Die Eulen Ludwigshafen

Logo Die Eulen Ludwigshafen Gemeinsam alles geben DKB Handball Bundesliga
- Die Rheinpfalz

Zehn torlose Minuten als Knackpunkt

HANDBALL: Zweitligist TSG Ludwigshafen-Friesenheim verliert mit 21:26 in Nordhorn auch Tabellenführung

Stefan Lex (rechts) traf fünfmal für die TSG Friesenheim. Am zweiten Weihnachtsfeiertag geht’s um 17 Uhr daheim gegen Leipzig. FOTO:WESTDÖRP

Nordhorn. Mit einem verpatzten Start in die zweite Halbzeit hat sich Handball-Zweitligist TSG Ludwigshafen-Friesenheim gestern Abend um seine Siegchance bei der HSG Nordhorn-Lingen gebracht. Nach der 21:26 (13:12)-Niederlage ist die Tabellenführung erstmal futsch.

„Das war der Knackpunkt“, kommentierte TSG-Trainer Thomas König den Auftakt mit vier Fehlwürfen nach der Pause. Die TSG musste diesmal nicht nur ohne Torwart Kevin Klier auskommen, der von Maximilian Bender erneut gut vertreten wurde, sondern auch ohne Andrej Kogut spielen. Für den verletzten Spielmacher sprang Stephan Just in die Bresche, der am Ende wie sein Rückraumkollege Stefan Lex auf fünf Tore kam.

Die Maßgabe, das Tempo zu verschleppen, wenig Fehler in der Offensive zu machen und die gefürchteten Gegenstöße der HSG zu vermeiden, ging im ersten Abschnitt sehr gut auf. Zwar lagen die Nordhorner fast die ganze Zeit in Führung, doch einen 3:0-Lauf der TSG vor der Pause schloss Gunnar Dietrich mit seinem Treffer zum 13:12 ab; und die erste Führung des Spiels ließ für den zweiten Abschnitt hoffen.

Der aber begann verhängnisvoll. „Wir haben viermal dumm aus dem Rückraum abgeschlossen“, ärgerte sich Philipp Grimm, es den Gastgebern derart leicht gemacht zu haben, mit einem 5:0-Lauf zum 17:13 binnen zehn Minuten das Spiel zu drehen. Das Manko im Spiel der TSG wurde nun immer offenkundiger: Es wurde zu viel über die Mitte und den Kreis gespielt. Und da griff die gute 6:0-Abwehr der Grafschafter energisch zu. Gegen HSG-Keeper Björn Buhrmester gelangen so im zweiten Abschnitt nur noch acht Tore. Nur 21 Treffer, rechnete Grimm vor, „das ist eine Katastrophe“. Zudem ärgerte sich der Linksaußen, der mit vier Toren unter seiner gewohnten Ausbeute blieb und mit zwei Strafwürfen an Buhrmester scheiterte, dass die Flügel kaum ins Spiel eingebunden wurden: „Wir haben null über Außen gespielt. Es gab einen Wurf von Rechtsaußen und das war in der 58. Minute.“

Dazu kam, dass Kogut auch in der Abwehr schmerzlich vermisst wurde. Vor allem Nordhorns Spielmacher Nils Meyer wühlte sich immer wieder erfolgreich durch, kam wie HSG-Linksaußen Patrick Miedema auf acht Tore. „Mit Meyer hatten wir Probleme“, sagte König, „da hat uns Kogut in der Abwehr extrem gefehlt.“

König versuchte in der Schlussphase gegenzusteuern, beorderte „Apollo“ Just an den Kreis, wo der mit seiner Erfahrung ebenfalls einiges bewirkte. Doch einen Umschwung brachte das ebenso wenig wie der Versuch, mit erst einem und dann zwei vorgezogenen Spielern in der Abwehr, über schnelle Ballgewinne Konterchancen zu erzwingen.

So spielten Sie

HSG Nordhorn: Buhrmester, Bartels (n.e.) - Verjans (3/2), Meyer (8), Wiese (2) - Schagen (4/1), Miedema (8) - Trodler (1) - Schumann, Terwolbeck, de Boer, Poll, Mickal (n.e.), Schwenning (n.e.).

TSG Friesenheim: Bender, Gieger (n.e.) - Lex (5), Just (5), Dietrich (3) - Weyhrauch, Grimm (4/2) - Schmidt (3) - Klee, Claus, Kossler (1), Claussen, Schwenzer (n.e.).

Spielfilm: 1:0, 3:1, 4:4, 8:4, 8:7, 10:10 (24.), 12:10, 12:13 (Halbzeit), 17:13 (40.), 19:17, 21:17, 21:19 (50.), 25:20, 26:21 (Endstand) - Zeitstrafen: 5/7 - Siebenmeter: 5/3 - 4:2 - Beste Spieler: Meyer, Miedema, Buhrmester - Bender, Just - Zuschauer: 1618 - Schiedsrichter: Dedens/Geckert (Magdeburg).