hatten indessen noch längst nicht ihren Torhunger gestillt, legten durch Bogdan Criciotoiu, Erik Schmidt und Philipp Grimm nach – 30:20, ein Wahnsinn, dieses Resultat gut vier Minuten vor dem Ende. Dass die Gäste noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben konnten, tat der glänzenden Stimmung in der Halle nun wirklich keinen Abbruch.

„Das hätte ich nicht für möglich gehalten, den HSV habe ich nicht dazu gezählt, sie zu schlagen“, bekannte Co-Trainer Frank Eckhardt. „Dass ich das erlebe.“ Philipp Grimm: Das muss man sich vor Augen führen, gegen welche Truppe wir da gewonnen haben. Wir hatten den Glauben, dieses Spiel gewinnen zu können. Und dann spielt jeder auf einem sehr hohen Niveau. Das ist der Hammer.“ Erik Schmidt kommentierte: „Das war eine rundum gute Leistung. Wir haben die Chance bekommen, zwei Punkte gegen Hamburg zu gewinnen. Und die haben wir genutzt.“ Chapeau!!!

Die Statistik:

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Bender; Grimm (8/4), Kogut (2), Dietrich (3), Lex, Just (1), Tesch, Hauk (1), Unger, Büdel (4), Schmidt (6), Kossler, Criciotoiu (5); Trainer: Thomas König

HSV Handball: Bitter, Herrmann; Schmidt, Schröder (1), Simicu (2), Flohr (1), Herbst, Hansen (1), Djordjic (2), Lindberg (6/2), Hanisch (1), Mahé (3), Hens (2) Pfahl (4/1); Trainer: Jens Häußler

SR: Philipp Dinges (Eggenstein) & Daniel Kirsch (Leopoldshafen) ◊ Zuschauer: 1680 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 6:2, Dietrich (26.), Büdel (47.), Tesch (51.) – Pfahl (34.) ◊ Siebenmeter: 4/4: 5/3, Lindberg scheitert an Klier (10.) und wirft an den Pfosten (26.) ◊ Team-Time-out: 27:28 – 7:59, 23:09 und 56:05

Spielfilm: 3:1 (6.), 6:2 (11.), 9:3 (15.), 11:4 (18.), 11:8 (25.), 13:9 (28.), 14:11 (HZ) – 16:13 (34.), 20:13 (40.), 24:15 (45.), 25:19 (51.), 30:20 (56.), 30:23 (EN)