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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

„Das Spiel in der ersten Halbzeit verloren“

Wuchtete der HSG Wetzlar zehn Tore in die Kiste: Bogdan Criciotoiu - Foto: Reis

(gek) Dass es in der schmucken Rittal Arena noch einmal hätte spannend werden können, hätte beim 20:11-Halbzeitstand wohl keiner mehr für möglich gehalten. Und dass gerade in einer Phase, in der die Ballwerfer der TSG Ludwigshafen-Friesenheim drauf und dran waren, auf zwei Tore zu verkürzen, machten Pfiffe der Unparteiischen diese Möglichkeit zunichte. Gleich zwei Mal entschieden sie nach Einlagen von Ivano Balic auf Siebenmeter, die der französische Auswahlspieler Guillaume Joli verwandelte. Das war ärgerlich, wobei der 32:27-Sieg der HSG Wetzlar insgesamt in Ordnung geht, weil sie bis auf die Anfangsführung der TSG stets vorne lag.

Das Team von Kai Wandschneider führte zwar in der 6. Minute mit zwei Toren, aber Bogdan Criciotoiu glich mit seinen ersten beiden Treffern aus. Die TSG blieb dran an, verkürzte durch Erik Schmidt auf 4:5 und 5:6. Auch nach gut 20 Minuten führten die Mittelhessen nur mit einem Tor, weil Bogdan Criciotoiu erneut das HSG-Netz erzittern ließ, darunter ein Goal in Unterzahl. Zwar visierte Wetzlar mehrfach Latte oder Pfosten an, was auch einem guten Stellungsspiel von Kevin Klier geschuldet war, aber der letztjährige Tabellenelfte profitierte das eine oder andere Mal von Friesenheimer Fehlabschlüssen und inkonsequentem Abwehrverhalten. Das zweite Tempogegenstoßtor des im Februar neu verpflichteten Mazedoniers Dejan Manaskov läutete indes eine gut achtminütige Phase ein, die das Spiel entscheiden sollte. Ein Fehlabschluss von Bogdan Criciotoiu ging dem 13:9 voraus, ein Fehlpass von Stephan Just dem 14:9, und das gleiche Malheur passierte auch Stefan Lex. Dann musste Gunnar Dietrich für zwei Minuten vom Feld und Philipp Grimm beendete trotz numerischer Unterlegenheit die TSG-Torflaute mit einem satten Wurf. In den letzten zwei Minuten kassierten die Pfälzer jedoch drei weitere Treffer, erneut durch eigene Fehler „initiiert“. Wetzlar nutzte diese Schwächen effektiv aus, erzielte alleine in dieser Phase fünf Kontertore und ging mit einem nahezu uneinholbaren Vorsprung in die Pause.

Marco Hauk war an der Aufholjagd in der zweiten Halbzeit mit vier Toren beteiligt. - Foto: Reis

Wie würden die Eulen diesen Rückstand am Ende einer englischen Woche verkraften? Nach einem Doppelschlag durch Vladan Lipovina und Ivano Balic betrug die Differenz gar zehn Tore und nichts deutete bis dahin auf eine Aufholjagd des Bundesliganeulings hin (36.). Als wäre das Tor von Philipp Grimm zum 23:14 und der folgende Ballgewinn von Nico Büdel ein Signal gewesen, agierten die König-Schützlinge fortan in der Abwehr entschlossener, kompakter und im Angriff variabel und treffsicher. Selbst den Ausfall von Abwehrchef Gunnar Dietrich (38., Sprunggelenkverletzung) steckten Andrej Kogut & Co weg. Bogdan Criciotoiu traf zum 24:17, und Marco Hauk, wunderbar eingelaufen, in Unterzahl zum 24:18. Dann verlor Vladan Lipovina die Kugel, und ein Pass von Kevin Klier leitete Marco Hauks Kontertor zum 24:19 ein. Kai Wandschneider griff zum zweiten Mal zur Grünen Karte. Knapp fünf Minuten später lag die Grüne Karte erneut auf dem Zeitnehmertisch, die TSG hatte ihren Rückstand erstmals durch Nico Büdels Gegenstoß auf drei Tore reduziert. Das gelang Marco Hauk gleich einweiteres Mal mit einem artistischen Dreher. Und Philipp Grimm, der auch seinen zweiten Strafwurf verwandelte, ließ eine spannende Endphase erwarten. Doch die sollte es nicht mehr geben, weil Ivano Balic nicht nur ein guter Handballer ist. Erik Schmidt erhielt nach seiner dritten Zeitstrafe den Laufpass und so war der etatmäßige Innenblock nicht mehr auf der Platte. Wetzlar brachte nach den beiden verwandelten Siebenmeter und einer 31:Führung die zwei Punkte sicher unter Dach und Fach.

Felix Kossler: "Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren." - Foto: Reis

„Gratulation an Wetzlar, das war ein verdienter Sieg. Kompliment an meine Mannschaft, die nach dem großen Rückstand gezeigt hat, dass mehr in ihr steckt“, sagte Trainer Thomas König. „Uns haben zehn Minuten der ersten Halbzeit sehr wehgetan. Wir hatten in der zweiten mehrfach die Option auf einen 2-Tore-Rückstand, da wäre vielleicht dann doch noch mehr drin gewesen.“ Auf die Frage „Was waren die Unterschiede im TSG-Spiel, wenn man beide Halbzeiten miteinander vergleicht?“ antwortete Felix Kossler: „In der ersten Halbzeit haben wir hinten im aufgebauten Angriff die Mitte nicht verdichten können und im Angriff den Ball nicht laufen lassen. Das war für Wetzlar leicht auszurechnen, und so haben wir einige Tempogegenstöße gefressen. In der zweiten Halbzeit hat Kevin sehr gute Paraden gezeigt, sind wir in der Abwehr besser gestanden, gerade in der Mitte. Es spricht für uns, dass wir den zur Halbzeit hohen Rückstand deutlich reduzieren konnten. Daran sieht man, dass die Mannschaft intakt ist. Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren.“

Die Statistik:[-img-]HSG Wetzlar: Hombrados, Wolff; Prieto Martos, Lipovina (5), Manaskov (7), Weber(2), Tönnesen (5), Laudt (2), Fäth (2), Hahn, Bliznac (1), Joli (4/3), Balic (4), Klesniks, Trainer: Kai Wandschneider

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Bender; Grimm (4/2), Kogut (1), Dietrich (2), Lex, Just (1), Tesch (1) Hauk (4), Unger, Büdel (1), Schmidt (2), Kossler (1), Criciotoiu (10); Trainer: Thomas König

SR: Pawel Fratczak (Heddesheim) & Paulo Ribeiro (Laudenbach) ◊ Zuschauer: 4032 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 6:8, Prieto Martos (32. und 55.), Fäth (52.) – Schmidt (18., 41. und 51.), Dietrich (25.) ◊ Rote Karte: Schmidt (51.) ◊ Siebenmeter: 3/3: 2/2 ◊ Team-Time-out: 27:58, 42:11 und 47:04 – 22:54 und 53:11

Spielfilm: 3:1 (6.), 5:3 (12.), 8:7 (18.), 10:9 (21.), 14:9 (24.), 17:10 (27.), 20:11 (HZ) – 21:13 (34.), 23:16 (39.), 25:19 (43.), 26:23 (48.), 28:25 (52.), 32:27 (EN)