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Alles hat Hand und Fuß

HANDBALL: Was Marco Hauk so wichtig macht – TSG heute gegen MT Melsungen

Das Ziel im Blick: Marco Hauk bleibt den „Eulen“ auch in der kommenden Saison treu. FOTO: KUNZ

LUDWIGSHAFEN (zkk). Das ist eine schwere Hausaufgabe: Heute (19 Uhr, Eberthalle) trifft Handball-Bundesligist TSG Lu-Friesenheim auf MT Melsungen.

„Melsungen gehört zu den Top-Fünf, es ist eigentlich eine unlösbare Aufgabe“, sinniert TSG-Trainer Thomas König. Eigentlich ...

Der Trainer wirkt trotz des sensationellen Sieges in Lübbecke angeschlagen, ihn schmerzt, dass seine Mannschaft vor dem Ausverkauf steht. Fast jeden Tag sickerten Meldungen von Abgängen durch. Am Donnerstag dann vermeldete die TSG die Vertragsverlängerung mit Rechtsaußen Marco Hauk (30) um ein Jahr. König hörte es gern.

Felix Kossler zur MSG Groß-Biebeberau/Modau, Stephan Just zum ASV Hamm-Westfalen, Erik Schmidt zum TSV Hannover-Burgdorf – die Mannschaft der TSG Ludwigshafen-Friesenheim kann den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffen, aber sie löst sich auf. Zuvor hatten sich bereits Andrej Kogut (TBV Lemgo), Max Bender und Jan Claussen (TV Hochdorf) zum Wechsel entschieden. Aus dem aktuellen Kader haben nur Kevin Klier, Stefan Lex, Philipp Grimm, Nico Büdel, Gunnar Dietrich und nun Hauk Verträge über die Saison hinaus. Bleibt die TSG erstklassig, verlängert sich auch der Kontrakt von Oliver Tesch. Ungewiss, wie es mit Bogdan Criciotoiu weitergeht. Der Rumäne hat gerade in den letzten Wochen Fuß gefasst, viele Tore geworfen.

„Es ist die beste Mannschaft, die die TSG Friesenheim jemals hatte, es ist die beste Mannschaft, die die TSG wohl jemals haben wird, deshalb macht es mich traurig, was grade geschieht“, sagt Marco Hauk. „Man wünscht sich das anders, gerade wenn es sportlich so läuft. Aber bei uns ist es gegensätzlich : Wir sind erfolgreich, stehen auf einem Nichtabstiegsplatz, haben die Chance, die Klasse zu erhalten – und dann kommt die Nachricht, dass Südzucker sein Engagement reduziert und noch weniger Geld vorhanden ist“, bedauert der 30-Jährige. 2010 kam er vom TV Bittenfeld zur TSG, machte sich damals als Mediengestalter mit „Hauk Design“ selbstständig. Und fühlt sich wohl im Verein, in der Mannschaft – auch weil für den in Östringen lebenden Hauk das Gesamtpaket – Beruf, Familie, Sport – passt. „Durch den Handball hatte ich als Existenzgründer ja eine finanzielle Grundlage“, erinnert der gelernte Verwaltungsangestellte an die Anfänge. „In Friesenheim hat man mehr Freiräume, weil wir ja nicht zweimal täglich trainieren“, sagt Hauk, der die TSG als gute Adresse schätzt. „Körperlich fühle ich mich gut, so gut wie fast noch nie“, nennt der Routinier, dessen Willenskraft Trainer König schätzt, die Motivation zur Vertragsverlängerung.

Auch heute gegen Melsungen sieht der Linkshänder – wie fast immer – eine Chance, „wenn wir 120 Prozent geben!“ Das Selbstvertrauen ist da, die eigene Firma läuft gut. „Mehr Arbeit als Zeit“, sagt der Mann, der die Rückennummer 20 trägt. Zeit, den dreieinhalb Jahre alten Louis vom ersten Handball-Training in Östringen abzuholen, nahm er sich am Donnerstag vor der Fahrt zur Übungseinheit in Friesenheim. „Louis hat gerade bei den Bambini angefangen – er weiß noch nicht so genau, ob er mit Hand oder Fuß spielt“, erzählt der Rechtsaußen. Was Marco Hauk anpackt, hat Hand und Fuß…